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Irma Smoschewer (geb. Brandt)

VERLEGEORT
Passauer Str.2

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
04.09.2018

GEBOREN
02.05.1898 in Posen / Poznań
DEPORTATION
am 12.07.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
Dezember 1944 in Auschwitz

Irma Smoschewer, geb. Brandt war die Tochter von Jakob Brandt (1856-1916) und Jettel Brandt, geb. Brzczinska (1856-1916). Sie wurde am 2. Mai 1898 in Posen (Poznan) in Polen geboren. Irma Smoschewer hatte noch drei Geschwister, Siegbert Salo Brandt (1891-unbekannt), verheiratet mit Klara Margarete Conrad (1893-1989), Albert Martin Brandt (1893-1962), ebenfalls verheiratet und Frieda Brandt (1895-1955). Frieda Brandt wird 1946 für ihre Schwester Irma und ihren Schwager Fritz Smoschewer einen Suchantrag beim American Joint Distribution Committee stellen. Im Dezember 1947 wird der Bruder Siegbert Brandt, in Jerusalem lebend, von der Jüdischen Gemeinde in Berlin über das Schicksal von Irma und Fritz Smoschewer informiert werden.
Über Irma Smoschewer geb. Brandt liegen bisher nur sehr wenige Angaben vor. So ist z.B. unbekannt, wann und aus welchem Grund sie nach Berlin kam. Es ist auch unbekannt, wie sie und Fritz Smoschewer sich kennenlernten. Beide heiraten am 24. Mai 1939 in Berlin. Zum Zeitpunkt der Volkszählung am 17. Mai 1939 war Irma Smoschewer geb. Brandt unter der Adresse Savignyplatz 6 als Untermieterin bei der Familie Slutzkis gemeldet. Im Zeitraum vor Mai 1939 hatte sie in der Passauer Str. 2 gewohnt. Ab wann das Ehepaar dann (wieder) gemeinsam in der drei Zimmer Wohnung mit Küche in der Passauer Str. 2 lebten, war bisher nicht zu ermitteln.
Laut der Deportationsliste ist Irma Smoschewer, geb. Brandt, Hauswirtschaftslehrerin gewesen. Vom 23. Juli 1941 bis zum 2. Februar 1943 war sie als „Handarb.“ bei den Siemens-Schuckertwerken AG in Berlin zwangsbeschäftigt.
Aus den Akten der „Vermögensverwertungsstelle“ geht hervor, dass „für Monat März 1943 für [die] noch versiegelte Wohnung des evakuierten Dr. Fritz Israel Smoschewer von der in der Wohnung verbliebenen Untermieterin Frau Dr. med. Justina Sara Bischofswerder RM 45.—für Miete an uns gezahlt worden sind. Frau Bischofswerder ist am 5. März 1943 evakuiert.“ Aus einer Abschrift des Deutschen Reichsanzeigers Nr. 115 vom 20. Mai 1943 ist zu entnehmen, dass das inländische Vermögen von „Smoschewer, Fritz Israel und Smoschewer, Irma Sara geb. Brandt“ zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen“ wurde.
Zwischen April und Oktober 1943 gab es mehrere Versuche, die Wohnung von Fritz und Irma Smoschewer zu räumen. Letztlich wurde die Wohnung am 15. November 1943 geräumt. In einem Schreiben vom Finanzamt Schöneberg an den Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg vom 12. Oktober 1943 wurde jenem mitgeteilt, dass Fritz Smoschewer und seine Frau „unter der angegebenen Adresse (Passauer Str. 2) nicht mehr zu ermitteln“ sei. „Nach Auskunft der Geh. Staatspolizei ist er mit seiner Ehefrau seit November 1942 flüchtig“.
Wo und unter welchen Umständen Irma Smoschewer geb. Brandt und ihr Mann sich im Zeitraum von November 1942 bis zu ihrer Deportation am 12. Juli 1944 von Berlin nach Auschwitz aufgehalten haben, ist nicht näher bekannt. Beide wurden mit dem 55. Osttransport deportiert. Dieser Transport „aus Berlin enthielt 31 Personen. 19 von ihnen hatten illegal gelebt, sowie eine Frau, die in die Niederlande geflüchtet und in Amsterdam aufgegriffen worden war. Bei der Ankunft in Auschwitz wurden nach einer "Selektion" 10 Männer und 6 Frauen als Häftlinge registriert, die auch Menschen aus anderen Städten erfasst haben kann. Es sind 4 Überlebende bekannt. Die übrigen Insassen des Transportes wurden in dem Lager getötet.“
„Der Tod der Eheleute Fritz Smoschewer und Irma Smoschewer geb. Brandt wurde in 1950 beim Standesamt I Berlin-West (heute Standesamt I in Berlin) unter den Sterbebuchnummern 2439/1950 und 2440/1950 nachbeurkundet. Die Beurkundung erfolgte seinerzeit aufgrund eines Antrages der Jüdischen Gemeinde zu Berlin an das Amt für Erfassung der Kriegsopfer in Berlin. Belegt wurde der Antrag mit einer eidesstattlichen Versicherung.“ Diese eidesstattliche Versicherung vom 3. März 1950 stammte vom Rechtsanwalt und Notar Dr. Hans Gumpert in Berlin. Er schrieb:“ Ich bin mit Herrn Dr. Smoschewer seit meiner Jugend eng befreundet gewesen und habe auch seine Ehefrau gut gekannt.“


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Biografische Zusammenstellung

Elke Beibler

Weitere Quellen

Sonderstandesamt Bad Arolsen
Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945, Reinbek bei Hamburg 1989, Seite 821f.