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Rudi Stenschewski

Großmutter Henriette mit Rudi und Edith 1938, Foto: Familienbesitz
Rudi zwischen seinen Geschwistern Edith und Egon, 1939, Foto: Familienbesitz
Stolperstein Rudi Stenschewski © OTFW
VERLEGEORT
Falkenberger Str. 12

BEZIRK/ORTSTEIL
Pankow – Weißensee
VERLEGEDATUM
27.11.2018

GEBOREN
17.12.1937 in Lauenburg in Pommern / Lębork
DEPORTATION
am 05.09.1944 von Jüdisches Krankenhaus nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 04.10.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
Oktober 1944 in Auschwitz

Rudi wurde am 17.12.1937 in Lauenburg (heute Polen) geboren. Seine Eltern waren Alex Stenschewski und Frieda Jablonsky. Auch seine älteren Geschwister wurden in Lauenburg geboren: Der dreizehn Jahre ältere Bruder Egon am 31.07.1924 und die fast 10 Jahre ältere Schwester Edith am 26.5.1928.

Der Vater Alex führte in Lauenburg ein Herrenkonfektionsgeschäft in der Gerberstraße 4/ Ecke Stolperstraße 12. In diesem Haus wohnte die Familie auch.

Die Familie blieb nicht von den Schikanen der Nazis verschont: Das Geschäft wurde 1938 von den Nazis geplündert und musste aufgegeben werden. Der Besitz wurde enteignet. Die jüdische Familie musste ihre Wohnung räumen und in die Stockturm Straße 2 umziehen. Auch die verwitwete Schwiegermutter Henriette lebte im Haushalt der jungen Familie.

1940 verlässt die Familie ihre Heimatstadt Lauenburg. In Berlin wurde Rudi mit seinen Eltern Alex und Frieda sowie mit seiner Schwester Edith und der Großmutter Henriette Brie vom Bruder des Vaters - dem Onkel Aron Adolf - und seiner Familie aufgenommen. Fortan lebten in der 2-Zimmer-Wohnung in der Hohenschönhauserstr. 84 zehn Menschen.

Egon, der ältere Bruder von Rudi, ging direkt von Lauenburg in ein jüdisches Ausbildungslager nahe Berlin. Er wurde 1943 nach Auschwitz deportiert, überlebte aber den Holocaust.

Nachdem die Großmutter Henriette am 3. Oktober 1942 deportiert worden war, brachten die Eltern Frieda und Alex Stenschewski ihren fünfjährigen Rudi am 3. Dezember 1942 in das Jüdische Krankenhaus. Vielleicht hatten die Eltern die Hoffnung, ihren kleinen Sohn so retten zu können. Denn drei Monate später, am 4.März 1943, wurden Rudis Eltern Alex und Frida und seine Schwester Edith nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Rudi lebte noch fast zwei Jahre im Jüdischen Krankenhaus. Am 5. September 1944 wurde Rudi nach Theresienstadt und von dort im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Die Großfamilie Stenschewski umfasste über 50 Angehörige. Von diesen überlebte außer Rudis Bruder Egon lediglich ein Kusin seines Vaters, sein Onkel Arno, der 1934 mit seiner Ehefrau nach Palästina emigrierte.


Detaillierte Informationen zur Großfamilie Stenschewski können in den beigefügten Flyern nachgelesen werden. Stolpersteine für die Familie Isidor liegen in Berlin-Steglitz sowie für die Familie von Moritz in Cottbus. Ein Gedenkstein für Theodor befindet sich in Berlin-Spandau.
Die Recherche zur Biografie der Familie Stenschewski wurde mit Dokumenten aus Familienbesitz des Enkels von Alex Stenschewski vervollständigt

Biografische Zusammenstellung

Sabine Davids