Margarete Lichtwitz geb. Auerbach

Verlegeort
Kantstr. 30
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
27. März 2015
Geboren
1877
Deportation
am 17. März 1943 nach Theresienstadt
Überlebt
  • Stolperstein Margarete Lichtwitz Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
    Stolperstein Margarete Lichtwitz Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

    Stolperstein Margarete Lichtwitz Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

  • Margarete Lichtwitz und ihr Enkel Heinz ca. 1936, Foto von Henry Foner
    Margarete Lichtwitz und ihr Enkel Heinz ca. 1936, Foto von Henry Foner

    Margarete Lichtwitz und ihr Enkel Heinz ca. 1936, Foto von Henry Foner

Margarete Auerbach wurde am 20 Dezember 1877 als Tochter des Philosophieprofessors Leopold Auerbach und seiner Frau Elise geb. Solon in Berlin geboren. <br />
Margarete bildete zusammen mit ihren Geschwistern die Auerbach’sche Erbengemeinschaft, die Eigentümergemeinschaft des Eckhauses Kantstraße30/Schlüterstraße 63. 1938 wurde das Haus zwangsweise veräußert. Der neue Eigentümer war ein Georg Schultz, an den die Familie Lichtwitz von nun an die Miete abzuführen hatte. Nach dem Krieg eröffneten die Überlebenden der Auerbach’sche Erbengemeinschaft gegen Georg Schultz ein Wiedergutmachungsverfahren, in dem es um die Immobilie Kantstraße/Schlüterstraße ging.<br />
<br />
Margarete heiratete am 27. Juni 1901 Ernst Lichtwitz, den Druckereibesitzer und Erben der traditionsreichen „Buchdruckerei Max Lichtwitz“, die 1862 von seinem Vater gegründet worden war. Das Ehepaar bekam drei Söhne: Max, geb.7. Mai 1902, Ludwig, geb.11. Juli 1903 und Walter, geb. 9.Juni 1907. Bis 1932 hatte die Familie Lichtwitz in der Augsburger Straße 30 gewohnt, ab 1933 lebten sie alle, auch mit den späteren Schwiegerkindern, in der Kantstraße 30.<br />
Am 9.August 1937 starb Ernst Lichtwitz nach schwerer Krankheit. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof Weißensee bestattet. Die Söhne Ludwig und Walter waren beide beruflich in seine Fußstapfen getreten und Buchdrucker geworden, während Max Jura studiert hatte und Rechtsanwalt geworden war.<br />
Die verwitwete Margarete Lichtwitz blieb in der Kantstraße 30 wohnen. Sie kümmerte sich intensiv um ihren Enkel Heinz, der als 5Jähriger seine Mutter verloren hatte. Ilse Lichtwitz hatte sich 1937 das Leben genommen.<br />
<br />
Am 17. März 1943 wurde sie mit dem sogenannten 4. Alterstransport – er umfasste 1342 Menschen - nach Theresienstadt deportiert. Margarete gehörte zu den 200 Überlebenden dieses Transports. Wie durch ein Wunder überlebte sie die unmenschlichen Lagerbedingungen des Ghettos und die sich noch in den letzten Wochen im Lager ausbreitende Typhusepidemie.<br />
Sie kehrte nach Berlin zurück und starb am 14. August 1951.

Margarete Auerbach wurde am 20 Dezember 1877 als Tochter des Philosophieprofessors Leopold Auerbach und seiner Frau Elise geb. Solon in Berlin geboren.
Margarete bildete zusammen mit ihren Geschwistern die Auerbach’sche Erbengemeinschaft, die Eigentümergemeinschaft des Eckhauses Kantstraße30/Schlüterstraße 63. 1938 wurde das Haus zwangsweise veräußert. Der neue Eigentümer war ein Georg Schultz, an den die Familie Lichtwitz von nun an die Miete abzuführen hatte. Nach dem Krieg eröffneten die Überlebenden der Auerbach’sche Erbengemeinschaft gegen Georg Schultz ein Wiedergutmachungsverfahren, in dem es um die Immobilie Kantstraße/Schlüterstraße ging.

Margarete heiratete am 27. Juni 1901 Ernst Lichtwitz, den Druckereibesitzer und Erben der traditionsreichen „Buchdruckerei Max Lichtwitz“, die 1862 von seinem Vater gegründet worden war. Das Ehepaar bekam drei Söhne: Max, geb.7. Mai 1902, Ludwig, geb.11. Juli 1903 und Walter, geb. 9.Juni 1907. Bis 1932 hatte die Familie Lichtwitz in der Augsburger Straße 30 gewohnt, ab 1933 lebten sie alle, auch mit den späteren Schwiegerkindern, in der Kantstraße 30.
Am 9.August 1937 starb Ernst Lichtwitz nach schwerer Krankheit. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof Weißensee bestattet. Die Söhne Ludwig und Walter waren beide beruflich in seine Fußstapfen getreten und Buchdrucker geworden, während Max Jura studiert hatte und Rechtsanwalt geworden war.
Die verwitwete Margarete Lichtwitz blieb in der Kantstraße 30 wohnen. Sie kümmerte sich intensiv um ihren Enkel Heinz, der als 5Jähriger seine Mutter verloren hatte. Ilse Lichtwitz hatte sich 1937 das Leben genommen.

Am 17. März 1943 wurde sie mit dem sogenannten 4. Alterstransport – er umfasste 1342 Menschen - nach Theresienstadt deportiert. Margarete gehörte zu den 200 Überlebenden dieses Transports. Wie durch ein Wunder überlebte sie die unmenschlichen Lagerbedingungen des Ghettos und die sich noch in den letzten Wochen im Lager ausbreitende Typhusepidemie.
Sie kehrte nach Berlin zurück und starb am 14. August 1951.