Eduard Urmann

Verlegeort
Kolonnenstr. 10 -11
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
06. März 2009
Geboren
23. Juli 1883
Beruf
Angestellter im Elektrizitätswerk
Deportation
am 19. Oktober 1942 nach Riga
Ermordet
22. Oktober 1942 in Riga
  • Stolperstein für Eduard Urmann. Copyright: MTS

    Stolperstein für Eduard Urmann. Copyright: MTS

Eduard Urmann wurde am 23. Juli 1883 in Czernowitz/Cernauti als Sohn von Israel Traub und Friede Urmann geboren. Er hatte vier Geschwister, Salomon, Ignatz, Eleonore und Jetti. <br />
<br />
Eduard Urmann studierte an der Technischen Universität von Wien Bauwesen und arbeitete ab 1912 für die Bosnischen Elektrizitätswerke in Sarajewo und hatte anschließend übernahm er als Ingenier die Bauleitung von verschiedenen Bauvorhaben in Bosnien, Herzegowina, Österreich und Bayern. 1918 erhielt er einen Einberufungsbefehl, wurde dann aber nicht eingezogen. <br />
Er zog nach Berlin und versuchte sich zunächst hier und dann in Potsdam mit einem Teilhaber im Konfektionsgeschäft eine Existenz aufzubauen. <br />
Ab 1935 besaß er die "Herrenwäsche- und Blusenfabrikation E. Urmann" und ließ sich dann auch in Berlin in der Klosterstraße 7-9 mit einer "Herren-Oberwäsche-Fabrikation" nieder. <br />
Er lebte mit seiner Partnerin Helene Klein und dem gemeinsamen Sohn Egon ebenfalls ab 1935 in der Kolonnenstraße 10-11 in Schöneberg. Dem Sohn zufolge entschied sich das Paar schon früh gegen eine Heirat, um die nicht jüdische Helene und den Sohn Egon vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten besser schützen zu können. <br />
<br />
Am 22. Juli 1942 wurde Eduard Urmann in der Kolonnenstraße 10-11 von der Gestapo verhaftet und am 19. Oktober 1942 vom Güterbahnhof Moabit mit dem 21. Osttransport nach Riga deportiert. Dort wurde er vermutlich direkt nach der Ankunft getötet. <br />
Die Fabrik wurde im Jahr 1942 konfisziert und für eine niedrige Summe an einen arischen Besitzer verkauft, das private Sparkonto von Eduard Urmann ging in den Besitz der Nationalsozialisten über. Helene und Eduard Klein mussten die Wohnung verlassen und zwangsweise in die Bleibtreustraße 25 ziehen. Während der Bombardements auf Berlin wurden sie in den Warthegau/Okręg Warcki evakuriert und erlebten dort das Kriegsende. Helene Klein starb 1954 im Alter von 44 Jahren. Der Sohn Egon bemühte sich lange um einen erfolgreichen Antrag auf Wiedergutmachung bzw. Entschädigung, dieser wurde im Jahr 2005 abgelehnt.<br />
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Eduard Urmann wurde am 23. Juli 1883 in Czernowitz/Cernauti als Sohn von Israel Traub und Friede Urmann geboren. Er hatte vier Geschwister, Salomon, Ignatz, Eleonore und Jetti.

Eduard Urmann studierte an der Technischen Universität von Wien Bauwesen und arbeitete ab 1912 für die Bosnischen Elektrizitätswerke in Sarajewo und hatte anschließend übernahm er als Ingenier die Bauleitung von verschiedenen Bauvorhaben in Bosnien, Herzegowina, Österreich und Bayern. 1918 erhielt er einen Einberufungsbefehl, wurde dann aber nicht eingezogen.
Er zog nach Berlin und versuchte sich zunächst hier und dann in Potsdam mit einem Teilhaber im Konfektionsgeschäft eine Existenz aufzubauen.
Ab 1935 besaß er die "Herrenwäsche- und Blusenfabrikation E. Urmann" und ließ sich dann auch in Berlin in der Klosterstraße 7-9 mit einer "Herren-Oberwäsche-Fabrikation" nieder.
Er lebte mit seiner Partnerin Helene Klein und dem gemeinsamen Sohn Egon ebenfalls ab 1935 in der Kolonnenstraße 10-11 in Schöneberg. Dem Sohn zufolge entschied sich das Paar schon früh gegen eine Heirat, um die nicht jüdische Helene und den Sohn Egon vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten besser schützen zu können.

Am 22. Juli 1942 wurde Eduard Urmann in der Kolonnenstraße 10-11 von der Gestapo verhaftet und am 19. Oktober 1942 vom Güterbahnhof Moabit mit dem 21. Osttransport nach Riga deportiert. Dort wurde er vermutlich direkt nach der Ankunft getötet.
Die Fabrik wurde im Jahr 1942 konfisziert und für eine niedrige Summe an einen arischen Besitzer verkauft, das private Sparkonto von Eduard Urmann ging in den Besitz der Nationalsozialisten über. Helene und Eduard Klein mussten die Wohnung verlassen und zwangsweise in die Bleibtreustraße 25 ziehen. Während der Bombardements auf Berlin wurden sie in den Warthegau/Okręg Warcki evakuriert und erlebten dort das Kriegsende. Helene Klein starb 1954 im Alter von 44 Jahren. Der Sohn Egon bemühte sich lange um einen erfolgreichen Antrag auf Wiedergutmachung bzw. Entschädigung, dieser wurde im Jahr 2005 abgelehnt.