Dr. Josef Löbel

Verlegeort
Budapester Str. 11
Bezirk/Ortsteil
Tiergarten
Verlegedatum
2006
Geboren
22. April 1882
Beruf
Arzt und Schriftsteller
Flucht in den Tod
20. Mai 1942 in Prag
  • Josef Löbel © OTFW
    Josef Löbel © OTFW

    Josef Löbel © OTFW

Der Arzt und Schriftsteller Dr. med. Josef Löbel wurde am 22. April 1882 in Kronstadt in Österreich-Ungarn (heute: Brașov / Rumänien) geboren. Er war zeitweilig als Schiffsarzt sowie als Militärarzt der österreichischen Armee tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1919 tschechoslowakischer Staatsbürger. Mit seiner Frau Leontine (geb. Glücklich, *12. August 1886 in Galatz (Galați)) hatte er zwei Söhne: Karl Gustav kam am 17. Dezember 1911 in Berlin zur Welt, Peter am 3. Januar 1913 in Wien. Von 1919 bis 1933 lebte Josef Löbel mit seiner Familie in Berlin, zuletzt in der Paulsborner Straße 1 in Wilmersdorf. In den Berliner Telefonbüchern jener Jahre ist als Anschrift die Budapester Straße 13 angegeben. Während der Sommermonate Mai bis September war er im böhmischen Franzensbad als Kurarzt tätig. In der übrigen Zeit betätigte er sich in erster Linie schriftstellerisch. Er war ärztlicher Mitarbeiter des Ullstein-Verlags, schrieb für die BZ am Mittag, Uhu und die Berliner Illustrierte sowie einige Provinzzeitungen. Für verschiedene Verlage (u.a. Theodor Knaur, Berlin und Gretlein Verlag & Co., Leipzig) verfasste er populärwissenschaftliche Bücher wie das Gesundheits-Lexikon und „Danke, gut“. Er war mit dem Verleger Heinz Ullstein befreundet, der ihn nach eigenen Angaben zum Schreiben animiert hatte. 1959 schrieb Heinz Ullstein an Josef Löbels Sohn Karl: „Ihr Vater ist, was die schriftstellerische Arbeit über medizinische Fragen in Zeitungen betrifft, heute noch nicht ersetzt worden und wird wohl auch nie ersetzt werden können. Er war einmalig.“ <br />
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Im September 1933 emigrierte Josef Löbel mit seiner Frau nach Wien und nach dem Einmarsch der Nazis 1938 nach Prag. Seine Söhne konnten rechtzeitig nach England fliehen. Am 12. Februar 1942 wurde seine Frau von Prag nach Theresienstadt deportiert und von dort am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Josef Löbel nahm sich am 20. Mai 1942 in Prag das Leben. <br />

Der Arzt und Schriftsteller Dr. med. Josef Löbel wurde am 22. April 1882 in Kronstadt in Österreich-Ungarn (heute: Brașov / Rumänien) geboren. Er war zeitweilig als Schiffsarzt sowie als Militärarzt der österreichischen Armee tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1919 tschechoslowakischer Staatsbürger. Mit seiner Frau Leontine (geb. Glücklich, *12. August 1886 in Galatz (Galați)) hatte er zwei Söhne: Karl Gustav kam am 17. Dezember 1911 in Berlin zur Welt, Peter am 3. Januar 1913 in Wien. Von 1919 bis 1933 lebte Josef Löbel mit seiner Familie in Berlin, zuletzt in der Paulsborner Straße 1 in Wilmersdorf. In den Berliner Telefonbüchern jener Jahre ist als Anschrift die Budapester Straße 13 angegeben. Während der Sommermonate Mai bis September war er im böhmischen Franzensbad als Kurarzt tätig. In der übrigen Zeit betätigte er sich in erster Linie schriftstellerisch. Er war ärztlicher Mitarbeiter des Ullstein-Verlags, schrieb für die BZ am Mittag, Uhu und die Berliner Illustrierte sowie einige Provinzzeitungen. Für verschiedene Verlage (u.a. Theodor Knaur, Berlin und Gretlein Verlag & Co., Leipzig) verfasste er populärwissenschaftliche Bücher wie das Gesundheits-Lexikon und „Danke, gut“. Er war mit dem Verleger Heinz Ullstein befreundet, der ihn nach eigenen Angaben zum Schreiben animiert hatte. 1959 schrieb Heinz Ullstein an Josef Löbels Sohn Karl: „Ihr Vater ist, was die schriftstellerische Arbeit über medizinische Fragen in Zeitungen betrifft, heute noch nicht ersetzt worden und wird wohl auch nie ersetzt werden können. Er war einmalig.“

Im September 1933 emigrierte Josef Löbel mit seiner Frau nach Wien und nach dem Einmarsch der Nazis 1938 nach Prag. Seine Söhne konnten rechtzeitig nach England fliehen. Am 12. Februar 1942 wurde seine Frau von Prag nach Theresienstadt deportiert und von dort am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Josef Löbel nahm sich am 20. Mai 1942 in Prag das Leben.