Heinrich Behrendt

Verlegeort
Cimbernstraße 3
Bezirk/Ortsteil
Nikolassee
Verlegedatum
01. April 2017
Geboren
25. Juni 1923
Flucht
7.10.1936 Holland
Verhaftet
30. Dezember 1942 04. September 1944 in Westerbork
Deportation
am 04. September 1944 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 19. September 1944 nach Auschwitz
Später deportiert
am 10. Oktober 1944 nach Dachau
Ermordet
03. März 1945 in Dachau
  • Stolperstein für Heinrich Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)
    Stolperstein für Heinrich Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)

    Stolperstein für Heinrich Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)

  • Stolpersteine für Familie Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)
    Stolpersteine für Familie Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)

    Stolpersteine für Familie Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)

Walter Behrendt wurde 1885 in Berlin geboren, seine Eltern waren Zuwanderer in erster Generation. Seine Ehefrau Gertrud (geb. Fränkel, 1897) kam aus Dortmund. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Heinrich, geboren 1923, und die Zwillinge Peter und Johanna, die 1924 zur Welt kamen.<br />
Walter Behrendt gründete 1919 mit einem Partner die Firma Behrendt & Bernstein. Dieser Betrieb für Damenmoden hatte seinen Standort in der Kronenstraße in Berlin-Mitte, nahe dem bekannten Konfektionsviertel. Er florierte in den 1920er-Jahren, überstand die Wirtschaftskrise, kam aber als „jüdisch“ ab 1933 in ernste Schwierigkeiten. Walter Behrendt, inzwischen Alleininhaber, gab Mitte 1936 auf; es folgte die Flucht nach Holland.<br />
Die Familie lebte zunächst in Naarden, vermutlich von transferiertem Vermögen. 1942 zog sie unter Zwang nach Amsterdam und wurde kurz darauf in Westerbork interniert. <br />
Deportiert wurden Walter und Gertrud Behrendt schon im April 1943; ihre Kinder Heinrich, Peter und Johanna blieben zurück und sahen ihre Eltern nie wieder. Diese kamen zunächst nach Theresienstadt, wurden dann nach Auschwitz verbracht und im März 1944 ermordet. Die Geschwister folgten im Herbst 1944 – zunächst gemeinsam nach Theresienstadt, die Brüder dann weiter nach Auschwitz.<br />
Heinrich wurde 1945 ins KZ Dachau verlegt, wo er 22-jährig starb. Peter gelangte zurück nach Holland, starb aber im November 1945 an einem durch die Haft bedingten Leiden. Johanna, seine Zwillingsschwester, konnte ihm noch beistehen; sie hatte die Befreiung in einem deutschen KZ erlebt.<br />
Zunächst zog sie zu Verwandten nach England, ging 1948 in die USA, begann ein Germanistik-Studium an der Columbia-University und schloss es mit ihrer Dissertation über Elisabeth Langgässer ab. Die Universitätsdozentin Johanna E. Behrendt starb 2004 mit 80 Jahren in Santa Barbara.<br />

Walter Behrendt wurde 1885 in Berlin geboren, seine Eltern waren Zuwanderer in erster Generation. Seine Ehefrau Gertrud (geb. Fränkel, 1897) kam aus Dortmund. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Heinrich, geboren 1923, und die Zwillinge Peter und Johanna, die 1924 zur Welt kamen.
Walter Behrendt gründete 1919 mit einem Partner die Firma Behrendt & Bernstein. Dieser Betrieb für Damenmoden hatte seinen Standort in der Kronenstraße in Berlin-Mitte, nahe dem bekannten Konfektionsviertel. Er florierte in den 1920er-Jahren, überstand die Wirtschaftskrise, kam aber als „jüdisch“ ab 1933 in ernste Schwierigkeiten. Walter Behrendt, inzwischen Alleininhaber, gab Mitte 1936 auf; es folgte die Flucht nach Holland.
Die Familie lebte zunächst in Naarden, vermutlich von transferiertem Vermögen. 1942 zog sie unter Zwang nach Amsterdam und wurde kurz darauf in Westerbork interniert.
Deportiert wurden Walter und Gertrud Behrendt schon im April 1943; ihre Kinder Heinrich, Peter und Johanna blieben zurück und sahen ihre Eltern nie wieder. Diese kamen zunächst nach Theresienstadt, wurden dann nach Auschwitz verbracht und im März 1944 ermordet. Die Geschwister folgten im Herbst 1944 – zunächst gemeinsam nach Theresienstadt, die Brüder dann weiter nach Auschwitz.
Heinrich wurde 1945 ins KZ Dachau verlegt, wo er 22-jährig starb. Peter gelangte zurück nach Holland, starb aber im November 1945 an einem durch die Haft bedingten Leiden. Johanna, seine Zwillingsschwester, konnte ihm noch beistehen; sie hatte die Befreiung in einem deutschen KZ erlebt.
Zunächst zog sie zu Verwandten nach England, ging 1948 in die USA, begann ein Germanistik-Studium an der Columbia-University und schloss es mit ihrer Dissertation über Elisabeth Langgässer ab. Die Universitätsdozentin Johanna E. Behrendt starb 2004 mit 80 Jahren in Santa Barbara.