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Franziska Born (geb. Heine)

Franziska Born mit ihrer Enkelin Ursula Bild: Familienbesitz
Stolperstein Franziska Born Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
VERLEGEORT
Kantstr. 78

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
16.03.2018

GEBOREN
03.04.1871 in Neubrandenburg
DEPORTATION
am 18.05.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 18.05.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
1944 in Auschwitz

Franziska Born, geb. Heine, kam am 3. April 1871 in Neubrandenburg als Tochter von Hermann und Johanna Heine zur Welt. Sie war die jüngste von vielen Geschwistern, die oder deren unmittelbare Nachkommen ebenfalls Opfer des Holocaust wurden.
Max Born hat sie recht spät geheiratet und sie war mit 35 Jahren bereits Witwe. Nach der Eheschließung zog das Paar nach Rügen, wo ihr Sohn Hermann geboren wurde, danach nach Stralsund, wo Sohn Willy und Tochter Lotte zur Welt kamen.
Viel später, als Max Born längst verstorben war und ihre Söhne bereits geheiratet hatten, zog die Witwe mit ihrer Tochter nach Berlin. Dort hießen die Stationen Joachim-FriedrichStraße, Stuttgarter Platz und schließlich Kantstraße 78 in Charlottenburg, wo sie bis zu ihrer Deportation bei ihrem Sohn Willy, dessen Frau Elly und Enkeltochter Ursula lebte.
Franziska Born war eine sehr starke Frau, die tapfer ihre drei Kinder in äußerst bescheidenen Verhältnissen großzog, die recht belesen war und sich in Stralsund in den 1920er-Jahren politisch im liberalen Lager engagierte. Ihre Enkelin Ursula Böer, die sehr an ihrer Großmutter hing, erinnert sich, dass diese ihr ständig vorlas und dabei strickte.
Als die Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Gewaltregime immer bedrohlicher wurden und die Familie über eine mögliche Flucht sprach, sagte Franziska Born zu ihrer Schwiegertochter Elly: „Ich bin alt und was mit mir geschieht, ist nicht wichtig. Die Hauptsache ist, dass meine drei Kinder überleben“.
Sie wurde am 18. Mai 1943 nach Theresienstadt, dem sogenannten „Paradies“ unter den Konzentrationslagern, deportiert. Genau ein Jahr später – also am 18. Mai 1944 -wurde Franziska Born nach Auschwitz weiter verschleppt und dort ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
Ihre drei Kinder überlebten: Sohn Hermann emigrierte 1935 mit Frau und Tochter nach Argentinien, Tochter Lotte musste 1938 nach Shanghai fliehen und starb fast 100-jährig in den USA. Sohn Willy überlebte mit seiner Frau Elly und Tochter Ursula den Krieg in der Kantstraße 78 und konnte am 10. Juli 1945 in der Kantstraße 83, also nur fünf Häuser entfernt, eine Buchhandlung eröffnen.


Dieser Stolperstein wurde am 16.3.2018 im Beisein der Enkelin, Ursula Böer, verlegt, die ihn auch gespendet hat.

Biografische Zusammenstellung

Ursula Böer