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Paul Stadthagen

Stolperstein Paul Stadthagen Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
VERLEGEORT
Mommsenstr. 55

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
23.09.2016

GEBOREN
19.08.1893 in Berlin
BERUF
Ingenieur
DEPORTATION
am 23.09.1942 nach Theresienstadt
ERMORDET
06.02.1943 in Theresienstadt

Paul Stadthagen kam am 19. August 1893 in Berlin als Sohn des Justizrates Dr. Julius Stadthagen und seiner Frau Agnes geb. Jacobi (aus Hamburg) zur Welt. Julius Stadthagen war ein Bruder von Arthur Stadthagen, einem sozialdemokratischen Juristen und Reichstagsabgeordneten.
Er hatte drei Schwestern: Toni Bertha, geboren 1887, verheiratete Salomon, Lilli Dora, geboren 1891, verheiratete Rehfisch, und Erna, geboren 1888. Zwei Schwestern wurden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des Nationalsozialismus umgebracht.
Paul Stadthagen meldete sich 1914 freiwillig zum Militärdienst und erhielt 1915 bei der FEA 5 Hannover seine Flugzeugführerausbildung. Er wurde 1917 schwer verwundet und verbrachte mehrere Monate im Lazarett.
Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er in Berlin ein Studium im Fach Maschinenbau auf und arbeitete später als Ingenieur bei Siemens in Berlin. Er wohnte 1920 in der Hölderlinstraße 10 in Charlottenburg. Paul Stadthagen heiratete am 6. März 1920 in Berlin Luise Hildegard Berg und hatte einen Sohn, Stefan Julius Stadthagen, der als 17-jähriger 1939 nach England gelangte und später in Kanada lebte, wo er Modeschöpfer war. Die Ehe Paul Stadthagens wurde 1935 geschieden.
Zur Zeit der Volkszählung am 17. Mai 1939 wohnte Paul Stadthagen in der Mommsenstraße 55 als Untermieter bei Galewski. Er wurde 1941 festgenommen, aber nach dem Verweis auf seine Verdienste bei den Luftstreitkräften wieder freigelassen. Dennoch wurde er ein Jahr später, am 23. September 1942, mit 100 Menschen in einem verschlossenen Zugabteil vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt deportiert. Dort starb er nach fast fünf Monaten im Krankenhaus. Als Todesdatum wurde im erhaltenen Totenschein der 6. Februar 1943 genannt, als Todesursache eine Zellgewebseiterung.


Biografische Zusammenstellung

Wolfgang Scheuch (Prüm)

Weitere Quellen

Felix A. Theilhaber „Jüdische Flieger im Weltkrieg“ Berlin 1924; Flieger jüdischen Glaubens im Ersten Weltkrieg; Standesamtliche Urkunde; Archiv T