Eva Mendel geb. Vallentin

Verlegeort
Landauer Str. 11
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
30. September 2010
Geboren
02. Juni 1870
Flucht in den Tod
04. September 1942 in Berlin
  • Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
    Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

    Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

Eva Mendel geb. Vallentin wurde am 2. Juni 1870 in Berlin geboren. Am Tag der Volkszählung (17.5.1939) war sie in der Landauer Straße 11 gemeldet. Zuletzt wohnte sie allerdings in der Prinzregentenstraße 6 bei Werner und Edith Karoly, die Anfang März 1943 nach Auschwitz deportiert wurden.<br />
<br />
Die Geheime Staatspolizei hatte die 72jährige Frau zeitweise aus den Augen verloren. Am 23.8.1942 schrieb sie in ihre Akten: „Vermutlich Selbsttötung“. Obwohl Eva Mendel erst am 4. September 1942 Selbstmord beging, notierte die Gestapo aber zwölf Tage später am 16.9.1942, sie wäre „flüchtig“ und ihr Vermögen werde eingezoge.<br />
Das erst neun Monate danach, am 15.6.1943, erfasste Inventar und Vermögen bestand aus geringem Möbelbesitz, aber einem Goldpfandbrief im Wert von 4 500 Reichsmark und einem Guthaben von etwa 10 000 RM bei der Deutschen Bank. Alles, was Eva Mendel in ihrer Verzweiflung zurückließ, kassierte der nationalsozialistische Staat. Es wurde, wie die Beamten im Oberfinanzpräsidium aufschrieben, „zu Gunsten des Deutschen Reiches eingezogen“. <br />
<br />

Eva Mendel geb. Vallentin wurde am 2. Juni 1870 in Berlin geboren. Am Tag der Volkszählung (17.5.1939) war sie in der Landauer Straße 11 gemeldet. Zuletzt wohnte sie allerdings in der Prinzregentenstraße 6 bei Werner und Edith Karoly, die Anfang März 1943 nach Auschwitz deportiert wurden.

Die Geheime Staatspolizei hatte die 72jährige Frau zeitweise aus den Augen verloren. Am 23.8.1942 schrieb sie in ihre Akten: „Vermutlich Selbsttötung“. Obwohl Eva Mendel erst am 4. September 1942 Selbstmord beging, notierte die Gestapo aber zwölf Tage später am 16.9.1942, sie wäre „flüchtig“ und ihr Vermögen werde eingezoge.
Das erst neun Monate danach, am 15.6.1943, erfasste Inventar und Vermögen bestand aus geringem Möbelbesitz, aber einem Goldpfandbrief im Wert von 4 500 Reichsmark und einem Guthaben von etwa 10 000 RM bei der Deutschen Bank. Alles, was Eva Mendel in ihrer Verzweiflung zurückließ, kassierte der nationalsozialistische Staat. Es wurde, wie die Beamten im Oberfinanzpräsidium aufschrieben, „zu Gunsten des Deutschen Reiches eingezogen“.