Konrad Behrendt

Verlegeort
Hussitenstr. 7
Bezirk/Ortsteil
Gesundbrunnen
Verlegedatum
2008
Geboren
04. August 1902
Beruf
Bäcker / BVG-Mitarbeiter / Stadtverordneter
Tot
20. Mai 1943 im Zuchthaus Luckau
  • Fotografie von Konrad Behrendt
    Fotografie von Konrad Behrendt © GDW

    Fotografie von Konrad Behrendt © GDW

  • Stolperstein für Konrad Behrendt
    Stolperstein für Konrad Behrendt © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolperstein für Konrad Behrendt © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

„<i>Die Direktion der BVG </i>[hat]<i> in den letzten Wochen mehrere hundert Entlassungen vorgenommen. </i>[...]<i> Wahrscheinlich wollte Herr Direktor Brolat seinen bisherigen Arbeitern Gelegenheit geben, die Segnungen der deutschen Erwerbslosenfürsorge kennenzulernen. </i>[...] <i>Durch </i>[...] <i> Rationalisierung haben wir aber auch etwas anderes zu verzeichnen, was besonders die Belegschaft der BVG angeht: Eine verschärfte Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft bringt selbstverständlich eine erhöhte Unfallziffer mit sich.</i>“<br />
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Konni Behrendt am 9. Januar 1930 <br />
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Der Bäcker Konni Behrendt wurde Anfang der 1920er Jahre Mitglied einer Gewerkschaft und der USPD. 1924 wechselte er zur KPD. Er war 1929 Arbeiter bei der BVG und gehörte als Betriebsrat deren Aufsichtsrat an. 1932 war er Mitglied im Berliner Bezirkskomitee der RGO. Weil er maßgeblich am BVG-Streik 1932 beteiligt war, verlor er seine Arbeitsstelle und damit den Aufsichtsratsposten. Am 28. 2. 1933, in der Nacht des Reichstagsbrandes, wurde Behrendt festgenommen. Er blieb bis September 1933 in Haft. Danach versuchte er, die Arbeit der verbotenen RGO im Bezirk Wedding fortzuführen, wurde deshalb 1935 wieder verhaftet und am 29. 4. 1936 vom Volksgerichtshof zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er starb in der Krankenabteilung des Zuchthauses Luckau. Als Todesursache wurde Lungentuberkulose angegeben.

Die Direktion der BVG [hat] in den letzten Wochen mehrere hundert Entlassungen vorgenommen. [...] Wahrscheinlich wollte Herr Direktor Brolat seinen bisherigen Arbeitern Gelegenheit geben, die Segnungen der deutschen Erwerbslosenfürsorge kennenzulernen. [...] Durch [...] Rationalisierung haben wir aber auch etwas anderes zu verzeichnen, was besonders die Belegschaft der BVG angeht: Eine verschärfte Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft bringt selbstverständlich eine erhöhte Unfallziffer mit sich.

Konni Behrendt am 9. Januar 1930

Der Bäcker Konni Behrendt wurde Anfang der 1920er Jahre Mitglied einer Gewerkschaft und der USPD. 1924 wechselte er zur KPD. Er war 1929 Arbeiter bei der BVG und gehörte als Betriebsrat deren Aufsichtsrat an. 1932 war er Mitglied im Berliner Bezirkskomitee der RGO. Weil er maßgeblich am BVG-Streik 1932 beteiligt war, verlor er seine Arbeitsstelle und damit den Aufsichtsratsposten. Am 28. 2. 1933, in der Nacht des Reichstagsbrandes, wurde Behrendt festgenommen. Er blieb bis September 1933 in Haft. Danach versuchte er, die Arbeit der verbotenen RGO im Bezirk Wedding fortzuführen, wurde deshalb 1935 wieder verhaftet und am 29. 4. 1936 vom Volksgerichtshof zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er starb in der Krankenabteilung des Zuchthauses Luckau. Als Todesursache wurde Lungentuberkulose angegeben.