Theresa Zlotnicki geb. Crohn

Verlegeort
Fehrbelliner Straße 3
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
06. Juni 2013
Geboren
29. März 1872
Deportation
am 24. August 1942 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 26. September 1942 nach Treblinka
Ermordet
in Treblinka
  • Theresa Zlotnicki © OTFW
    Theresa Zlotnicki © OTFW

    Theresa Zlotnicki © OTFW

Theresa Zlotnicki, geb. Crohn, wurde am 29. März 1872 in Czarnikau/Polen geboren. Zusammen mit ihrem Mann Max Zlotnicki hatte sie einen Sohn und vier Töchter. Max Zlotnicki ist in den Berliner Adressbüchern von 1931 bis 1937 als wohnhaft in der Fehrbelliner Str. 3 mit der Berufsbezeichnung Schneider eingetragen. Er ist etwa 1938 verstorben. In den Unterlagen der Volkszählung vom Mai 1939 ist nur Theresa Zlotnicki zusammen mit ihrer Tochter Else unter der Adresse Fehrbelliner Str. 3 verzeichnet.<br />
<br />
Im Brandenburgischen Landesarchiv in Potsdam gibt es keine Akte zu ihr, nur ein Kontrollblatt mit wenigen Informationen über sie. So zum Beispiel, dass ihre letzte Adresse das Jüdische Altersheim in Berlin-Köpenick, Mahlsdorferstraße 94 war. Es ist jedoch nicht ersichtlich, wann und warum sie aus der Fehrbelliner Straße 3 ausgezogen ist. Es könnte sein, dass sie mit der Aberkennung des Kündigungsschutzes für Juden vom April 1939 ihre Wohnung verlassen musste. Es könnte aber auch sein, dass ihre Tochter Vera, die berufsbedingt mit ihrem Mann Heinrich und ihrer 1938 geborenen Tochter Ruth in der Pförtnerloge des Altersheims lebte, sie zu sich geholt hatte.<br />
<br />
Theresa Zlotnicki wurde im Alter von 70 Jahren am 24. August 1942 mit dem „48. Alterstransport“ nach Theresienstadt und von dort noch im selben Jahr nach Treblinka deportiert.<br />
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Ihre Tochter Vera wurde mit ihrem Mann und ihrer vierjährigen Tochter zwei Monate später nach Riga deportiert, ihr Sohn Erich und zwei weitere Töchter (Herta Wolfberg, Danzigerstr. 52 und Else David, Käthe-Niederkirchner-Str. 25) mit ihren Familien im Februar und März 1943 nach Auschwitz. Innerhalb von 6 Monaten war eine große Familie mit drei Generationen zerstört worden. Familienangehörige hatten noch versucht, sich nach Argentinien zu retten, aber vergeblich auf Einreisevisa gewartet. Ab September 1941 waren Auswanderungen vom NS-Regime verboten.<br />
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Nur Theresa Zlotnickis jüngste Tochter Irina hat die Schoah überlebt. Sie und ihr späterer Ehemann Kurt Rosen haben sich nach Palästina retten können. Ihre in Israel lebende Enkelin Dafna Baygan hat den Wunsch geäußert, Stolpersteine für ihre 16 ermordeten Angehörigen zu verlegen.

Theresa Zlotnicki, geb. Crohn, wurde am 29. März 1872 in Czarnikau/Polen geboren. Zusammen mit ihrem Mann Max Zlotnicki hatte sie einen Sohn und vier Töchter. Max Zlotnicki ist in den Berliner Adressbüchern von 1931 bis 1937 als wohnhaft in der Fehrbelliner Str. 3 mit der Berufsbezeichnung Schneider eingetragen. Er ist etwa 1938 verstorben. In den Unterlagen der Volkszählung vom Mai 1939 ist nur Theresa Zlotnicki zusammen mit ihrer Tochter Else unter der Adresse Fehrbelliner Str. 3 verzeichnet.

Im Brandenburgischen Landesarchiv in Potsdam gibt es keine Akte zu ihr, nur ein Kontrollblatt mit wenigen Informationen über sie. So zum Beispiel, dass ihre letzte Adresse das Jüdische Altersheim in Berlin-Köpenick, Mahlsdorferstraße 94 war. Es ist jedoch nicht ersichtlich, wann und warum sie aus der Fehrbelliner Straße 3 ausgezogen ist. Es könnte sein, dass sie mit der Aberkennung des Kündigungsschutzes für Juden vom April 1939 ihre Wohnung verlassen musste. Es könnte aber auch sein, dass ihre Tochter Vera, die berufsbedingt mit ihrem Mann Heinrich und ihrer 1938 geborenen Tochter Ruth in der Pförtnerloge des Altersheims lebte, sie zu sich geholt hatte.

Theresa Zlotnicki wurde im Alter von 70 Jahren am 24. August 1942 mit dem „48. Alterstransport“ nach Theresienstadt und von dort noch im selben Jahr nach Treblinka deportiert.

Ihre Tochter Vera wurde mit ihrem Mann und ihrer vierjährigen Tochter zwei Monate später nach Riga deportiert, ihr Sohn Erich und zwei weitere Töchter (Herta Wolfberg, Danzigerstr. 52 und Else David, Käthe-Niederkirchner-Str. 25) mit ihren Familien im Februar und März 1943 nach Auschwitz. Innerhalb von 6 Monaten war eine große Familie mit drei Generationen zerstört worden. Familienangehörige hatten noch versucht, sich nach Argentinien zu retten, aber vergeblich auf Einreisevisa gewartet. Ab September 1941 waren Auswanderungen vom NS-Regime verboten.

Nur Theresa Zlotnickis jüngste Tochter Irina hat die Schoah überlebt. Sie und ihr späterer Ehemann Kurt Rosen haben sich nach Palästina retten können. Ihre in Israel lebende Enkelin Dafna Baygan hat den Wunsch geäußert, Stolpersteine für ihre 16 ermordeten Angehörigen zu verlegen.