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Alice Kohn (geb. Rosenberger)

Die drei Stolpersteine für die Familie Kohn/ Buggestraße 21, Foto: Klehmet
Foto von Alice Kohn aus dem Pass. Foto: Steve Kolm
VERLEGEORT
Buggestraße 21

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Steglitz
VERLEGEDATUM
24.03.2021

GEBOREN
27.02.1903 in München
BERUF
keine Angaben
FLUCHT
Mai 1933
ÜBERLEBT

Alice Kohn geb. Rosenberger wurde am 27. Februar 1903 in München geboren.
Ihre Eltern waren der Kaufmann Moritz Rosenberger und Ehefrau Amalie, geb. Roos. Alice hatte einen jüngeren Bruder Ludwig, geb. 1904, der bereits 1926 nach Jerusalem auswanderte und später in die USA ging. Er starb 1987 in Chicago. Zur Zeit der Geburt der Kinder lebte die Familie Rosenberger in der Münchner Hans Sachs Straße. Erst nach Ludwigs Emigration und Alices Heirat zogen Moritz und Amalie Rosenberger in die Tengstraße.
Moritz Rosenberger starb am 6. Januar 1934 in München. Seine Frau Amalie wohnte danach in München zur Untermiete, bis sie 1936 in Marienbad gemeldet war. Auch sie konnte in die USA emigrieren und starb 1957 in Virginia.
Über eine Berufsausbildung von Alice ist nichts bekannt. In der Heiratsanzeige heißt es, sie sei „ohne Beruf“ gewesen.
Die Passagierliste des Dampfers „Ohio“ dokumentiert, dass sie 20jährig allein (in der 1. Klasse) nach New York reiste. Die Motive für diese Reise sind unbekannt, ebenso wann sie wieder nach München in ihr Elternhaus zurückkehrte.
Später wird sie sich um den 2 Jahre nach der Hochzeit geborenen Sohn Erwin und im Übrigen um den Haushalt gekümmert haben.
Ihr gemeinsames Kind Erwin Kohn wurde am 30. September 1930 in Berlin geboren.
Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde es Isidor Kohn klar, dass er und seine Familie in Deutschland keine Zukunft haben und die Verhältnisse sich schnell verschlechtern würden. Vom Bankvorstand wurde er als Jude sofort degradiert und sollte in eine Zweigstelle weit außerhalb Berlins versetzt werden. Er beschloss, mit seiner Familie das Land zu verlassen.
Die Pässe zur Ausreise wurden schon am 8. Mai 1933 ausgestellt. Die erste Station ihrer langen Reise war Dänemark, wo er die Unterstützung eines Milchbauern erfuhr, den er durch seine Banktätigkeit kennen gelernt hatte.
Von Dänemark reiste die Familie zu einem nicht bekannten Zeitpunkt in die Tschechoslowakei weiter, um dann 1936 endgültig in die USA auszureisen.
Am 31. Dezember 1936 änderten sie in New York ihre Namen um in Walter, Alice und Henry Kolm.
Letztendlich ließ sich die Familie in Richmond /VA nieder. Ein Cousin Walters vermittelte ihm dort einen Job im örtlichen Kino, wo er von nun an als Buchhalter arbeitete.


Biografische Zusammenstellung

Karin Sievert, Initiative Charlottenburg Wilmersdorf