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Riekel (Frieda) Sittenfeld (geb. Herzberg)

Stolperstein Riekel Sittenfeld © OTFW
VERLEGEORT
Baseler Str. 13

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Lichterfelde
VERLEGEDATUM
03.06.2021

GEBOREN
12.06.1862 in Przelaika
DEPORTATION
am 08.09.1942 von Berlin nach Theresienstadt
ERMORDET
08.10.1942 in Theresienstadt

Riekel Sittenfeld, genannt Frieda, wurde am 12. Juni 1862 im oberschlesischen Przelaika bei Beuthen als Riekel Herzberg geboren. Ihre jüngere Schwester Rosalias kam am 2. August 1867 zur Welt.
Im Jahr 1884 heiratete Frieda den Kaufmann Max Sittenfeld. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Der Sohn Willy Sittenfeld, geboren am 8. Januar 1886, starb am 15. Mai 1919 und wurde auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt. Die Tochter Margarete, verheiratete Michelson, geboren am 5. September 1888, hatte zwei Töchter und emigrierte nach London. Der Sohn Kurt Sittenfeld, geboren am 26. Mai 1897, emigrierte nach Quito in Equador und arbeitete dort als Dentist. Er war verheiratet, blieb aber kinderlos.
Am 1. August 1936 starb Friedas Mann Max. Nach der Emigration ihres jüngsten Sohnes Kurt blieb seine Mutter im Altersheim zurück. Er hinterließ ihr Mittel zur Bezahlung, außerdem wurde die Rente von Frieda Sittenfeld und ihrem Mann zur Bezahlung der monatlichen Miete in Höhe von 50 RM verwandt. Einen Beruf hatte Frieda Sittenfeld nicht erlernt, hat aber laut ihrem Sohn als Handarbeitslehrerin gearbeitet.
Entsprechend einer Bescheinigung der Jüdischen Gemeinde vom 7. Dezember 1956 hat sie in der Baseler Str. 13 gewohnt. Allerdings konnte nicht ermittelt werden, wie lange sie dort wohnte, bis sie vermutlich spätestens bis zur Räumung des Hauses im November 1941 in die Altersheimabteilung des Blinden- und Taubstummenheims in der Parkstraße 22 umziehen musste.
Frieda Sittenfeld musste am 2. September 1942 eine Vermögenserklärung unterschreiben und wurde am 8. September über das Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 mit dem „56. Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Laut Sterbeurkunde starb sie dort am 8. Oktober 1942.


Eine Darstellung der Geschichte des Israelitischen Lehrerinnenheims wurde von Dr. W. Reinicke in der Zeitschrift des Steglitzer Heimatmuseums 1999 veröffentlicht und kann in dem beigefügten Dokument nachgelesen werden (in: Steglitzer Heimat 2/1999, S. 22-25.)

Biografische Zusammenstellung

Andrea Lemke