Manfred Rosenrauch

Verlegeort
Heinz-Bartsch-Straße 5
Historischer Name
Schneidemühler Straße
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
02. April 2025
Geboren
08. März 1927 in Berlin
Deportation
am 29. Oktober 1941 von Berlin nach Litzmannstadt / Łódź
Später deportiert
am 04. Mai 1942 von Litzmannstadt / Łódź nach Kulmhof / Chełmno
Ermordet
in Kulmhof / Chełmno
Biografie

Manfred Rosenrauch wurde am 8. März 1927 in Berlin geboren. Seine Eltern waren Abraham Rosenrauch, Kaufmann von Beruf und dessen Ehefrau Blime Rosenrauch, geborene Schlemowicz, Handlungsgehilfin von Beruf. Manfred hatte eine ältere Schwester, Melanie. Melanie Rosenrauch wurde am 23. Februar 1924 in Berlin geboren.

Der Vater war 1890 in Kuczurmik in der Bukowina in der damaligen Österreich-Ungarischen Monarchie geboren. Die Mutter war 1890 in der Nähe von Lublin im heutigen Polen, das damals zu Russland gehörte, geboren. Die Familie Rosenrauch zog spätestens 1920 nach Berlin und unterhielt an verschiedenen Standorten ein Geschäft für Woll-Strumpf- und Strickwaren.

Manfred Rosenrauch wurde Ostern 1933 in die Volksschule 265 in der damaligen Thorner Straße 50, der heutigen Conrad-Blenke-Straße, eingeschult. Am 25. April 1938 musste er die Schule verlassen, weil es jüdischen Schülerinnen und Schülern nicht mehr erlaubt war mit sogenannten arischen Kindern gemeinsam unterrichtet zu werden. Er musste auf eine Schule wechseln, die ausschließlich von jüdischen Kindern besucht wurde. 

Der letzte freigewählte Wohnort von Manfred und seiner Familie war die Schneidemühler-Straße 6, heute Heinz-Bartsch-Straße 5, in die sie 1932 zogen.

Ab dem Jahr 1937 wohnte die Familie gezwungen durch die repressive, antisemitsche Wohnungspolitik in der Braunsberger Straße 42. Von dort aus wurde sie am 27. Oktober 1941 mit dem III. Transport von Berlin in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz deportiert. Das war nach dem Warschauer Ghetto das größte jüdische Ghetto mit ca. 70000 Menschen. Die Gefangenen mussten Zwangsarbeit leisten. Am 4. Mai 1942 wurde Manfred Rosenrauch mit seinen Eltern und seiner Schwester, Melanie von Litzmannstadt/Lodz aus in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort direkt nach der Ankunft in Gaswagen vergast.

Manfred wurde 15 Jahre alt.