Rosa Ingwer geb. Gabriel

Verlegeort
Boxhagener Str. 119
Historischer Name
Boxhagener Str. 118
Bezirk/Ortsteil
Friedrichshain
Verlegedatum
02. Juni 2016
Geboren
10. März 1894
Deportation
am 03. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolperstein Rosa Ingwer © Koordnierungsstelle Stolpersteine Berlin
    Stolperstein Rosa Ingwer © Koordnierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolperstein Rosa Ingwer © Koordnierungsstelle Stolpersteine Berlin

  • Stolpersteine Familie Ingwer © Koordnierungsstelle Stolpersteine Berlin
    Stolpersteine Familie Ingwer © Koordnierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolpersteine Familie Ingwer © Koordnierungsstelle Stolpersteine Berlin

Rosa Gabriel wurde am 10. März 1894 in Schulitz im damaligen Posen in eine jüdische Familie geboren. Kaum etwas ist über ihr Leben bekannt. Wann und unter welchen Umständen sie nach Berlin gekommen ist, wird nicht zu rekonstruieren sein. Ob sie allein oder mit ihrer Familie kam, wird ebenfalls nicht zu ermitteln sein, da der Familienname Gabriel sehr häufig ist. <br />
<br />
Fest steht, dass sie im Jahr 1922 den 17 Jahre älteren Simon Ingwer heiratete, der schon zwei erwachsene Söhne hatte und dessen dritte Frau sie wurde. Das Paar zog in die Boxhagener Straße 118 und lebte in einer gutbürgerlichen 3-Zimmer-Wohnung. Laut Angabe ihres späteren Sohnes Kurt war Rosa Hausfrau. Ihr Mann Simon arbeitete als Kaffeeröster bei Hertie. <br />
Im Jahr 1923 gebar Rosa ihren ersten Sohn Kurt, vier Jahre später sollte der zweite Sohn, Günther, folgen. Rosa und ihre Familie werden die sich immer schärfer gegen Juden wendende Politik mit Sorgen und Angst betrachtet haben. Ihr Mann Simon wurde entlassen und zur Zwangsarbeit bei der Berliner Müllabfuhr eingezogen. Ihr Sohn Kurt musste im Jahr 1938 als 15-Jähriger die Mittelschule verlassen und Zwangsarbeit in einer Möbellackiererei leisten. Als Mutter wird sie seine Entscheidung, Deutschland zu verlassen und im März 1940 nach Palästina zu fliehen, mitverfolgt und eventuell auch mitbestimmt haben. <br />
<br />
Wir wissen nicht, warum sie und ihr Mann sich nicht dazu entschlossen haben, ebenfalls zu fliehen. Vermutlich hatten die Eheleute schlicht nicht die finanziellen Möglichkeiten dazu. <br />
Fest steht, dass Rosa und ihre Familie bis zur "Fabrikaktion" Ende Februar 1943 in Berlin gelebt haben. Es ist davon auszugehen, dass ihr Mann Simon zu Zwangsarbeit in einem kriegswichtigen Unternehmen herangezogen wurde, denn sonst wäre die Familie schon früher deportiert worden. Ende Februar 1943 ist verbucht, dass Simon und ihr Sohn Günther im Sammellager Levetzowstraße festgehalten wurden, während sie am 24. Februar 1943 in das Sammellager im ehemaligen Tanzlokal Clou in der Mauerstraße in Berlin-Mitte gebracht wurde. Vermutlich waren Simon und Günther auf der Straße aufgegriffen worden, da dies während der Fabrikaktion oft geschah und Rosa daraufhin zu Hause ergriffen. <br />
<br />
Neun Tage später, am 3. März 1943, wurde Rosa im "33. Osttransport" nach Auschwitz deportiert. Ihr Mann Simon und ihr Sohn Günther befanden sich im selben Transport, wir wissen aber nicht, ob die Familienmitglieder sich noch gesehen haben, da die beiden Männer aus der Levetzowstraße kamen und knapp 1800 Menschen in diesem Transport waren. Da die Familienmitglieder nicht als Häftlinge registriert wurden, ist davon auszugehen, dass Rosa und ihre Familie direkt nach der Ankunft in den Gaskammern von Auschwitz ermordet wurde.

Rosa Gabriel wurde am 10. März 1894 in Schulitz im damaligen Posen in eine jüdische Familie geboren. Kaum etwas ist über ihr Leben bekannt. Wann und unter welchen Umständen sie nach Berlin gekommen ist, wird nicht zu rekonstruieren sein. Ob sie allein oder mit ihrer Familie kam, wird ebenfalls nicht zu ermitteln sein, da der Familienname Gabriel sehr häufig ist.

Fest steht, dass sie im Jahr 1922 den 17 Jahre älteren Simon Ingwer heiratete, der schon zwei erwachsene Söhne hatte und dessen dritte Frau sie wurde. Das Paar zog in die Boxhagener Straße 118 und lebte in einer gutbürgerlichen 3-Zimmer-Wohnung. Laut Angabe ihres späteren Sohnes Kurt war Rosa Hausfrau. Ihr Mann Simon arbeitete als Kaffeeröster bei Hertie.
Im Jahr 1923 gebar Rosa ihren ersten Sohn Kurt, vier Jahre später sollte der zweite Sohn, Günther, folgen. Rosa und ihre Familie werden die sich immer schärfer gegen Juden wendende Politik mit Sorgen und Angst betrachtet haben. Ihr Mann Simon wurde entlassen und zur Zwangsarbeit bei der Berliner Müllabfuhr eingezogen. Ihr Sohn Kurt musste im Jahr 1938 als 15-Jähriger die Mittelschule verlassen und Zwangsarbeit in einer Möbellackiererei leisten. Als Mutter wird sie seine Entscheidung, Deutschland zu verlassen und im März 1940 nach Palästina zu fliehen, mitverfolgt und eventuell auch mitbestimmt haben.

Wir wissen nicht, warum sie und ihr Mann sich nicht dazu entschlossen haben, ebenfalls zu fliehen. Vermutlich hatten die Eheleute schlicht nicht die finanziellen Möglichkeiten dazu.
Fest steht, dass Rosa und ihre Familie bis zur "Fabrikaktion" Ende Februar 1943 in Berlin gelebt haben. Es ist davon auszugehen, dass ihr Mann Simon zu Zwangsarbeit in einem kriegswichtigen Unternehmen herangezogen wurde, denn sonst wäre die Familie schon früher deportiert worden. Ende Februar 1943 ist verbucht, dass Simon und ihr Sohn Günther im Sammellager Levetzowstraße festgehalten wurden, während sie am 24. Februar 1943 in das Sammellager im ehemaligen Tanzlokal Clou in der Mauerstraße in Berlin-Mitte gebracht wurde. Vermutlich waren Simon und Günther auf der Straße aufgegriffen worden, da dies während der Fabrikaktion oft geschah und Rosa daraufhin zu Hause ergriffen.

Neun Tage später, am 3. März 1943, wurde Rosa im "33. Osttransport" nach Auschwitz deportiert. Ihr Mann Simon und ihr Sohn Günther befanden sich im selben Transport, wir wissen aber nicht, ob die Familienmitglieder sich noch gesehen haben, da die beiden Männer aus der Levetzowstraße kamen und knapp 1800 Menschen in diesem Transport waren. Da die Familienmitglieder nicht als Häftlinge registriert wurden, ist davon auszugehen, dass Rosa und ihre Familie direkt nach der Ankunft in den Gaskammern von Auschwitz ermordet wurde.