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Betty Lenz (geb. Blumenthal)

Stolperstein für Betty Lenz. Copyright: MTS
Betty Lenz. Copyright: LABO Berlin
VERLEGEORT
Belziger Str. 39

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
26.03.2010

GEBOREN
11.02.1870 in Treptow a. d. Rega / Trzebiatów
BERUF
Schneiderin
DEPORTATION
am 21.01.1944 nach Theresienstadt
ÜBERLEBT

Betty Lenz, geb. Blumenthal, wurde am 11. Februar 1870 in Treptow a.d. Rega in Westpommern (heute: Trzebiatów/Polen) geboren. Sie war gelernte Schneiderin. Im Jahr 1893 heiratete sie den „Arier“ Robert Lenz, der aber bereits im September 1899 verstarb. Aus der Ehe ging ein Kind hervor, das nicht im jüdischen Glauben erzogen wurde.

Über vier Jahrzehnte ihres Lebens wissen wir nichts. In den 1940er Jahren lebte sie aber dann etwa acht Monate in der Belziger Straße 39 in Berlin-Schöneberg, Vorderhaus, in der 2-Zimmer-Wohnung des Musikers Richard London (*1883), in der auch Margarete Graetz (s. dort) wohnte. London überlebte vermutlich, weil seine Frau Martha „Arierin“ war. Er wohnte bis zu seinem Tod im Jahre 1963 in dieser Wohnung.

Drei Wochen vor ihrem 74. Geburtstag, am 21. Januar 1944, wurde Betty Lenz nach Theresienstadt deportiert. Fünfzehn Monate lang musste sie in Theresienstadt leben und wurde schließlich im April 1945 mit über 75 Jahren zusammen mit anderen Ghettobewohnern befreit. Ob sie Margarete Graetz, die ebenfalls nach Theresienstadt deportiert wurde, dort getroffen und mit ihr zusammen das Ghetto wieder verlassen hat, ist nicht bekannt. In den Fünfziger Jahren lebte sie in Berlin in der Willibald-Alexisstraße 28. Ob Betty Lenz dort auch verstarb, ist nicht unbekannt.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Anne Meckel auf der Grundlage wesentlicher Vorarbeiten von Hannelore Emmerich