Louis Leyser Silbermann

Verlegeort
Lindenthaler Allee 29
Historischer Name
Theodor-Fritsch-Allee
Bezirk/Ortsteil
Schlachtensee
Verlegedatum
31. März 2017
Geboren
21. Mai 1879
Beruf
Kaufmann
Flucht
1938 nach Frankreich
Inhaftiert (t.b.d.)
1938 24. August 1938 in Sachsenhausen
Verhaftet
1940 in Gurs / Frankreich
Ermordet
14. Dezember 1941 in Recebedou / Frankreich
  • Stolperstein für Louis Leyser Silbermann (Bild: Projekt-Stolpersteine)
    Stolperstein für Louis Leyser Silbermann (Bild: Projekt-Stolpersteine)

    Stolperstein für Louis Leyser Silbermann (Bild: Projekt-Stolpersteine)

Louis Leyser Silbermann wurde am 21.05.1879 in Schirwindt, das lag in Ostpreußen an der Grenze zu Litauen, geboren. Heute gibt es dort nur noch das Gebiet Kutusowo im Oblast Kaliningrad (Russland). Bei dieser Siedlung handelt es sich um die Reste der „verschwundenen Stadt“ Schirwindt. „Verschwundene Stadt“ – welch Menetekel für die damalige Zeit.<br />
<br />
Wann Louis Silbermann mit seinem Bruder Max nach Berlin kam, ist nicht bekannt, spätestens aber als Jugendlicher oder junger Mann, denn er heiratete in Berlin Charlotte Richter und seine zwei Söhne Kurt (1911) und Alfred (1915) wurden auch hier geboren. Beide Brüder waren Kaufleute und hatten u.a. zusammen eine Seidenwaren-Agentur. Sein Bruder lebte mit seiner Familie in Schöneberg. Auch sie wurden von den Nazis verfolgt und sind umgekommen. <br />
Louis Silbermann kaufte schon 1922 das Grundstück Lindenallee 29 (später Theodor-Frisch-Allee, heute Lindenthaler Allee) in Berlin Schlachtensee und lies sich dort 1932 ein Haus bauen, das heute noch steht. Er wohnte vorher mit seiner Familie in Berlin-Tempelhof, Hohenzollernkorso 9 und betrieb u.a. ein Geschäft für Spitzen und Tüllen in der Kommandantenstraße 14 in Kreuzberg, das er schon 1935 aufgeben musste. Die mit seinem Bruder gemeinsam betriebene Seidenagentur in der Charlottenstr. 65 schloss 1936, beide wohl nicht freiwillig. Die Nazis begannen schon sehr früh die Möglichkeit der Geschäftstätigkeit allen denen zu entziehen, die für sie als Juden galten. Louis Silbermann konnte mit seiner Familie vermutlich von seinem Ersparten leben, ohne einer Arbeit nachzugehen. <br />
Das nun wieder machten die Nazis ihm und anderen zum Vorwurf und verschleppten ihn unter dem perfiden Vorwand, ein „asozialer Jude“ (so in den Akten) zu sein, im Sommer 1938 nach Sachsenhausen. <br />
Er kam am 24.8. 1938 nur frei, weil er sich verpflichtete, unverzüglich Deutschland zu verlassen. Dafür war allerdings eine „Reichsfluchtsteuer“ fällig. Um das zu können, musste er den größten Teil seines Besitzes verkaufen. Er verließ wohl am 29.9.1938 Deutschland, es gelang ihm aber nur nach Südfrankreich zu fliehen. Seine Ausbürgerung wurde im Reichsanzeiger vom 08.05.1940 angezeigt. Nach der Besetzung Frankreichs 1940 wurde er wieder verhaftet und im Lager Gurs festgesetzt. Er verstarb im Lager Recebedou bei Toulouse am 14.12.1941. <br />
<br />
Auf dem Stolperstein ist als biographische Angabe vermerkt: „als asozial stigmatisiert“. Den perfiden Vorwand der Nazis, ihn zu entrechten und zu demütigen, sprachlich auf dem Stolperstein aufzunehmen, hat bei der Vorbereitung der Verlegung am 31.3.2017 durch die AG Spurensuche, die in der evangelischen Kirchengemeinde Schlachtensee arbeitet, für erhebliche Irritationen gesorgt und konnte nicht von allen der AG akzeptiert werden.

Louis Leyser Silbermann wurde am 21.05.1879 in Schirwindt, das lag in Ostpreußen an der Grenze zu Litauen, geboren. Heute gibt es dort nur noch das Gebiet Kutusowo im Oblast Kaliningrad (Russland). Bei dieser Siedlung handelt es sich um die Reste der „verschwundenen Stadt“ Schirwindt. „Verschwundene Stadt“ – welch Menetekel für die damalige Zeit.

Wann Louis Silbermann mit seinem Bruder Max nach Berlin kam, ist nicht bekannt, spätestens aber als Jugendlicher oder junger Mann, denn er heiratete in Berlin Charlotte Richter und seine zwei Söhne Kurt (1911) und Alfred (1915) wurden auch hier geboren. Beide Brüder waren Kaufleute und hatten u.a. zusammen eine Seidenwaren-Agentur. Sein Bruder lebte mit seiner Familie in Schöneberg. Auch sie wurden von den Nazis verfolgt und sind umgekommen.
Louis Silbermann kaufte schon 1922 das Grundstück Lindenallee 29 (später Theodor-Frisch-Allee, heute Lindenthaler Allee) in Berlin Schlachtensee und lies sich dort 1932 ein Haus bauen, das heute noch steht. Er wohnte vorher mit seiner Familie in Berlin-Tempelhof, Hohenzollernkorso 9 und betrieb u.a. ein Geschäft für Spitzen und Tüllen in der Kommandantenstraße 14 in Kreuzberg, das er schon 1935 aufgeben musste. Die mit seinem Bruder gemeinsam betriebene Seidenagentur in der Charlottenstr. 65 schloss 1936, beide wohl nicht freiwillig. Die Nazis begannen schon sehr früh die Möglichkeit der Geschäftstätigkeit allen denen zu entziehen, die für sie als Juden galten. Louis Silbermann konnte mit seiner Familie vermutlich von seinem Ersparten leben, ohne einer Arbeit nachzugehen.
Das nun wieder machten die Nazis ihm und anderen zum Vorwurf und verschleppten ihn unter dem perfiden Vorwand, ein „asozialer Jude“ (so in den Akten) zu sein, im Sommer 1938 nach Sachsenhausen.
Er kam am 24.8. 1938 nur frei, weil er sich verpflichtete, unverzüglich Deutschland zu verlassen. Dafür war allerdings eine „Reichsfluchtsteuer“ fällig. Um das zu können, musste er den größten Teil seines Besitzes verkaufen. Er verließ wohl am 29.9.1938 Deutschland, es gelang ihm aber nur nach Südfrankreich zu fliehen. Seine Ausbürgerung wurde im Reichsanzeiger vom 08.05.1940 angezeigt. Nach der Besetzung Frankreichs 1940 wurde er wieder verhaftet und im Lager Gurs festgesetzt. Er verstarb im Lager Recebedou bei Toulouse am 14.12.1941.

Auf dem Stolperstein ist als biographische Angabe vermerkt: „als asozial stigmatisiert“. Den perfiden Vorwand der Nazis, ihn zu entrechten und zu demütigen, sprachlich auf dem Stolperstein aufzunehmen, hat bei der Vorbereitung der Verlegung am 31.3.2017 durch die AG Spurensuche, die in der evangelischen Kirchengemeinde Schlachtensee arbeitet, für erhebliche Irritationen gesorgt und konnte nicht von allen der AG akzeptiert werden.