Rudolf Hans Perls

Verlegeort
Pariser Str. 5
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
24. Februar 2020
Geboren
17. Oktober 1904
Beruf
Kaufmann
Deportation
am 02. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auchwitz
  • Stolperstein Rudolf Hans Perls, Foto: OTFW
    Stolperstein Rudolf Hans Perls, Foto: OTFW

    Stolperstein Rudolf Hans Perls, Foto: OTFW

Rudolf Hans Perls wurde am 17. Oktober 1904 in Berlin geboren. Sein Vater war der Kaufmann Hugo Perls, seine Mutter war Nanny Perls, geb. Kochmann. Hugo Perls betrieb zusammen mit seinem Bruder Benno in der Stralauer Allee eine Nutzholzhandlung. Rudolf kam in der Kreuzberger Wohnung des Ehepaares in der Falkensteinstraße 45 auf die Welt. Ein Jahr später zog die Familie in die nahe gelegene Schlesische Straße 20. <br />
Der Vater Hugo Perls starb am 6. Januar 1918 im Alter von 43 Jahren in der „Privatklinik für Chirurgie des Prof. Karewski“, Meineckestraße 10. Am 11. Januar wurde er auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beerdigt. Zu der Zeit wohnte die Familie Perls in Charlottenburg in der Leibnizstraße 46. <br />
Wie sein Vater erlernte auch Rudolf den Beruf eines Kaufmanns und war als Handelsvertreter tätig. In die Firma seines Vaters konnte er nicht mehr einsteigen. Sein Onkel Benno Perls hatte nach dem Tod seines Bruders den Holzhandel aufgegeben und war nach Charlottenburg gezogen. Die Firma wurde 1938 liquidiert.<br />
Nanny Perls starb am 12. Mai 1933 und wurde an der Seite ihres Mannes in Weißensee beigesetzt. Rudolf gab daraufhin die Wohnung in der Leibnizstraße auf und war vorübergehend, bis zu seiner Eheschließung, in der Eisenacher Straße 89 gemeldet. Wann und wo Rudolf Perls seine spätere Ehefrau, die Zahnärztin Dr. Julia Grünthal, kennenlernte, ist nicht bekannt. Vielleicht führte eine Zahnbehandlung das Paar zusammen. Rudolf und Julia heirateten 1936 und bezogen eine große Wohnung in 2. Stock des Vorderhauses mit angeschlossenen Praxisräumen in der Pariser Straße 5. In der Wohnung lebte auch Rudolfs Schwiegermutter Lina Grünthal. <br />
Am 1. Februar 1938 kam Rudolfs Sohn Peter im Jüdischen Krankenhaus im Wedding auf die Welt. Er hatte nur fünf kurze Jahre zu leben. <br />
Vermutlich war Rudolf nach den Novemberpogromen 1938 die berufliche Existenz genommen und er musste vermutlich Zwangsarbeit leisten. Seiner Frau Julia war bereits ab Juli 1938 die Berufsbezeichnung Zahnärztin aberkannt worden, sie galt fortan als Zahnkrankenbehandlerin und durfte nur noch jüdische Patientinnen und Patienten versorgen.<br />
Rudolf Perls, seine Frau Julia, der Sohn Peter und seine Schwiegermutter Lina Grünthal wurden am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Es war der dritte Großtransport nach der „Fabrikaktion“. Am 27. Februar hatten SS und Gestapo begonnen, jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus den Fabriken zu holen und in Sammellager zu bringen. Alle im Laufe der „Fabrikaktion“ Verhafteten wurden in das KZ Auschwitz deportiert. Nach der Selektion in Birkenau wurden von den 1756 Deportierten 535 Männer und 45 Frauen in das Lager eingewiesen. Die übrigen Menschen wurden sofort nach Ankunft in den Gaskammern ermordet. <br />

Rudolf Hans Perls wurde am 17. Oktober 1904 in Berlin geboren. Sein Vater war der Kaufmann Hugo Perls, seine Mutter war Nanny Perls, geb. Kochmann. Hugo Perls betrieb zusammen mit seinem Bruder Benno in der Stralauer Allee eine Nutzholzhandlung. Rudolf kam in der Kreuzberger Wohnung des Ehepaares in der Falkensteinstraße 45 auf die Welt. Ein Jahr später zog die Familie in die nahe gelegene Schlesische Straße 20.
Der Vater Hugo Perls starb am 6. Januar 1918 im Alter von 43 Jahren in der „Privatklinik für Chirurgie des Prof. Karewski“, Meineckestraße 10. Am 11. Januar wurde er auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beerdigt. Zu der Zeit wohnte die Familie Perls in Charlottenburg in der Leibnizstraße 46.
Wie sein Vater erlernte auch Rudolf den Beruf eines Kaufmanns und war als Handelsvertreter tätig. In die Firma seines Vaters konnte er nicht mehr einsteigen. Sein Onkel Benno Perls hatte nach dem Tod seines Bruders den Holzhandel aufgegeben und war nach Charlottenburg gezogen. Die Firma wurde 1938 liquidiert.
Nanny Perls starb am 12. Mai 1933 und wurde an der Seite ihres Mannes in Weißensee beigesetzt. Rudolf gab daraufhin die Wohnung in der Leibnizstraße auf und war vorübergehend, bis zu seiner Eheschließung, in der Eisenacher Straße 89 gemeldet. Wann und wo Rudolf Perls seine spätere Ehefrau, die Zahnärztin Dr. Julia Grünthal, kennenlernte, ist nicht bekannt. Vielleicht führte eine Zahnbehandlung das Paar zusammen. Rudolf und Julia heirateten 1936 und bezogen eine große Wohnung in 2. Stock des Vorderhauses mit angeschlossenen Praxisräumen in der Pariser Straße 5. In der Wohnung lebte auch Rudolfs Schwiegermutter Lina Grünthal.
Am 1. Februar 1938 kam Rudolfs Sohn Peter im Jüdischen Krankenhaus im Wedding auf die Welt. Er hatte nur fünf kurze Jahre zu leben.
Vermutlich war Rudolf nach den Novemberpogromen 1938 die berufliche Existenz genommen und er musste vermutlich Zwangsarbeit leisten. Seiner Frau Julia war bereits ab Juli 1938 die Berufsbezeichnung Zahnärztin aberkannt worden, sie galt fortan als Zahnkrankenbehandlerin und durfte nur noch jüdische Patientinnen und Patienten versorgen.
Rudolf Perls, seine Frau Julia, der Sohn Peter und seine Schwiegermutter Lina Grünthal wurden am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Es war der dritte Großtransport nach der „Fabrikaktion“. Am 27. Februar hatten SS und Gestapo begonnen, jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus den Fabriken zu holen und in Sammellager zu bringen. Alle im Laufe der „Fabrikaktion“ Verhafteten wurden in das KZ Auschwitz deportiert. Nach der Selektion in Birkenau wurden von den 1756 Deportierten 535 Männer und 45 Frauen in das Lager eingewiesen. Die übrigen Menschen wurden sofort nach Ankunft in den Gaskammern ermordet.