Bertha van Damm geb. Michel

Verlegeort
Handjerystr. 3
Bezirk/Ortsteil
Friedenau
Verlegedatum
03. Juni 2013
Geboren
28. Juni 1864
Deportation
am 14. September 1942 nach Theresienstadt
Tot
28. Dezember 1942 in Theresienstadt
  • Bertha van Damm © OTFW
    Bertha van Damm © OTFW

    Bertha van Damm © OTFW

Bertha Michel wurde am 28. Juni 1864 in Neustadt a. d. Warthe (heute: Nove Miasto) in der Provinz Posen geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Wann sie nach Berlin gekommen ist, wissen wir ebenfalls nicht. Verheiratet war sie mit dem Bankkaufmann Martin van Damm. Im Berliner Adressbuch findet er sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts anfangs als Kaufmann, dann als Bankbeamter und schließlich als Prokurist. Das heißt, das Ehepaar muss in gesicherten finanziellen Verhältnissen gelebt haben. Sie hatten einen Sohn namens Curt van Damm, geb. am 19.08.1893 in Berlin, (St.Amt Berlin IV a, Nr. 839/1893). Sie wohnten seit 1914 in der dritten Etage des Hauses Ortrudstraße 3. Das Haus, ein repräsentativer Gründerzeitbau, steht noch. <br />
Am 10.11.1924 starb der Ehemann von Bertha van Damm (St.Amt Berlin-Friedenau Nr, 1152/1924). Als Witwe blieb sie bis zum Herbst 1936 in der Wohnung in der Ortrudstraße, dann zog Bertha van Damm in die Handjerystraße 3. Hier wohnte sie für 85,-- RM Miete in der zweiten Etage des Vorderhauses. Das war ungefähr ein Drittel ihrer monatlichen Pension von 240,-- RM. <br />
<br />
Am 10. September 1942 musste Bertha van Damm ihre Vermögenserklärung unterzeichnen. Am 14. September 1942 wurde sie aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße zum Güterbahhof in der Putlitzstraße gebracht und von dort mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Der Transport bestand aus 1.000 Personen, 57 Menschen überlebten das Lager. Bertha van Damm starb am 28. Dezember 1942 um 08.00 Uhr im Krankenhaus von Theresienstadt, einem ehemaligen Hotel, an „Rotlauf“, einer Entzündung der Haut, die nur selten tödlich endet (Sonderstandesamt Bad Arolsen, Abteilung I, Nr, 389/2006).<br />
Bis zum Dezember 1944 beschäftigte sich die Verwaltung in Berlin mit der Wohnung von Bertha van Damm: zuerst wurde das Inventar verkauft, dann mahnten Bewag und Gasag ausstehende Beträge bei der Vermögensverwertungsstelle an. Im Dezember 1944, zwei Jahre nach ihrem Tod, wurden die letzten geringen Beträge überwiesen.

Bertha Michel wurde am 28. Juni 1864 in Neustadt a. d. Warthe (heute: Nove Miasto) in der Provinz Posen geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Wann sie nach Berlin gekommen ist, wissen wir ebenfalls nicht. Verheiratet war sie mit dem Bankkaufmann Martin van Damm. Im Berliner Adressbuch findet er sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts anfangs als Kaufmann, dann als Bankbeamter und schließlich als Prokurist. Das heißt, das Ehepaar muss in gesicherten finanziellen Verhältnissen gelebt haben. Sie hatten einen Sohn namens Curt van Damm, geb. am 19.08.1893 in Berlin, (St.Amt Berlin IV a, Nr. 839/1893). Sie wohnten seit 1914 in der dritten Etage des Hauses Ortrudstraße 3. Das Haus, ein repräsentativer Gründerzeitbau, steht noch.
Am 10.11.1924 starb der Ehemann von Bertha van Damm (St.Amt Berlin-Friedenau Nr, 1152/1924). Als Witwe blieb sie bis zum Herbst 1936 in der Wohnung in der Ortrudstraße, dann zog Bertha van Damm in die Handjerystraße 3. Hier wohnte sie für 85,-- RM Miete in der zweiten Etage des Vorderhauses. Das war ungefähr ein Drittel ihrer monatlichen Pension von 240,-- RM.

Am 10. September 1942 musste Bertha van Damm ihre Vermögenserklärung unterzeichnen. Am 14. September 1942 wurde sie aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße zum Güterbahhof in der Putlitzstraße gebracht und von dort mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Der Transport bestand aus 1.000 Personen, 57 Menschen überlebten das Lager. Bertha van Damm starb am 28. Dezember 1942 um 08.00 Uhr im Krankenhaus von Theresienstadt, einem ehemaligen Hotel, an „Rotlauf“, einer Entzündung der Haut, die nur selten tödlich endet (Sonderstandesamt Bad Arolsen, Abteilung I, Nr, 389/2006).
Bis zum Dezember 1944 beschäftigte sich die Verwaltung in Berlin mit der Wohnung von Bertha van Damm: zuerst wurde das Inventar verkauft, dann mahnten Bewag und Gasag ausstehende Beträge bei der Vermögensverwertungsstelle an. Im Dezember 1944, zwei Jahre nach ihrem Tod, wurden die letzten geringen Beträge überwiesen.