Edith Stenschewski

Verlegeort
Falkenberger Str. 12
Historischer Name
Hohenschönhauser Str. 84
Bezirk/Ortsteil
Weißensee
Verlegedatum
27. November 2018
Geboren
26. Mai 1928
Deportation
am 04. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
1943 in Auschwitz
  • Edith mit ihren Brüdern Klein-Rudi und Egon 1939, Foto: Familienbesitz
    Edith mit ihren Brüdern Klein-Rudi und Egon 1939, Foto: Familienbesitz

    Edith mit ihren Brüdern Klein-Rudi und Egon 1939, Foto: Familienbesitz

  • Edith mit ihrer Großmutter Henriette und Rudi, 1938, Foto: Familienbesitz
    Edith mit ihrer Großmutter Henriette und Rudi, 1938, Foto: Familienbesitz

    Edith mit ihrer Großmutter Henriette und Rudi, 1938, Foto: Familienbesitz

  • Stolperstein Edith Stenschewski © OTFW
    Stolperstein Edith Stenschewski © OTFW

    Stolperstein Edith Stenschewski © OTFW

Edith Stenschewski wurde am 26. Mai 1928 in Lauenburg (heute Polen) geboren. Sie war die Tochter von Alex Stenschewski und Frieda Jablonski.<br />
Der Vater Alex hatte in Lauenburg ein Herrenkonfektionsgeschäft in der Gerberstraße 4/ Ecke Stolperstraße 12 führte. In diesem Haus wohnte die Familie auch.<br />
Ediths Geschwister waren ebenfalls in Lauenburg geboren: Der fast vier Jahre ältere Bruder Egon am 31. Juli 1924 und der kleine Rudi fast zehn Jahre später, am 17. Dezember 1937. <br />
Die Familie blieb nicht von den Schikanen der Nazis verschont: Das Geschäft des Vaters Alex Stenschewski wurde 1938 von den Nazis geplündert und musste aufgegeben werden. Der Besitz der Familie wurde enteignet. Die jüdische Familie musste ihre Wohnung räumen und in die Stockturmstraße 2 umziehen. Auch die verwitwete Schwiegermutter Henriette lebte im Haushalt der jungen Familie.<br />
1940 verließ Edith mit ihren Eltern Alex und Frieda und ihrem kleinen Bruder Rudi sowie mit ihrer Großmutter Henriette die Heimatstadt Lauenburg. In Berlin wurde Edith mit ihren Angehörigen vom Bruder des Vaters – dem Onkel Aron Adolf – und seiner Familie aufgenommen. Fortan lebten zehn Menschen in einer 2-Zimmer-Wohnung in der Hohenschönhauser Str. 84. Egon, der ältere Bruder von Rudi, ging direkt von Lauenburg in ein jüdisches Ausbildungslager nahe Berlin. Er wurde 1943 nach Auschwitz deportiert, überlebte aber den Holocaust. <br />
Am 3. Oktober 1942 wurde die Mutter Henriette Brie mit dem „3. Großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Am 3. Dezember brachten die Eltern Alex und Frieda den kleinen Rudi am 3. Dezember 1942 in das Jüdische Krankenhaus in Berlin.<br />
Drei Monate später, am 4. März 1943, wurde Edith mit ihren Eltern nach Auschwitz deportiert und ermordet. Sie war noch keine 15 Jahre alt.<br />
Nur wenige Wochen danach, am 17. Mai 1943, wurde der Bruder Aron Adolf mit seiner gesamten Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ediths Bruder Rudi wurde 1944 in Auschwitz ermordet.<br />
Alle Familienangehörigen, die in der Hohenschönhauser Str. 84 lebten, wurden von den Nazis ermordet. Nur Egon, der ältere Bruder von Edith, überlebte Auschwitz und den Holocaust. An ihn erinnert ebenfalls ein Stolperstein.<br />

Edith Stenschewski wurde am 26. Mai 1928 in Lauenburg (heute Polen) geboren. Sie war die Tochter von Alex Stenschewski und Frieda Jablonski.
Der Vater Alex hatte in Lauenburg ein Herrenkonfektionsgeschäft in der Gerberstraße 4/ Ecke Stolperstraße 12 führte. In diesem Haus wohnte die Familie auch.
Ediths Geschwister waren ebenfalls in Lauenburg geboren: Der fast vier Jahre ältere Bruder Egon am 31. Juli 1924 und der kleine Rudi fast zehn Jahre später, am 17. Dezember 1937.
Die Familie blieb nicht von den Schikanen der Nazis verschont: Das Geschäft des Vaters Alex Stenschewski wurde 1938 von den Nazis geplündert und musste aufgegeben werden. Der Besitz der Familie wurde enteignet. Die jüdische Familie musste ihre Wohnung räumen und in die Stockturmstraße 2 umziehen. Auch die verwitwete Schwiegermutter Henriette lebte im Haushalt der jungen Familie.
1940 verließ Edith mit ihren Eltern Alex und Frieda und ihrem kleinen Bruder Rudi sowie mit ihrer Großmutter Henriette die Heimatstadt Lauenburg. In Berlin wurde Edith mit ihren Angehörigen vom Bruder des Vaters – dem Onkel Aron Adolf – und seiner Familie aufgenommen. Fortan lebten zehn Menschen in einer 2-Zimmer-Wohnung in der Hohenschönhauser Str. 84. Egon, der ältere Bruder von Rudi, ging direkt von Lauenburg in ein jüdisches Ausbildungslager nahe Berlin. Er wurde 1943 nach Auschwitz deportiert, überlebte aber den Holocaust.
Am 3. Oktober 1942 wurde die Mutter Henriette Brie mit dem „3. Großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Am 3. Dezember brachten die Eltern Alex und Frieda den kleinen Rudi am 3. Dezember 1942 in das Jüdische Krankenhaus in Berlin.
Drei Monate später, am 4. März 1943, wurde Edith mit ihren Eltern nach Auschwitz deportiert und ermordet. Sie war noch keine 15 Jahre alt.
Nur wenige Wochen danach, am 17. Mai 1943, wurde der Bruder Aron Adolf mit seiner gesamten Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ediths Bruder Rudi wurde 1944 in Auschwitz ermordet.
Alle Familienangehörigen, die in der Hohenschönhauser Str. 84 lebten, wurden von den Nazis ermordet. Nur Egon, der ältere Bruder von Edith, überlebte Auschwitz und den Holocaust. An ihn erinnert ebenfalls ein Stolperstein.