Hedwig Wittenberg geb. Wasserzug

Verlegeort
Buschkrugallee 21 -23
Historischer Name
Rudower Straße 92-93
Bezirk/Ortsteil
Britz
Verlegedatum
19. September 2013
Geboren
28. Januar 1886
Flucht
Prag (Tschechoslowakei)
Deportation
am 10. Dezember 1941 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 01. April 1942 nach Piaski / Sobibor
Ermordet

Hedwig Wittenberg kam am 28. Januar 1886 als Tochter von Samuel Wasserzug und seiner Ehefrau Rosalie, geb. Leiser, im ostpreußischen Allenstein (heute: Olsztyn / Polen) auf die Welt. Die Mehrzahl der Bewohner der Stadt und des umliegenden Ermlands war katholisch. Hedwigs Vater Samuel Wasserzug stammte aus Neidenburg im Ermland (heute: Nidzica / Polen) und war zum Zeitpunkt ihrer Geburt Kaufmann in Allenstein. Später lebte die Familie im westpreußischen Marienwerder (heute: Kwidzyn / Polen).<br />
Hedwig Wasserzug lernte keinen Beruf und lebte weiterhin bei ihren Eltern in Marienwerder – damals nicht ungewöhnlich. Am 21. August 1908 heiratete sie in Berlin den 1881 in Neustadt/Pinne in der Provinz Posen (heute: Lwówek / Polen) geborenen Benno Wittenberg. Das Aufgebot hatten sie in der Heimatstadt von Hedwig bestellt. Trauzeuge war Max Wasserzug, der in Berlin lebende Bruder des Vaters. – Die in Neidenburg alt gewordenen Großeltern von Hedwig, Elias und Julie Wasserzug waren 1903 und 1907 in Berlin gestorben, der Großvater im Krankenheim von Adass Jisroel, die Großmutter bei ihrem Sohn Max. Sie scheinen fromme, gesetzestreue Juden gewesen zu sein.<br />
Auch Benno Wittenberg hatte noch bei seinen Eltern gelebt. Das Ehepaar bekam zwei Söhne: 1909 den Sohn Erwin, 1914 den Sohn Siegfried. Hedwig Wittenberg lebte und arbeitete als Mutter und Hausfrau. Benno Wittenberg arbeitete als Kaufmann, er handelte mit Alteisen. Da er einen Lagerplatz brauchte, waren Geschäftsadressen und Anschrift der Wohnung nicht dieselben. Die Familie wohnte lange Jahre in der 2. Etage des Hauses Wichertstraße 129 in Prenzlauer Berg, 1911 umnummeriert zur Wichertstraße 45, und blieb dort bis 1930/31. <br />
Anfang der 1930er Jahre zogen Bruno und Hedwig Wittenberg nach Britz in die Rudower Straße 92/93 (heute Buschkrugallee 21–23). Dort waren nun Wohnung, Geschäft (eine Holzhandlung) und Lager. Die erwachsenen Söhne arbeiteten in der Firma des Vaters: Erwin war Kaufmann, Siegfried Schlosser geworden. <br />
1938 wurde Benno Wittenberg gezwungen, seine Firma mit Verlust („Arisierung“ genannt) an einen Nichtjuden zu verkaufen. Am 1. November 1938 emigrierte die ganze Familie nach Prag/Tschechoslowakei. Die Versuche der Eltern, von dort aus auszuwandern, scheiterten. Hedwig und Bruno Wittenberg blieben in Prag bis zu ihrer Deportation nach Theresienstadt am 10. Dezember 1941. Am 1. April 1942 wurden sie von Theresienstadt in das Ghetto Piaski transportiert, das für Tausende ein Durchgangslager war. Falls sie nicht im Ghetto umgekommen sind, sind Hedwig Wittenberg und ihr Ehemann wahrscheinlich im Vernichtungslager Sobibor ermordet worden. <br />
Ihre Söhne haben überlebt: Siegfried Wittenberg konnte aus Prag nach Palästina entkommen, Erwin Wittenberg nach Großbritannien.

Hedwig Wittenberg kam am 28. Januar 1886 als Tochter von Samuel Wasserzug und seiner Ehefrau Rosalie, geb. Leiser, im ostpreußischen Allenstein (heute: Olsztyn / Polen) auf die Welt. Die Mehrzahl der Bewohner der Stadt und des umliegenden Ermlands war katholisch. Hedwigs Vater Samuel Wasserzug stammte aus Neidenburg im Ermland (heute: Nidzica / Polen) und war zum Zeitpunkt ihrer Geburt Kaufmann in Allenstein. Später lebte die Familie im westpreußischen Marienwerder (heute: Kwidzyn / Polen).
Hedwig Wasserzug lernte keinen Beruf und lebte weiterhin bei ihren Eltern in Marienwerder – damals nicht ungewöhnlich. Am 21. August 1908 heiratete sie in Berlin den 1881 in Neustadt/Pinne in der Provinz Posen (heute: Lwówek / Polen) geborenen Benno Wittenberg. Das Aufgebot hatten sie in der Heimatstadt von Hedwig bestellt. Trauzeuge war Max Wasserzug, der in Berlin lebende Bruder des Vaters. – Die in Neidenburg alt gewordenen Großeltern von Hedwig, Elias und Julie Wasserzug waren 1903 und 1907 in Berlin gestorben, der Großvater im Krankenheim von Adass Jisroel, die Großmutter bei ihrem Sohn Max. Sie scheinen fromme, gesetzestreue Juden gewesen zu sein.
Auch Benno Wittenberg hatte noch bei seinen Eltern gelebt. Das Ehepaar bekam zwei Söhne: 1909 den Sohn Erwin, 1914 den Sohn Siegfried. Hedwig Wittenberg lebte und arbeitete als Mutter und Hausfrau. Benno Wittenberg arbeitete als Kaufmann, er handelte mit Alteisen. Da er einen Lagerplatz brauchte, waren Geschäftsadressen und Anschrift der Wohnung nicht dieselben. Die Familie wohnte lange Jahre in der 2. Etage des Hauses Wichertstraße 129 in Prenzlauer Berg, 1911 umnummeriert zur Wichertstraße 45, und blieb dort bis 1930/31.
Anfang der 1930er Jahre zogen Bruno und Hedwig Wittenberg nach Britz in die Rudower Straße 92/93 (heute Buschkrugallee 21–23). Dort waren nun Wohnung, Geschäft (eine Holzhandlung) und Lager. Die erwachsenen Söhne arbeiteten in der Firma des Vaters: Erwin war Kaufmann, Siegfried Schlosser geworden.
1938 wurde Benno Wittenberg gezwungen, seine Firma mit Verlust („Arisierung“ genannt) an einen Nichtjuden zu verkaufen. Am 1. November 1938 emigrierte die ganze Familie nach Prag/Tschechoslowakei. Die Versuche der Eltern, von dort aus auszuwandern, scheiterten. Hedwig und Bruno Wittenberg blieben in Prag bis zu ihrer Deportation nach Theresienstadt am 10. Dezember 1941. Am 1. April 1942 wurden sie von Theresienstadt in das Ghetto Piaski transportiert, das für Tausende ein Durchgangslager war. Falls sie nicht im Ghetto umgekommen sind, sind Hedwig Wittenberg und ihr Ehemann wahrscheinlich im Vernichtungslager Sobibor ermordet worden.
Ihre Söhne haben überlebt: Siegfried Wittenberg konnte aus Prag nach Palästina entkommen, Erwin Wittenberg nach Großbritannien.