Rosalie Simon geb. den Arend

Verlegeort
Marburger Str.3 --> Marburger Str. 3
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
12. November 2013
Geboren
01. November 1855
Deportation
am 19. April 1943 nach Theresienstadt
Ermordet
13. Dezember 1943 in Theresienstadt
  • Stolperstein Rosalie Simon, Foto:H.-J. Hupka, 2013
    Stolperstein Rosalie Simon, Foto:H.-J. Hupka, 2013

    Stolperstein Rosalie Simon, Foto:H.-J. Hupka, 2013

Rosalie Simon, geboren am 1. November 1855 in Rotterdam mit dem Mädchennamen den Arend, war die Witwe des 1850 geborenen Kommerzienrats Max Simon. Er starb im Jahre 1934 und seine Witwe musste nach seinem Tod die teure Charlottenburger Wohnung in dem zentral gelegenen, prachtvollen Haus verlassen. Denn die von Juden bewohnten Wohnungen wurden versteigert und den Nationalsozialisten nahestehende Unternehmen und Verbänden angeboten. So musste Rosalie Simon nach Tiergarten in die Dörnbergstraße 6 nahe dem Lützowplatz umziehen. Die beiden damals 46 und 43 Jahre altenTöchter Henriette und Mathilde waren längst verheiratet.<br />
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Henriette Knopf, geb. Simon, wurde am 22. Dezember 1878 in Osnabrück geboren. Drei Jahre später, am 30. August 1881, kam ihre Schwester zur Welt, die nach ihrer Heirat Mathilde Bielschowsky hieß. Während Henriette Knopf zum Zeitpunkt der Volkszählung am 17.5.1939 unter der Adresse ihrer Mutter in der Dörnbergstraße 6 gemeldet war, wurde Mathilde Bielschowksky in der Rankestraße 9 registriert. Von den Männern sind keine Spuren zu finden. Beide Frauen sind am 5. September 1942 nach Riga deportiert worden, wo sie am 8. September erschossen wurden. Die 87 Jahre alte Mutter wurde einige Zeit später, am 19. April 1943, zusammen mit 100 überwiegend alten Menschen ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort hielt sie unter grauenvollen Lebensbedingungen – Hunger, Enge, Seuchen und mangelende ärztliche Versorgung – noch acht Monate durch, bevor sie am 13. Dezember 1943 infolge dieser schmachvollen Behandlung starb.<br />
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Das Haus, in dem sie in Berlin zuletzt freiwillig wohnte, existiert nicht mehr. Die Dörnbergstraße wurde im Zuge des Stadtumbaus 1980 ausgelöscht – wo einst das Wohnhaus stand, ist heute eine Grünfläche. Deshalb entschlossen sich die Nachkommen, die Stolpersteine am letzten gemeinsamen Wohnsitz der Urgroßmutter zu verlegen.

Rosalie Simon, geboren am 1. November 1855 in Rotterdam mit dem Mädchennamen den Arend, war die Witwe des 1850 geborenen Kommerzienrats Max Simon. Er starb im Jahre 1934 und seine Witwe musste nach seinem Tod die teure Charlottenburger Wohnung in dem zentral gelegenen, prachtvollen Haus verlassen. Denn die von Juden bewohnten Wohnungen wurden versteigert und den Nationalsozialisten nahestehende Unternehmen und Verbänden angeboten. So musste Rosalie Simon nach Tiergarten in die Dörnbergstraße 6 nahe dem Lützowplatz umziehen. Die beiden damals 46 und 43 Jahre altenTöchter Henriette und Mathilde waren längst verheiratet.

Henriette Knopf, geb. Simon, wurde am 22. Dezember 1878 in Osnabrück geboren. Drei Jahre später, am 30. August 1881, kam ihre Schwester zur Welt, die nach ihrer Heirat Mathilde Bielschowsky hieß. Während Henriette Knopf zum Zeitpunkt der Volkszählung am 17.5.1939 unter der Adresse ihrer Mutter in der Dörnbergstraße 6 gemeldet war, wurde Mathilde Bielschowksky in der Rankestraße 9 registriert. Von den Männern sind keine Spuren zu finden. Beide Frauen sind am 5. September 1942 nach Riga deportiert worden, wo sie am 8. September erschossen wurden. Die 87 Jahre alte Mutter wurde einige Zeit später, am 19. April 1943, zusammen mit 100 überwiegend alten Menschen ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort hielt sie unter grauenvollen Lebensbedingungen – Hunger, Enge, Seuchen und mangelende ärztliche Versorgung – noch acht Monate durch, bevor sie am 13. Dezember 1943 infolge dieser schmachvollen Behandlung starb.

Das Haus, in dem sie in Berlin zuletzt freiwillig wohnte, existiert nicht mehr. Die Dörnbergstraße wurde im Zuge des Stadtumbaus 1980 ausgelöscht – wo einst das Wohnhaus stand, ist heute eine Grünfläche. Deshalb entschlossen sich die Nachkommen, die Stolpersteine am letzten gemeinsamen Wohnsitz der Urgroßmutter zu verlegen.