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Siegfried Simon Hirschfeld

Stolperstein Siegried Simon Hirschfeld, Foto: OTFW
Felicitas, Joachim und Edith Hirschfeld, Foto: Familienbesitz
Siegfried und Rosa Hirschfeld, Foto: Familienbesitz
Siegfried Hirschfeld, Foto: Familienbesitz
Stoffhandelshaus in Köslin, Foto: Familienbesitz
Rede von Enkelin Ilana Ruth Heilfron, Seite 1
Rede von Enkelin Ilana Ruth Heilfron, Seite 2
Rede von Enkelin Ilana Ruth Heilfron, Seite 3
VERLEGEORT
Uhlandstr. 40

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
04.12.2019

GEBOREN
16.06.1873 in Krojanke / Krajenka
DEPORTATION
am 25.09.42 nach Theresienstadt
ERMORDET
13.10.1942 in Theresienstadt

Siegfried Simon Hirschfeld wurde am 16. Juni 1873 in Krojanke in der damaligen preußischen Provinz Westpreußen geboren (heute Krajenka in der Woiwodschaft Großpolen, Województwo Wielkopolskie). Seine Familie besaß in Köslin (heute Koszalin) ein Handelsgeschäft für Stoffwaren.
In Köslin lernte er wohl auch Rosa Fraenkel kennen, die er später heiratete. Das Ehepaar hatte drei Kinder, Joachim, Edith und Felicitas Ruth, die alle in Köslin geboren wurden.
Wann die Familie nach Berlin kam, ist nicht bekannt. Sie wohnte in der Uhlandstraße 40. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten floh der Sohn Joachim nach Paris und von dort nach Palästina. Die Tochter Edith konnte ebenfalls mit Hilfe ihres ersten Mannes nach Palästina fliehen. Die jüngere Tochter Felicitas Ruth wurde zusammen mit ihrem Mann Ulrich Heinz Wollstein nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Für sie wurden am 7. Oktober 2020 Stolpersteine in der Meinekestraße 22 verlegt.
Die Eltern Hirschfeld wurden – nachdem die Tochter Felicitas mit ihrem Ehemann in die Meinekestraße 22 gezogen und die beiden anderen Kinder geflohen waren – zwangsweise aus ihrer Wohnung vertrieben und in eine sogenannte „Judenwohnung“ in der Lietzenburger Straße 7 eingewiesen.
Siegfried Simon Hirschfeld wurde zusammen mit seiner Frau Rosa und 98 weiteren jüdischen Berlinerinnen und Berlinern am 25. September 1942 mit dem „67. Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert.

Er überlebte die unsäglichen hygienischen Verhältnisse, Mangelernährung und die allgemein lebensfeindlichen Bedingungen dort nur knapp drei Wochen und starb am 13. Oktober 1942. Die Todesfallanzeige nennt eine Reihe von Erkrankungen und als Todesursache „Darmkatarrh“. Man weiß aber, dass mit diesen Eintragungen häufig die wahren Todesursachen verschleiert wurden.
Seine Frau Rosa wurde am 16. Mai 1944 weiter in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.


Dieser Stolperstein wurde am 4. Dezember 2019 im Beisein etlicher Familienangehöriger aus Berlin und Israel verlegt. Er wurde von der Enkelin Ilana Ruth Heilfron initiiert und gespendet.

Biografische Zusammenstellung

Gisela Morel-Tiemann nach Angaben von Ilana Ruth Heilfron