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Dr. Richard Kuenzer

Stolperstein für Richard Kuenzer © OTFW
VERLEGEORT
Wilhelmstr. 92

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
09.11.2021

GEBOREN
06.09.1875 in Freiburg im Breisgau
BERUF
Jurist
VERHAFTET
am 05.07.1943 in Berlin
DEPORTATION
im Februar 1944 in das KZ Ravensbrück
HINGERICHTET
23.04.1944 in Gefängnis Berlin-Moabit

Der Jurist Richard Kuenzer, geboren am 06. September 1875, tritt 1904 in das Auswärtige Amt ein und übernimmt verschiedene Auslandsposten. 1919 kehrt er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und nimmt seine diplomatische Tätigkeit wieder auf, 1923 wird er in den vorläufigen Ruhestand versetzt. Kuenzer, der dem linken Flügel der Zentrumspartei angehört, ist bis 1927 Mitherausgeber der Zentrumszeitung „Germania“. Er engagiert sich für eine Verständigung mit Polen und Frankreich und ist im „Friedensbund Deutscher Katholiken“ aktiv. Als bekennender Katholik steht er dem NS-Regime von Anfang an kritisch gegenüber. Er hat Kontakt zu verschiedenen Widerstandskreisen und nimmt an den Treffen bei Johanna Solf teil. 1940/41wird er kurzzeitig beauftragt, für das Auswärtige Amt verschiedene Kurierreisen zu unternehmen, die er dazu nutzt, den Kontakt zu dem im Schweizer Exil lebenden Joseph Wirth aufrecht zu erhalten. Zudem sondiert Kuenzer Fluchtmöglichkeiten für verfolgte Juden. Am 5. Juli 1943 wird er festgenommen und noch am 23. April 1945 von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamtes in der Nähe des Gefängnisses Lehrter Straße in Berlin erschossen.


Biografische Zusammenstellung

© Gedenkstätte Deutscher Widerstand