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Bruno Asch

Fotografie von Bruno Asch. Fotorechte: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt/M.
Stolperstein für Bruno Asch. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
VERLEGEORT
Hüninger Str. 36 / Breisacher Straße 19

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Dahlem
VERLEGEDATUM
März 2009

GEBOREN
23.07.1890 in Wollstein (Posen) / Wolsztyn
BERUF
Schneider / Stadtkämmerer
FLUCHT IN DEN TOD
15.05.1940 in Amsterdam

Wenn der Etatansatz 1930 für Wohlfahrtserwerbslose 46 Millionen Reichsmark war, die wirkliche Ausgabe des Jahres 1930 78 Millionen [...] und im Budget 1931 für diesen Zweck 158 Millionen [...] vorgesehen sind, dann ist das sicherlich ein Bild der außerordentlich erschreckenden Not weiter Schichten der Bevölkerung, aber auch ein Zeichen dafür, dass die Stadt Berlin es als ihre Pflicht ansieht, in dieser Notzeit das Äußerste zu leisten, um den Hilfsbedürftigen zu helfen.

Bruno Asch am 3. 6. 1931 vor der Stadtverordnetenversammlung

Bruno Asch stammte aus einer jüdischen Familie. Nach einer Lehre in der Textilfabrik David in Charlottenburg wurde er dort angestellt. 1914 bis 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg, dann arbeitete er wieder in der Textilfabrik. Nach kurzer publizistischer Tätigkeit wurde Asch 1920 in Hoechst zum besoldeten Stadtrat und 1922 zum Bürgermeister gewählt. 1924 veröffentlichte er eine Schrift über die Finanzierung der Gemeinden in Preußen. 1925 wurde er Stadtkämmerer von Frankfurt am Main. Am 14. 4. 1931 wählte ihn die Berliner Stadtverordnetenversammlung zum Stadtkämmerer. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er am 14. 3. 1933 beurlaubt und später entlassen. Er emigrierte im Herbst 1933 mit seiner Familie nach Amsterdam. Dort gründete er zusammen mit dem ehemaligen thüringischen Staatsbankpräsidenten Löb ein Unternehmen zur Verwaltung und Prüfung von Vermögen und Betrieben. 1938 wurde die Familie Asch vom Deutschen Reich ausgebürgert. 1939 konnte die älteste Tochter Mirjam, nun 19 Jahre alt, nach Palästina einwandern. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande nahm Bruno Asch sich das Leben. Seine Frau Margarethe und die Töchter Ruth und Renate wurden 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. Im Frankfurter Stadtteil Höchst gibt es eine Straße, die nach Bruno Asch benannt ist. Am 22. 9. 1994 wurde eine Gedenktafel für ihn am Höchster Bolongaro-Palais angebracht.

Bruno Asch war Magistratsmitglied 1931 – 1933 (SPD)


Biografische Zusammenstellung

Verein Aktives Museum e. V.