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Alice Rosenstock

VERLEGEORT
Begasstraße 2

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
09.08.2019

GEBOREN
17.03.1883 in Berlin
BERUF
Angestellte
DEPORTATION
am 13.01.1942 nach Riga
ERMORDET
Januar 1942 in Riga

Alice Rosenstock kam am 17. März 1883 in Berlin als Tochter von Sebi Rosenstock und seiner Frau Cäcilie, geb. Isaac, zur Welt. Sie hatte zwei Brüder und zwei Schwestern.
Alice Rosenstock blieb ledig und arbeitete als Angestellte. Ihr älterer Bruder Gottlieb Georg Rosenstock (geboren am 18. November 1879) war musikalisch begabt und wurde Orchestermeister. Der Bruder Theodor David Marcus (geboren am 7. Februar 1885) starb am 8. Oktober 1915 als Soldat in Warschau.
Alices jüngste Schwester Charlotte Ulrika, geboren am 26. Oktober 1889, heiratete am 5. Dezember 1912 den nichtjüdischen Kaufmann Ludwig Abelt. Am 19. März 1917 kam ihre Tochter Gerda in Berlin auf die Welt, ein Sohn Fritz wurde auch geboren. Die Familie wohnte 1922 am Hansaufer 5 im Gartenhaus, 1930 in der Wittelsbacherstraße 16. Dann zog die Familie nach Saarbrücken, wo Ludwig Abelt am 20. März 1887 geboren worden war. Dort wohnte die Familie in der Petersbergstraße 79. 1939 ließ sich Ludwig Abelt von Charlotte Ulrika Abelt scheiden.
Ende der 1930er-Jahre heiratete Gerda Abelt den jüdischen Berliner Heinz Meyer, geboren am 29. Juni 1915. Bei der Volkszählung 1939 waren sie bereits verheiratet, wohnten aber nicht zusammen: Heinz Meyer wohnte als Untermieter in der Alten Jacobstraße 20/21 und seine Frau Gerda wohnte mit ihrer Mutter Charlotte Ulrika Abelt und deren Schwester Alice Rosenstock in Schöneberg in der Begasstraße 7 (heute 2). Dort kam Gerdas Tochter Tana am 8. Mai 1940 zur Welt.
Am 13. Januar 1942 wurde Alice Rosenstock nach Riga deportiert und dort unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet. Gerda Meyer wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ihre Tochter Tana wurde zunächst von der Großmutter Charlotte Ulrika betreut, bis diese auch deportiert werden sollte. Daraufhin wurde Tana von Verwandten der Freundin ihres Onkels Fritz, Anneliese Dörr, versteckt. Diese Familienangehörigen wohnten in der Gegend von Heidelberg/Mannheim.
Als Tanas Großmutter feststellte, dass sie ganz alleine in Berlin verblieben war, wurde Tana wieder nach Berlin gebracht. Weil die Deportation von Charlotta Ulrika Abelt kurz bevorstand, wurde Tana in ein jüdisches Kinderheim gebracht. Charlotta Ulrika Abelt wurde am 11. Januar 1944 nach Theresienstadt deportiert, Tana folgte ihr am 10. März 1944 von der Sammelstelle Iranische Straße 2 aus nach Theresienstadt; da war sie noch keine vier Jahre alt. Dort wurde Tana von ihrer Großmutter gefunden. Beiden gelang es zu überleben. Großmutter und Enkelin wanderten nach Schweden aus, wo die ältere Schwester von Charlotte, Gretchen Rebekka Bendix, geb. Rosenstock, lebte.


Biografische Zusammenstellung

Angelika Hermes und MTS

Weitere Quellen

Tana Ross,, Angehörige
Volkszählungsdaten 1939,
www.statistik-des-holocaust.de - Deportationslisten
Adressbuch der Stadt Saarbrücken
StA Berlin VI Nr. 972/1912