- Verlegeort
- Innsbrucker Straße 19
- Bezirk/Ortsteil
- Schöneberg
- Verlegedatum
-
21. Mai 2022
- Geboren
- 27. Oktober 1890 in Berlin
- Flucht
- 1939 Südafrika
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Überlebt
Erna wurde am 27. Oktober 1890 in Berlin-Mitte geboren. Sie war das achte und jüngste Kind von Schmelka Leyser (1844-1921) und Alma Leyser, geb. Wisch (1852-1936).
Am 27. Januar 1912 heiratete Erna den in Österreich geborenen Richard Schwarz. Am 27. November 1912 wurde ihr einziges Kind Gerda Schwarz in Berlin geboren. Die Familie zog anschließend ins österreichische Graz. Richard verstarb im Jahr 1924 oder 1925 und Erna zog mit Gerda zurück nach Berlin.
Erna und ihre Tochter lebten zusammen in der Innsbrucker Straße 19 in Berlin-Schöneberg. Im Jahr 1936 wanderte Gerda über Italien nach Südafrika aus. Anschließend nahm Erna ihre älteste Schwester Therese Wedel, geb. Leyser, bei sich auf. Beide lebten bis 1939 in der Innsbrucker Straße 19.
Am 20. April 1939 folgte Erna ihrer Tochter Gerda und emigrierte ebenfalls nach Südafrika. Gerda hat offensichtlich in Briefen auf die Auswanderung gedrängt, da es in Deutschland immer gefährlicher wurde. Erna verlor in der Folge ihre deutsche Staatsbürgerschaft. Die Wohnung in der Innsbrucker Str. 19 vermachte sie mit sämtlichem Mobiliar ihrer Schwester Therese.
Erna hat nie wieder geheiratet und sie kam nie mehr nach Deutschland zurück. Nach dem Krieg suchte sie erfolglos nach ihren beiden Schwestern Therese Wedel und Elsa Rosenfeld. Beide waren am 13. Januar 1942 von Berlin in das Ghetto Riga deportiert und dort ermordet worden. 1940 war Elsa ebenfalls in die Wohnung in der Innsbrucker Str. 19 gezogen. Im Wiedergutmachungsverfahren erhielt Erna 600 Mark als Entschädigung für ihre Möbel, welche nach der Deportation ihrer Schwestern vom deutschen Staat beschlagnahmt und verkauft wurden.
Erna wurde in Südafrika zweifache Groß- und mehrfache Urgroßmutter. Sie verstarb am 19. Juni 1971 in Johannesburg, wo sich auch heute noch ihr Grab befindet. Ihre Nachfahren leben heute in Großbritannien, Südafrika und Australien. Ihre Tochter Gerda kehrte 1978 nach Berlin zurück, wo sie im Jahr 2008 verstarb.
Ernas älterer Bruder Erich Leyser wurde 1941 zusammen mit seiner Ehefrau und seiner 17-jährigen Tochter von Hamburg in das Ghetto Minsk deportiert. Alle drei kehrten aus der Deportation nicht mehr zurück. Die Wohnung in der Innsbrucker Straße 19 war im März 1942 bereits neu vermietet. Das Haus war bei Kriegsende stark zerstört und wurde in den 1950er Jahren abgetragen.
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