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Otto Richard Bülow

Stolperstein für Otto Bülow © Koordinierungsstelle Stolpersteine
Kopfstein Wohnungslose © Koordinierungsstelle Stolpersteine
VERLEGEORT
Alexanderplatz

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
21.04.2016

GEBOREN
06.07.1913 in Berlin-Britz
DEPORTATION
im Januar 1941 nach Sachsenhausen
ERMORDET
12.02.1943 in Sachsenhausen

Otto Richard Bülow wurde in Berlin-Britz als Sohn von Martha Bülow (geborene Hellwig) und Otto Paul Leo Bülow geboren. Er wuchs bei seinen Eltern auf. Sein Vater fiel im Ersten Weltkrieg. Die Schule verließ er vorzeitig, anschließend absolvierte er eine Zimmermannslehre.

Bereits als 18-Jähriger wurde er wegen kleinerer Diebstähle in Berlin-Neukölln aktenkundig. Zudem fand er in seinem erlernten Beruf keine Anstellung und war daher zeitweise bei einer Baufirma tätig. In den Akten sind außerdem häufig Ortswechsel vermerkt und das gelegentliche Fehlen eines festen Wohnsitzes. Seine letzte bekannte Anschrift befand sich in der Gormannstraße in Berlin-Britz.

Mitte der 1930er-Jahre warf ihm die Staatsanwaltschaft einen Einbruch und die Unterschlagung eines Motorrades vor, nachdem er bereits zuvor Diebstähle begangen haben soll. Dies führte zu mehreren Gefängnisstrafen. Sein weiterer Lebensweg ist nur bruchstückhaft belegt. Bekannt ist, dass nach dieser ersten Haftstrafe weitere Verurteilungen und Inhaftierungen folgten. Diese nutzte die Kriminalpolizei, um Otto Bülow im Januar 1941 in „Vorbeugehaft“ zu nehmen und in das Konzentrationslager Sachsenhausen zu bringen.

Vom 10. November bis zum 12. November kam er in den Krankenbau und anschließend in den Block 54. Zur Verbüßung der Haftstrafe überstellte ihn das Konzentrationslager am 17. Januar 1942 in das Gefängnis Spandau.

Nach der Haftzeit kam er zurück in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort war er durchgehend als „Arbeitsscheuer“ und „Aso[zialer] H[äftling]“ gekennzeichnet. Er trug die Häftlingsnummer 35234. Zu seiner Zeit im Konzentrationslager fehlt es an Quellen. Am 12. Februar 1943 vermerkte die Lagerleitung seinen Tod. Auf der vermutlich von dem berüchtigten SS-Mann Gustav Sorge unterzeichneten Todesmeldung stand „Lungenentzündung – rechtsseitige Brustfellentzündung“, eine häufig in Konzentrationslagern genutzte Floskel.


Zum Ort der Verlegung:
Dies war in den 1930er Jahren der Standort des Restaurants Aschinger, das nicht zuletzt wegen seines kostengünstigen Essens – auch bei Wohnungslosen – beliebt war.

Biografische Zusammenstellung

Oliver Gaida