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Georg Obst

Elisabeth und Georg Obst in der Hufeisensiedlung / Foto: Privat
Stolperstein Georg Obst / Foto: Museum Neukölln
VERLEGEORT
Gielowerstraße 28b

BEZIRK/ORTSTEIL
Neukölln – Britz
VERLEGEDATUM
23.09.2016

GEBOREN
07.04.1902 in Bad Salzbrunn (Schlesien) / Szczawno-Zdrój
BERUF
Schlosser/Fürsorger
INHAFTIERT
ab 07.02.1934 in Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Str. 8
IN DEN TOD GETRIEBEN
08.02.1934 in Gestapo-Zentrale

Georg Obst lebte mit seiner Frau Elisabeth in der Gielower Straße 28 b in der Britzer Hufeisensiedlung. Nach dem Verbot
der SPD engagierte sich Obst illegal im Untergrund, verteilte Schriften und half untergetauchten
Genoss*innen. Am 7. Februar 1934 verhaftete ihn die Gestapo und warf ihm vor,
an einem „hochverräterischen Unternehmen“ beteiligt zu sein. Die Beamten brachten ihn
in die Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße 8, wo sie ihn verhörten und folterten.
Ein Mitinhaftierter erzählte später, Georg Obst habe gesagt, er halte weitere Torturen nicht
mehr aus. Am 8. Februar stürzte er aus dem Fenster des dritten Stocks des Gebäudes. Dabei
zog er sich schwere Verletzungen zu und starb noch am selben Tag im Staatskrankenhaus
in der Scharnhorststraße. Seine Frau stellte bei der Identifizierung der Leiche die Spuren
der Folter fest. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Wenig später
verließ Elisabeth Obst mit dem gemeinsamen Sohn Bernd Berlin und zog nach Dortmund.
Dort erfolgte auch die Beisetzung von Georg Obsts Urne.


Text: Patrick Helber

Biografische Zusammenstellung

Patrick Helber