Eduard Ludwig Alexander

Verlegeort
Cimbernstraße 13
Bezirk/Ortsteil
Nikolassee
Verlegedatum
09. März 2009
Geboren
14. März 1881
Verhaftet
22. August 1944 in Berlin
Inhaftiert (t.b.d.)
1944 1945 in Sachsenhausen
Deportation
nach Bergen-Belsen
Ermordet
01. März 1945 in Bergen-Belsen
  • Eduard Alexander (1. Reihe links) im Plenum des Reichstags, daneben Emil Höllein, 2. Reihe v.l. Helene Overlach, Willi Münzenberg , Walter Ulbricht, 3. Reihe unbekannt, Sepp Miller, 4.Reihe l. Ernst Schneller

    Eduard Alexander (1. Reihe links) im Plenum des Reichstags, daneben Emil Höllein, 2. Reihe v.l. Helene Overlach, Willi Münzenberg , Walter Ulbricht, 3. Reihe unbekannt, Sepp Miller, 4.Reihe l. Ernst Schneller. Fotorechte: GDW

  • Fotografie von Eduard Alexander

    Fotografie von Eduard Alexander. Fotorechte: GDW

  • Fotografie von Eduard Alexander

    Fotografie von Eduard Alexander. Fotorechte: GDW

  • Eduard Alexander

    Eduard Alexander

  • Stolperstein für Eduard Alexander

    Stolperstein für Eduard Alexander. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

  • Stolperstein für Eduard Alexander

    Stolperstein für Eduard Alexander Fotorechte: Projekt Stolpersteine Teltow-Zehlendorf

„<i>Je fauler eine Gesellschaftsordnung wird, je brüchiger, heuchlerischer ihre Moral, um so barbarischer ihre Strafandrohung zum Schutz der sogenannten Sittenreinheit des Volkes. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist der mit Unzucht überschriebene Abschnitt des Strafgesetzentwurfs der Weimarer Republik ein Zeichen der Zeit.</i>“<br />
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Eduard Alexander 1929<br />
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Eduard Alexander studierte Rechtswissenschaft, kam 1911 nach Berlin und wurde 1913 als Rechtsanwalt beim Königlichen Landgericht zugelassen. Mit seiner Frau Gertrud, einer Zeichenlehrerin im höheren Schuldienst, engagierte er sich in der SPD. Beide gehörten zum linken Flügel der Partei. Alexander schloss sich während des Ersten Weltkrieges der revolutionären Spartakusgruppe an und trat Ende 1918 der KPD bei. Unter dem Pseudonym E. Ludwig leitete er 1922 den Kommunistischen Pressedienst. Anfang 1924 war er für kurze Zeit Chefredakteur der Roten Fahne und bis 1929 deren Wirtschaftsredakteur. 1928 wurde er in den Reichstag gewählt. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau, die 1925 mit beiden Kindern nach Moskau gegangen war, heiratete er 1929 die Ärztin Maria Seyring, mit der er drei Kinder hatte. Im August 1931 wählte ihn die Stadtverordnetenversammlung von Boitzenburg in Mecklenburg mit den Stimmen der SPD und KPD zum Bürgermeister. Da das zu dieser Zeit sensationelle Bündnis der Linksparteien bereits unmittelbar nach der Wahl wieder zerfiel und zudem der mecklenburgische Regierungspräsident die Bestätigung verweigerte, konnte Alexander dieses Amt nicht antreten. 1933 wurde ihm, der den Nationalsozialisten als „Halbjude“ galt, die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen. Er betätigte sich noch bis 1940 als Schiedsmann in Handelsangelegenheiten bei der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft. Im Zuge der Aktion „Gewitter“ wurde er im August 1944 festgenommen und war im KZ Sachsenhausen in Haft. Auf dem Transport von dort ins KZ Bergen-Belsen ist er gestorben.<br />
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Eduard Alexander war Stadtverordneter 1921 – 1925; Stadtwahlvorschlag (KPD)

Je fauler eine Gesellschaftsordnung wird, je brüchiger, heuchlerischer ihre Moral, um so barbarischer ihre Strafandrohung zum Schutz der sogenannten Sittenreinheit des Volkes. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist der mit Unzucht überschriebene Abschnitt des Strafgesetzentwurfs der Weimarer Republik ein Zeichen der Zeit.

Eduard Alexander 1929

Eduard Alexander studierte Rechtswissenschaft, kam 1911 nach Berlin und wurde 1913 als Rechtsanwalt beim Königlichen Landgericht zugelassen. Mit seiner Frau Gertrud, einer Zeichenlehrerin im höheren Schuldienst, engagierte er sich in der SPD. Beide gehörten zum linken Flügel der Partei. Alexander schloss sich während des Ersten Weltkrieges der revolutionären Spartakusgruppe an und trat Ende 1918 der KPD bei. Unter dem Pseudonym E. Ludwig leitete er 1922 den Kommunistischen Pressedienst. Anfang 1924 war er für kurze Zeit Chefredakteur der Roten Fahne und bis 1929 deren Wirtschaftsredakteur. 1928 wurde er in den Reichstag gewählt. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau, die 1925 mit beiden Kindern nach Moskau gegangen war, heiratete er 1929 die Ärztin Maria Seyring, mit der er drei Kinder hatte. Im August 1931 wählte ihn die Stadtverordnetenversammlung von Boitzenburg in Mecklenburg mit den Stimmen der SPD und KPD zum Bürgermeister. Da das zu dieser Zeit sensationelle Bündnis der Linksparteien bereits unmittelbar nach der Wahl wieder zerfiel und zudem der mecklenburgische Regierungspräsident die Bestätigung verweigerte, konnte Alexander dieses Amt nicht antreten. 1933 wurde ihm, der den Nationalsozialisten als „Halbjude“ galt, die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen. Er betätigte sich noch bis 1940 als Schiedsmann in Handelsangelegenheiten bei der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft. Im Zuge der Aktion „Gewitter“ wurde er im August 1944 festgenommen und war im KZ Sachsenhausen in Haft. Auf dem Transport von dort ins KZ Bergen-Belsen ist er gestorben.

Eduard Alexander war Stadtverordneter 1921 – 1925; Stadtwahlvorschlag (KPD)