Direkt zum Inhalt
Skip to content Skip to navigation

Alex Stenschewski

Alex Stenschewski, 1921
Ehepaar Frieda und Alex Stenschewski, 1921
Stolperstein Alex Stenschewski © OTFW
VERLEGEORT
Falkenberger Str. 12

BEZIRK/ORTSTEIL
Pankow – Weißensee
VERLEGEDATUM
27.11.2018

GEBOREN
08.08.1894 in Rogasen / Rogoźno
BERUF
Kaufmann
DEPORTATION
am 04.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
11.08.1943 in Auschwitz

Alex wurde als zweiter von sechs Söhnen der Eheleute Henriette Brie und Lippman Stenschewski am 08.08.1894 in Rogasen (heute Polen) geboren. Er ist der Großvater von Herrn Alex Stenschewski, der an der Verlegung der Stolpersteine für seine Familie teilgenommen hat.

Alex wurde Kaufmann und führte in Lauenburg ein Herrenkonfektionsgeschäft in der Gerberstr. 4. Er hatte wohl einige Angestellte. Das Geschäft lief gut und befand sich in einem zweistöckigen Haus in der Gerberstraße / Ecke Stolperstraße 12, was ebenfalls Alex Stenschewski gehörte, und wo er mit seiner Familie wohnte.

Als Jude blieb Alex nicht von den Nazis verschont: Das Geschäft wurde 1938 von den Nazis geplündert. Alex wurde gezwungen, sein Geschäft aufzugeben. Der Besitz wurde enteignet. Die jüdische Familie musste ihre Wohnung verlassen und in die Stockturm Straße 2 umziehen. Unter dieser Adresse waren sie in Lauenburg bis 1939 eingetragen.

1940 flüchtete Alex mit seiner Frau Frieda, den Kindern Edith und Rudi und mit seiner Mutter Henriette aus Lauenburg nach Berlin. Dort wurden sie von der Familie seines Bruders Aron Adolf in der Hohenschönhauser Str. 84 aufgenommen. Die beiden Familien lebten zu zehnt in der 2-Zimmer Wohnung der Familie von Aron Adolf.

Am 3. Oktober 1942 wurde die Mutter Henriette Brie mit dem 3.Großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Ihren fünfjährigen Sohn Rudi brachten die Eltern Alex und Frieda am 3. Dezember 1942 in das Jüdische Krankenhaus in Berlin. Am 4. März 1943 wurde Alex und mit ihm seine Frau Frieda und seine Tochter Edith nach Auschwitz – Birkenau deportiert und ermordet.

Nur wenige Wochen später, am 17. Mai 1943, wurde der Bruder Aron Adolf mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Die Großfamilie Stenschewski umfasste über 50 Menschen. Weitere Brüder sowie Kusinen und Kusins von Alex Stenschewski lebten ebenfalls in Berlin. Bis auf Alex Sohn Egon, der Auschwitz überlebte und Kusin Arno, der 1936 nach Palästina emigrierte, wurden alle 1939 noch lebenden Familienmitglieder deportiert und ermordet.


Detaillierte Informationen zur Großfamilie Stenschewski können in den beigefügten Flyern nachgelesen werden. Stolpersteine für die Familie Isidor liegen in Berlin-Steglitz sowie für die Familie von Moritz in Cottbus. Ein Gedenkstein für Theodor befindet sich in Berlin-Spandau.
Die Recherche zur Biografie der Familie Stenschewski wurde mit Dokumenten aus Familienbesitz des Enkels von Alex Stenschewski vervollständigt

Biografische Zusammenstellung

Sabine Davids