- Verlegeort
- Kantstraße 59
- Bezirk/Ortsteil
- Charlottenburg
- Verlegedatum
-
27. März 2015
- Geboren
- 06. November 1888 in Soldin (Brandenburg) / Myślibórz
- Beruf
- Kaufmann
- Deportation
- am 17. November 1941 nach Kaunas / Kowno
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Ermordet
- 25. November 1941 in Kaunas / Kowno
Eugen Hermann Hirschberg wurde am 6. November 1888 in Soldin im Kreis Soldin in der preußischen Provinz Brandenburg (heute Myślibórz, Polen) geboren. Für seine Eltern, den Kaufmann Alexander Hirschberg (*1855) und dessen Ehefrau Jenny Hirschberg geborene Brieger (*1855), war er der älteste von insgesamt zwei Söhnen. Eugens Bruder Arthur Richard, der am 15. August 1895 zur Welt kam, wurde nur zwei Monate alt. Die Eltern wohnten seit Anfang der 20er Jahre in der Breitenstraße 13 in Luckenwalde.
Eugen wurde wie sein Vater Kaufmann von Beruf.
Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Dienst und wurde mit dem „Eisernen Kreuz“ ausgezeichnet.
Wann und wo er seine spätere Ehefrau Margarethe Jacobi (*3. November 1889)
kennenlernte, ist nicht bekannt. Sie heirateten am 16. Januar 1923 in Berlin-Charlottenburg. Eugen war damals 34 und Margarete 33 Jahre alt. Am 19. Oktober 1925 wurde ihr Sohn Heinz Martin geboren. Sie wohnten damals in der Zeppelinstraße in Spandau bei Berlin. Eugen arbeitete als Handelsvertreter.
Die Ehe hielt nur sieben Jahre und wurde am 10. April 1930 rechtmäßig geschieden. Margarethe ging nach der Scheidung mit dem 5jährigen Heinz nach Auerbach im Vogtland. Dort arbeitete sie für ihren Bruder Louis, der Inhaber einer Wäschefabrik war.
Am 28. März 1931 heiratete Eugen in zweiter Ehe die aus Memel (Klaipeda, Litauen) stammende Nichtjüdin Lina Minna Voigt (*14. September 1890) und zog zu ihr in die Alboinstraße 37 in Berlin-Tempelhof. Diese Ehe hielt acht Jahre und wurde am 24. Januar 1939 geschieden.
Als 1935 seine geschiedene Ehefrau Margarethe mit dem gemeinsamen Sohn Heinz Martin zurück nach Berlin kam, sah Eugen seinen Sohn häufiger. Sie unternahmen gemeinsame Ausflüge in den Zoo, in Museen oder besuchten andere kulturellen Veranstaltungen. Heinz Martin besuchte in dieser Zeit die Theodor-Herzl-Schule am Kaiserdamm in Berlin-Charlottenburg.
Nachdem Margarethes Bruder Louis mit Familie 1937 in die Niederlande gezogen war, fragte Eugen Margarethe 1939, was sie davon hielte, wenn sie als Familie auswanderten, doch Margarethe lehnte diesen Vorschlag ab. Anfang 1939 wanderten dann auch seine ehemaligen Schwiegereltern, die Großeltern seines Sohnes, Otto und Clara Jacobi, in die Niederlande aus. Kurz danach, im Februar 1939, ergab sich die Möglichkeit, Heinz Martin mit einem Kindertransport ebenfalls in die Niederlande zu schicken. Auf dem Bahnhof Zoo sah Eugen seinen Sohn zum letzten Mal.
In einem USC (University Southern California) - Interview 1998 erinnerte sich sein Sohn Heinz an seinen Vater als höflichen, freundlichen und interessierten Mann, der mehr deutsch als jüdisch war. Da er am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, war er überzeugt, dass die Deutschen ihm nichts antun würden.
Bei der „Minderheiten-Volkszählung" am 17. Mai 1939 war Eugen in der Hauptstraße 37 in Berlin-Schöneberg gemeldet. Seine letzte Adresse vor der Deportation war die Fritschestraße 77 in Berlin-Charlottenburg.
Gemeinsam mit seiner geschiedenen ersten Ehefrau Margarethe deportierte ihn die Gestapo mit dem 6. Osttransport vom 17. November 1941 nach Kaunas (Kowno, Litauen). Wenige
Tage später, am 25. November 1941, wurden sie dort ermordet. Eugen Hermann Hirschberg starb mit 53 Jahren. Margarethe starb mit 52 Jahren.
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