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Resi Vera Stenschewski (geb. Binasch)

Stolperstein Resi Vera Stenschewski © OTFW
VERLEGEORT
Falkenberger Str. 12

BEZIRK/ORTSTEIL
Pankow – Weißensee
VERLEGEDATUM
27.11.2018

GEBOREN
12.09.1906 in Berlin
DEPORTATION
am 17.05.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
Mai 1943 in Auschwitz

Resi Vera Binasch wurde am 12.September 1906 in Berlin geboren. Sie heiratete Aron Adolf Stenschewski. Das junge Paar lebte zunächst nahe Stolp (heute Polen). Ihr erstes Kind Siegfried wurde am 22.10.1928 in Alt Jugelow, nahe Stolp geboren.
Kurz nach der Geburt von Siegfried zog die Familie nach Berlin. Hier kam am 12.07.1930 in Berlin Weißensee ihre Tochter Margot zur Welt. Zehn Jahre später wurde am 10.03.1940 Jonathan, geboren.

1935 lebte die Familie in Weißensee, Buschallee 80. Unter dieser Adresse war Resi Veras Ehemann Aron Adolf Stenschewski im Berliner Adressbuch mit der Berufsangabe „Kaufmann“ verzeichnet. Seit 1938 bis 1942 weist das Berliner Adressbuch die Anschrift Hohenschönhauser Str. 84, Weißensee aus. Aron Adolf wurde zunächst noch mit der Berufsbezeichnung „kaufmännischer Angestellter“, ab 1940 als „Arbeiter“ geführt.

1940 nahmen Resi Vera und Aron Adolf seinen Bruder Alex mit seiner Familie und die Mutter Henriette in ihrer 2-Zimmer-Wohnung auf. In der Hohenschönhauser Str. 84 lebten nun zehn Menschen unter einem Dach: 5 Erwachsene und 5 Kinder, vom Säugling bis 11 Jahre.

Resi Vera war ebenso wie ihr Mann Aron Adolf von der Reichsvereinigung der Juden als Friedhofswarte angestellt. Sie arbeiteten auf dem Friedhof der Addass-Jisroel-Gemeinde in der Wittlicher Straße, Abteilung Bestattungswesen. Im September 1941 konnte Resi Vera mit ihrer Familie dort zwei Räume im Verwaltungsgebäude des Friedhofs der Adass-Jisroel-Gemeinde beziehen. Die Familie ihres Schwagers Alex konnte in der Hohenschönhauser Str. 84 bleiben - bis zur Deportation. Die Großmutter Henriette wurde am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, der Onkel Alex, Tante Frieda und Kusine Edith am 4. März 1943 nach Auschwitz.

Nur wenige Wochen später , am 14. Mai 1943, mussten Resi Vera und alle Familienangehörigen eine Vermögenserklärung ausfüllen - auch für jedes Kind, sogar für den knapp dreijährigen Jonathan. Das war die ankündigung der unmittelbar bevorstehenden Deportation.
Das aufgeführte "Vermögen" bestand aus wenigen, überwiegend schadhaften Möbelstücken und Hausrat.

Am 17.05.1943 wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet:
Resi Vera Binasch, 36 Jahre alt (* 12.09.1906 )
Aron Adolf Stenschewski, 45 Jahre alt (*12.11.1897 )
ihr Sohn Siegfried, 14 Jahre alt (*22.10.1928 )
ihre Tochter Margot, 12 Jahre alt (*12.07.1930 )
ihr Sohn Jonathan, 3 Jahre alt (*10.03.1940 )

Die Großfamilie Stenschewski umfasste über 50 Menschen. Viele von ihnen lebten ebenfalls in Berlin. Nur Resi Veras Neffe Egon überlebte und ein Kusin ihres Ehemannes, Arno Stenschewski, der mit seiner Ehefrau Auguste1934 nach Palästina emigrierte. Alle anderen 1939 noch lebenden Angehörigen wurden deportiert und ermordet.


Detaillierte Informationen zur Großfamilie Stenschewski können in den beigefügten Flyern nachgelesen werden. Stolpersteine für die Familie Isidor liegen in Berlin-Steglitz sowie für die Familie von Moritz in Cottbus. Ein Gedenkstein für Theodor befindet sich in Berlin-Spandau.
Die Recherche zur Biografie der Familie Stenschewski wurde mit Dokumenten aus Familienbesitz des Enkels von Alex Stenschewski vervollständigt

Biografische Zusammenstellung

Sabine Davids