Herbert Gollnow

Verlegeort
Feldzeugmeisterstr. 5
Bezirk/Ortsteil
Moabit
Verlegedatum
2011
Geboren
13. Juli 1911
Beruf
Diplomat
Verhaftet
19. Oktober 1942 in Berlin
Inhaftiert (t.b.d.)
1942 im Gestapo-"Hausgefängnis" Prinz-Albrecht-Straße
Inhaftiert (t.b.d.)
30. November 1942 im Strafgefängnis Berlin-Spandau
Inhaftiert (t.b.d.)
21. Januar 1943 im Militärgefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit
Hingerichtet
12. Februar 1943 im Strafgefängnis Berlin-Tegel
  • Fotografie von Herbert Gollnow
    Fotografie von Herbert Gollnow © GDW

    Fotografie von Herbert Gollnow © GDW

  • Stolperstein für Herbert Gollnow.
    Stolperstein für Herbert Gollnow. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolperstein für Herbert Gollnow. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Herbert Gollnow, geboren am 13. Juli 1911, lebte zuletzt in der Feldzeugmeisterstraße 5 in NW 21, Berlin-Tiergarten. Vom 1. Mai 1931 bis zum 5. Dezember 1938 war Gollnow bei der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DR) tätig, zunächst in der Reichsbahndirektion Osten in Frankfurt/Oder. Er übte dort verschiedene Tätigkeiten aus und hatte 1938 den Dienstgrad eines Reichsbahninspektors inne. Seine Tätigkeit bei der DR wurde für die Zeit von Mai 1936 bis Juni 1937 wegen Militärdienst (Fliegerausbildungskommando) unterbrochen. Den Kriegsdienst verließ er mit dem Rang eines Feldwebels. Er war seit 1933 Mitglied der NSDAP und kurzzeitig auch Mitglied der SS.<br />
<br />
Am 5. Dezember 1938 ging der ehrgeizige junge Herbert Gollnow auf eigenen Wunsch in den Dienst des Auswärtigen Amtes, wo er schließlich am 19. August 1939 durch Außenminister Ribbentrop zum Konsularsekretär ernannt wurde. Die Akten zu seiner Tätigkeit im Auswärtigen Amt enden weitgehend mit diesen Angaben. Lediglich zu Beginn des Jahres 1943 verweisen einzelne Schreiben verschiedener Nazidienststellen darauf, dass Herbert Gollnow „in Abgang gebracht worden ist. Nähere Angaben sollen von der neuen Dienststelle, die nicht bekannt ist, oder von dort zu erfragen sein“. Die Reichskasse forderte nunmehr vom Auswärtigen Amt die zu viel gezahlten Bezüge zurück.<br />
<br />
Noch während seiner Tätigkeit im Auswärtigen Amt bekam er Englischunterricht vermittelt. Seine Englischlehrerin war die Amerikanerin Mildred Harnack, die ihn mit der Schulze-Boysen-Harnack-Widerstandsgruppe (sog. „Rote Kapelle“) bekannt machte. Mildred Harnack war die Ehefrau von Arvid Harnack, einer der führenden Persönlichkeiten der Widerstandsgruppe. Durch dessen Freund und Mitstreiter Harro Schulze-Boysen wurde Herbert Gollnow, immer noch und bis zu seinem Tode Mitarbeiter des AA bleibend, zum Oberkommando der Wehrmacht vermittelt, wo er schließlich im Amt Abwehr/Ausland in Berlin (Durchführung von Sabotageaktionen an der Südfront) arbeitete, von dort jedoch auch seine Informationen an die Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ leitete.<br />
<br />
Nachdem die Widerstandsgruppe durch die Nazis aufgedeckt worden war, wurde Gollnow am 19. Oktober 1942 verhaftet und in die Gestapo-Folterzentrale in der Prinz-Albrecht-Straße gebracht. Am 30. November 1942 kam er in das Strafgefängnis Berlin-Spandau, wo er am 19. Dezember 1942 wegen „Ungehorsams im Felde u. Preisgabe von Staatsgeheimnissen“ vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt wurde. Am 21. Januar 1943 wurde er in das Militärgefängnis Lehrter Str. 61 in Bln.-Moabit überführt und drei Wochen später, am 12. Februar 1943, im Strafgefängnis Berlin-Tegel durch Erschießen hingerichtet.

Herbert Gollnow, geboren am 13. Juli 1911, lebte zuletzt in der Feldzeugmeisterstraße 5 in NW 21, Berlin-Tiergarten. Vom 1. Mai 1931 bis zum 5. Dezember 1938 war Gollnow bei der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DR) tätig, zunächst in der Reichsbahndirektion Osten in Frankfurt/Oder. Er übte dort verschiedene Tätigkeiten aus und hatte 1938 den Dienstgrad eines Reichsbahninspektors inne. Seine Tätigkeit bei der DR wurde für die Zeit von Mai 1936 bis Juni 1937 wegen Militärdienst (Fliegerausbildungskommando) unterbrochen. Den Kriegsdienst verließ er mit dem Rang eines Feldwebels. Er war seit 1933 Mitglied der NSDAP und kurzzeitig auch Mitglied der SS.

Am 5. Dezember 1938 ging der ehrgeizige junge Herbert Gollnow auf eigenen Wunsch in den Dienst des Auswärtigen Amtes, wo er schließlich am 19. August 1939 durch Außenminister Ribbentrop zum Konsularsekretär ernannt wurde. Die Akten zu seiner Tätigkeit im Auswärtigen Amt enden weitgehend mit diesen Angaben. Lediglich zu Beginn des Jahres 1943 verweisen einzelne Schreiben verschiedener Nazidienststellen darauf, dass Herbert Gollnow „in Abgang gebracht worden ist. Nähere Angaben sollen von der neuen Dienststelle, die nicht bekannt ist, oder von dort zu erfragen sein“. Die Reichskasse forderte nunmehr vom Auswärtigen Amt die zu viel gezahlten Bezüge zurück.

Noch während seiner Tätigkeit im Auswärtigen Amt bekam er Englischunterricht vermittelt. Seine Englischlehrerin war die Amerikanerin Mildred Harnack, die ihn mit der Schulze-Boysen-Harnack-Widerstandsgruppe (sog. „Rote Kapelle“) bekannt machte. Mildred Harnack war die Ehefrau von Arvid Harnack, einer der führenden Persönlichkeiten der Widerstandsgruppe. Durch dessen Freund und Mitstreiter Harro Schulze-Boysen wurde Herbert Gollnow, immer noch und bis zu seinem Tode Mitarbeiter des AA bleibend, zum Oberkommando der Wehrmacht vermittelt, wo er schließlich im Amt Abwehr/Ausland in Berlin (Durchführung von Sabotageaktionen an der Südfront) arbeitete, von dort jedoch auch seine Informationen an die Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ leitete.

Nachdem die Widerstandsgruppe durch die Nazis aufgedeckt worden war, wurde Gollnow am 19. Oktober 1942 verhaftet und in die Gestapo-Folterzentrale in der Prinz-Albrecht-Straße gebracht. Am 30. November 1942 kam er in das Strafgefängnis Berlin-Spandau, wo er am 19. Dezember 1942 wegen „Ungehorsams im Felde u. Preisgabe von Staatsgeheimnissen“ vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt wurde. Am 21. Januar 1943 wurde er in das Militärgefängnis Lehrter Str. 61 in Bln.-Moabit überführt und drei Wochen später, am 12. Februar 1943, im Strafgefängnis Berlin-Tegel durch Erschießen hingerichtet.