Siegfried Stenschewski

Verlegeort
Falkenberger Str. 12
Historischer Name
Hohenschönhauser Str. 84
Bezirk/Ortsteil
Weißensee
Verlegedatum
27. November 2018
Geboren
22. Oktober 1928
Deportation
am 17. Mai 1943 nach Auschwitz
Ermordet
1943 in Auschwitz
  • Stolperstein Siegfried Stenschewski © OTFW
    Stolperstein Siegfried Stenschewski © OTFW

    Stolperstein Siegfried Stenschewski © OTFW

Siegfried Stenschewski wurde am 22. Oktober 1928 in Alt Jugelow, in der Nähe von Stolp (heute Polen) geboren. Seine Eltern waren Aron Adolf Stenschewski und Resi Vera Binasch. Der Vater war Kaufmann.<br />
Kurz nach Siegfrieds Geburt zog die Familie nach Berlin. Hier kam am 12. Juli 1930 in Berlin-Weißensee seine Schwester Margot zur Welt. 1935 war der Vater Aron Adolf Stenschewski im Berliner Adressbuch unter der Anschrift Buschallee 80 in Weißensee verzeichnet. Als der kleine Bruder Jonathan zehn Jahre später am 10. März 1940 geboren wurde, lebte die Familie bereits seit 1937/38 in der Hohenschönhauser Str. 84, Weißensee.<br />
An den im Berliner Adressbuch ausgewiesenen Berufsbezeichnungen des Vaters kann der von den Nationalsozialisten erzwungene „soziale Abstieg“ abgelesen werden: Ursprünglich stand der Beruf „Kaufmann“ hinter dem Namen von Aron Adolf, 1938 „kaufmännischer Angestellter“ und 1940 „Arbeiter“. <br />
1940 nahm die Familie von Aron Adolf den Bruder des Vaters mit seiner Familie und die Großmutter Henriette mit in die Wohnung auf. Die Familie des Onkels Alex musste ihre Heimatstadt Lauenburg verlassen. Nun lebten in der engen 2-Zimmer Wohnung in der Hohenschönhauser Str. 84 insgesamt zehn Menschen unter einem Dach: fünf Erwachsene und fünf Kinder, vom Säugling bis zum Alter von elf Jahren. <br />
Siegfrieds Eltern Aron Adolf und Resi Vera waren von der Reichsvereinigung der Juden angestellt und arbeiteten als Friedhofswarte bei der Adass-Jisroel-Gemeinde in der Wittlicher Straße. Auch Siegfried und seine jüngeren Geschwister waren dort als „Helfer“ in der Abteilung Bestattungswesen offiziell beschäftigt.<br />
Im September 1941 konnte die Familie in zwei Räume des Verwaltungsgebäudes des Friedhofs umziehen. Die Familie des Onkels Alex konnte in der Hohenschönhauser Str. 84 bleiben – bis zur Deportation. Die Großmutter Henriette wurde am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, der Onkel Alex, Tante Frieda und Kusine Edith am 4. März 1943 nach Auschwitz.<br />
Nur fünf Wochen später, am 14. Mai 1943, mussten Aron Adolf, seine Frau Resi Vera und jedes Kind eine Vermögenserklärung ausfüllen. Damit stand die Deportation unmittelbar bevor. <br />
Am 17. Mai 1943 wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet: Siegfried war 14 Jahre alt.<br />

Siegfried Stenschewski wurde am 22. Oktober 1928 in Alt Jugelow, in der Nähe von Stolp (heute Polen) geboren. Seine Eltern waren Aron Adolf Stenschewski und Resi Vera Binasch. Der Vater war Kaufmann.
Kurz nach Siegfrieds Geburt zog die Familie nach Berlin. Hier kam am 12. Juli 1930 in Berlin-Weißensee seine Schwester Margot zur Welt. 1935 war der Vater Aron Adolf Stenschewski im Berliner Adressbuch unter der Anschrift Buschallee 80 in Weißensee verzeichnet. Als der kleine Bruder Jonathan zehn Jahre später am 10. März 1940 geboren wurde, lebte die Familie bereits seit 1937/38 in der Hohenschönhauser Str. 84, Weißensee.
An den im Berliner Adressbuch ausgewiesenen Berufsbezeichnungen des Vaters kann der von den Nationalsozialisten erzwungene „soziale Abstieg“ abgelesen werden: Ursprünglich stand der Beruf „Kaufmann“ hinter dem Namen von Aron Adolf, 1938 „kaufmännischer Angestellter“ und 1940 „Arbeiter“.
1940 nahm die Familie von Aron Adolf den Bruder des Vaters mit seiner Familie und die Großmutter Henriette mit in die Wohnung auf. Die Familie des Onkels Alex musste ihre Heimatstadt Lauenburg verlassen. Nun lebten in der engen 2-Zimmer Wohnung in der Hohenschönhauser Str. 84 insgesamt zehn Menschen unter einem Dach: fünf Erwachsene und fünf Kinder, vom Säugling bis zum Alter von elf Jahren.
Siegfrieds Eltern Aron Adolf und Resi Vera waren von der Reichsvereinigung der Juden angestellt und arbeiteten als Friedhofswarte bei der Adass-Jisroel-Gemeinde in der Wittlicher Straße. Auch Siegfried und seine jüngeren Geschwister waren dort als „Helfer“ in der Abteilung Bestattungswesen offiziell beschäftigt.
Im September 1941 konnte die Familie in zwei Räume des Verwaltungsgebäudes des Friedhofs umziehen. Die Familie des Onkels Alex konnte in der Hohenschönhauser Str. 84 bleiben – bis zur Deportation. Die Großmutter Henriette wurde am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, der Onkel Alex, Tante Frieda und Kusine Edith am 4. März 1943 nach Auschwitz.
Nur fünf Wochen später, am 14. Mai 1943, mussten Aron Adolf, seine Frau Resi Vera und jedes Kind eine Vermögenserklärung ausfüllen. Damit stand die Deportation unmittelbar bevor.
Am 17. Mai 1943 wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet: Siegfried war 14 Jahre alt.