Blime Rosenrauch geb. Schlemowicz

Verlegeort
Heinz-Bartsch-Straße 5
Historischer Name
Schneidemühler Straße
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
02. April 2025
Geboren
03. November 1890 in Tysmenitz (Galizien) / Tysmenyzja
Beruf
Handlungsgehilfin
Deportation
am 29. Oktober 1941 von Berlin nach Litzmannstadt / Łódź
Später deportiert
am 04. Mai 1942 von Litzmannstadt / Łódź nach Kulmhof / Chełmno
Ermordet
in Kulmhof / Chełmno
Biografie

Blime Rosenrauch, geborene Schlemowicz, wurde am 3. November 1890 in Tysmienica bei Lublin geboren. Lublin gehörte zu dieser Zeit zu Russland und heute zu Polen. Wer ihre Eltern waren und ob sie Geschwister hatte, ist uns nicht bekannt. Blime Rosenrauch war Handlungsgehilfin von Beruf. Eine Handlungsgehilfin war bei einem Kaufmann tätig und erledigte hauptsächlich kaufmännische Aufgaben.

Am 16. März 1921 heiratete sie Abraham Rosenrauch. Aus der Heiratsurkunde geht hervor, dass Blime Rosenrauch in der Elbinger Straße 76, der heutigen Danziger Straße wohnte. Abraham Rosenrauch war Kaufmann und die Familie unterhielt ab 1921 unter wechselnden Adressen eine Wollwarenhandlung in der Linienstraße 244a, später und die meiste Zeit über war das Geschäft in der Elbinger Straße 82.1, der heutigen Danziger Straße 144. Von 1922 – 1924 hatte das Ehepaar in der Dolziger Straße 18 im Erdgeschoss eine Posamentierwaren-Handlung mit schmückenden Geflechten, Zierbändern, Borden, Kordeln und Spitzen. Vermutlich arbeitete Blime Rosenrauch ebenfalls im Geschäft von Abraham Rosenrauch.

Am 23. Februar 1924 wurden die Tochter, Melanie und am 8. März 1927 der Sohn, Manfred geboren. 

Die Familie Rosenrauch wohnte von 1925 – 1927 in der Dolziger Straße 18. Im Jahr 1928 zogen sie in die Ebertystraße 53. Hier lebten sie bis 1932. 1932 zog die Familie an ihren letzten frei gewählten Wohnort, die Schneidemühler Straße 6, heute Heinz-Bartsch-Straße 5, in die Parterrewohnung rechts. Das Haus wurde 1926-1927 nach Entwürfen von Bruno Taut erbaut. Im Jahr 1937 wohnte die Familie bis zu ihrer Deportation in der Braunsberger Straße 42. Am 29. Oktober 1941 wurde die Familie Rosenrauch mit dem III. Transport von Berlin in das Ghetto Litzmannstadt / Lodz deportiert. Lodz war nach dem Warschauer Ghetto das größte jüdische Ghetto mit ca. 70.000 Menschen. Die Menschen mussten Zwangsarbeit leisten, meist für kriegsnotwendige Dinge wie Soldatenuniformen, Stiefel, Waffen und Munition. So vermutlich auch die Familie Rosenrauch. Viele Menschen im Ghetto hofften aus diesem Grund überleben zu können. Am 4. Mai 1942 wurde die Familie von Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof / Chelmno deportiert und dort am gleichen Tag in Gaswagen ermordet. Kulmhof war vom Dezember 1941 bis März 1943 als Vernichtungsstätte genutzt worden und wurde im März 1943 geräumt. Erst 1944, als man das Ghetto Litzmannstadt/Lodz aufgelöst hatte, wurde es erneut in Betrieb genommen.

Blime Rosenrauch wurde 51 Jahre alt.