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Hedda Hopsdal (geb. Gerson)

VERLEGEORT
Geisbergstr. 34

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
13.07.2019

GEBOREN
19.10.1893 in Berlin
FLUCHT
Fluchtversuch nach Schweden - an der Grenze zu Dänemark verhaftet , 26.11.1943
DEPORTATION
am 26.11.1943 nach Ravensbrück
ERMORDET
in Ravensbrück

Hedda Hopsdal, geborene Gerson, wurde am 19. Oktober 1893 in Berlin geboren. In erster Ehe war sie bis zu dessen Tod 1928 mit dem deutschen Juristen Dr. Walter Kaskel, geboren 1882, verheiratet. Mit ihm hatte sie eine Tochter namens Lotte Kaskel, geboren am 26. November 1917.

Im Frühjahr 1939 heiratete sie den Norweger Conrad Hopsdal, mit dem zusammen sie in der Geisbergstraße 34 lebte.

Mit einer Ausreisegenehmigung versuchte sie, nach Norwegen zu emigrieren, konnte aber Berlin wegen einer Krankheit nicht verlassen. Danach bekam sie keine weitere Ausreisegenehmigung mehr. Aufgrund der formal genehmigten Ausreisegenehmigung von Hedda Hopsdal wurde jedoch lange davon ausgegangen, dass sie emigriert war.

Ab Oktober 1941 war Juden generell die Ausreise aus dem Deutschen Reich verboten.

Ein weiterer Umstand machte eine Flucht nach Norwegen unmöglich: Vidkun Quisling, Ministerpräsident von Norwegen, ein Antisemit und Mitglied der faschistischen Nasjonal Samling, führte das alte Aufenthaltsverbot für Juden in Norwegen, das 1851 aufgehoben worden war, im März 1942 wieder ein. Juden wurden zu unerwünschten Personen erklärt.

Hedda Hopsdal unternahm im Juni 1943 einen Fluchtversuch, um zu ihrer Tochter Lotte nach Schweden zu gelangen. Die Flucht scheiterte jedoch mit ihrer Festnahme durch die Gestapo in Warnemünde. Hedda Hopsdal war einem Schleuser aufgesessen, der sie an die Gestapo verraten hatte. Sie wurde daraufhin in das Konzentrationslager Ravensbrück überführt, wo sie im Oktober 1944 ums Leben kam.

Was mit ihrem Ehemann Conrad Hopsdal geschah, bleibt im Dunkeln.


Biografische Zusammenstellung

Koordinierungsstelle Stolpersteine im Museum Tempelhof-Schöneberg

Weitere Quellen

Claudia Schoppmann: Das war doch jenseits jeder menschlichen Vorstellungskraft:
Hilfe für verfolgte Juden im deutsch besetzen Norwegen 1940-1945