Karl Szydlo

Verlegeort
Linienstr. 44
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2002
Geboren
13. August 1922
Deportation
am 19. Oktober 1942 nach Riga
Ermordet
22. Oktober 1942 in Riga
  • Stolperstein für Karl Szydlo © OTFW
    Stolperstein für Karl Szydlo © OTFW

    Stolperstein für Karl Szydlo © OTFW

Karl Szydlo wurde am 13. August 1922 in Berlin geboren. Seine Eltern Ester Jungermann und der Schuhmacher Jankel (Jakob) Szydlo stammten aus Warschau und waren staatenlos. Sie heirateten im September 1930 in Berlin. Karl hatte einen älteren Bruder und fünf jüngere Geschwister. Die Familie wohnte Anfang der 1930er-Jahre in Friedrichshain in der Barnimstraße 32 und später in Berlin-Mitte in der Grenadierstraße 19 (heute Almstadtstraße). Karls Großeltern Menachem und Bluma Devorah Jungermann wohnten nur wenige Häuser entfernt. <br />
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Im Oktober 1928 wurde Karl Szydlo in Berlin eingeschult. Drei Jahre später wurde seine jüngste Schwester geboren und im selben Jahr starb sein Vater. Seine Mutter betrieb in der Folgezeit einen Marktstand, um den Lebensunterhalt der achtköpfigen Familie zu verdienen. Wie aus Dokumenten über Karls Schulbesuch hervorgeht, lebte er offenbar vorübergehend in einem jüdischen Erziehungsheim in Marburg. Von dort kehrte er im Mai 1935 nach Berlin zurück. 1936 verließ er die Volksschule nach der achten – bzw. nach damaliger umgekehrter Zählweise nach der ersten – Klasse. Ob er anschließend eine Lehre begonnen hat, ist nicht bekannt. Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zog er in die Linienstraße 44 um. Dort lebte auch seine Tante Jochewed Goldschal, deren Mann Israel und Sohn Avrom nach Polen abgeschoben worden waren. Jochewed Goldschal gelang es, unter falscher Identität in Berlin und später in einem Versteck im Umland zu überleben. Ihre Töchter Rosa und Betti konnten mit Kindertransporten nach Schottland gerettet werden. Auch Karls Schwester Jetti gelang 1939 die Flucht nach Dänemark.<br />
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Über Karl Szydlos letzte Lebensjahre ist nur bekannt, dass er zuletzt in der Weberstraße 6 wohnte. Nachdem einige Tage zuvor bereits seine Mutter und vier seiner Geschwister nach Riga deportiert worden waren, wurde auch der damals 20-Jährige am 19. Oktober 1942 mit dem „21. Osttransport“ nach Riga verschleppt und dort am 22. Oktober 1942 ermordet. Seine Mutter und fünf seiner sechs Geschwister wurden ebenfalls ermordet.

Karl Szydlo wurde am 13. August 1922 in Berlin geboren. Seine Eltern Ester Jungermann und der Schuhmacher Jankel (Jakob) Szydlo stammten aus Warschau und waren staatenlos. Sie heirateten im September 1930 in Berlin. Karl hatte einen älteren Bruder und fünf jüngere Geschwister. Die Familie wohnte Anfang der 1930er-Jahre in Friedrichshain in der Barnimstraße 32 und später in Berlin-Mitte in der Grenadierstraße 19 (heute Almstadtstraße). Karls Großeltern Menachem und Bluma Devorah Jungermann wohnten nur wenige Häuser entfernt.

Im Oktober 1928 wurde Karl Szydlo in Berlin eingeschult. Drei Jahre später wurde seine jüngste Schwester geboren und im selben Jahr starb sein Vater. Seine Mutter betrieb in der Folgezeit einen Marktstand, um den Lebensunterhalt der achtköpfigen Familie zu verdienen. Wie aus Dokumenten über Karls Schulbesuch hervorgeht, lebte er offenbar vorübergehend in einem jüdischen Erziehungsheim in Marburg. Von dort kehrte er im Mai 1935 nach Berlin zurück. 1936 verließ er die Volksschule nach der achten – bzw. nach damaliger umgekehrter Zählweise nach der ersten – Klasse. Ob er anschließend eine Lehre begonnen hat, ist nicht bekannt. Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zog er in die Linienstraße 44 um. Dort lebte auch seine Tante Jochewed Goldschal, deren Mann Israel und Sohn Avrom nach Polen abgeschoben worden waren. Jochewed Goldschal gelang es, unter falscher Identität in Berlin und später in einem Versteck im Umland zu überleben. Ihre Töchter Rosa und Betti konnten mit Kindertransporten nach Schottland gerettet werden. Auch Karls Schwester Jetti gelang 1939 die Flucht nach Dänemark.

Über Karl Szydlos letzte Lebensjahre ist nur bekannt, dass er zuletzt in der Weberstraße 6 wohnte. Nachdem einige Tage zuvor bereits seine Mutter und vier seiner Geschwister nach Riga deportiert worden waren, wurde auch der damals 20-Jährige am 19. Oktober 1942 mit dem „21. Osttransport“ nach Riga verschleppt und dort am 22. Oktober 1942 ermordet. Seine Mutter und fünf seiner sechs Geschwister wurden ebenfalls ermordet.