Ernst Siegfried Holz

Verlegeort
Rochstr. 1
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2011
Geboren
11. März 1875
Beruf
Kaufmann
Deportation
am 17. März 1943 nach Theresienstadt
Ermordet
23. März 1943 im Ghetto Theresienstadt
  • Ernst Siegfried Holz © OTFW
    Ernst Siegfried Holz © OTFW

    Ernst Siegfried Holz © OTFW

Ernst Siegfried Holz wurde am 11. März 1875 in Leobschütz (heute: Głubczyce in Polen) als Sohn des jüdischen Ehepaares Leib und Augusta Holz geboren. Er besuchte die Städtische Schule Leobschütz bis zur mittleren Reife, anschließend die Handelsschule und machte eine kaufmännische Lehre. Mit 27 Jahren heiratete er im September 1902 die drei Jahre jüngere Hedwig Korytowski in ihrer Heimatstadt Breslau (Wrocław). Ein Jahr später kam im schlesischen Sagan (heute: Żagań in Polen) Herbert Leo, das erste der drei Kinder des Paares, zur Welt. Im September 1905 zog die Familie in den Großraum Berlin, wo 1906 in Mariendorf die Tochter Alice und 1908 in Boxhagen-Rummelsburg der Sohn Willy geboren wurden.<br />
<br />
Ernst Holz war als Vertreter tätig und bereiste Mecklenburg, Pommern und Brandenburg. Ab 1921 arbeitete er im Auftrag der Stuttgarter Firma Wilhelm Benger Söhne, die damals eine der größten deutschen Trikotagenfabriken betrieb, sowie einige Jahre später zusätzlich für die Strumpffirma Otto Kunze, die ihren Sitz im sächsischen Oberlungwitz hatte, einem Zentrum der Strumpfindustrie.<br />
<br />
In den 1920er-Jahren wohnte Ernst Holz mit seiner Familie in Mahlsdorf, wo er zusammen mit seiner Frau ein Siedlungshaus in der Treskowstraße 16 (nach einigen Quellen Treskowstraße 11) besaß. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er Mitglied des Vorstands der Synagogengemeinde Altlandsberg.<br />
<br />
Seine Tochter Alice, die 1931 geheiratet hatte, emigrierte mit ihrem Mann Max Laufer nach Palästina. Nach der Heirat des ältesten Sohns Herbert im April 1936, wohnte seine Frau Liselotte einige Zeit mit im Haus der Familie.<br />
<br />
Im September 1936 wurde Ernst Holz von der Firma Benger das Vertragsverhältnis gekündigt und im Sommer 1938 entzog ihm auch die Firma Kunze die Vertretung. Beide Firmen erklärten, sie könnten ihn nicht weiter beschäftigen, da er Jude sei. Ernst Holz konnte keine Arbeit mehr finden und lebte mit seiner Frau in der Folgezeit von der Unterstützung seiner Kinder.<br />
<br />
1940 musste Familie Holz aus ihrem Mahlsdorfer Haus ausziehen. Es wurde gegen Zahlung einer Abfindung in Höhe von 1500 Reichsmark – ein Bruchteil des eigentlichen Werts – enteignet. Zwischenzeitlich wohnte Ernst Holz in Hönow in der Rosenstraße 3 und zog dann mit seiner Frau und dem jüngsten Sohn Willy nach Berlin-Mitte in die Rochstraße 1. Dort bewohnten sie zweieinhalb Zimmer einer 6-Zimmer-Wohnung zur Untermiete.<br />
<br />
Am 19. Februar 1943 wurden Ernst Holzʼ Sohn Herbert und seine Schwiegertochter Liselotte nach Auschwitz deportiert. Wenig später, am 8. März 1943, wurden auch Ernst und Hedwig Holz verhaftet. Während beide im Sammellager in der Großen Hamburger Straße inhaftiert waren, wurde der jüngere Sohn Willy am 12. März ebenfalls nach Auschwitz deportiert.<br />
<br />
Aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße wurde Ernst Holz zusammen mit seiner Frau Hedwig am 17. März 1943 nach Theresienstadt deportiert. Er starb dort am 23. März 1943, fünf Tage nach der Ankunft.<br />
<br />
Herbert und Liselotte Holz wurden in Auschwitz ermordet. Willy Holz, der von Auschwitz Anfang 1945 ins KZ Buchenwald verschleppt wurde, starb kurz vor der Befreiung des Lagers.<br />
<br />
Ernst Holzʼ Witwe Hedwig überlebte. Sie kam im Februar 1945 in die Schweiz, als etwa 1200 Inhaftierte aus Theresienstadt aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Jean-Marie Musy und Heinrich Himmler nach St. Gallen überführt wurden. Sie verbrachte über zwei Jahre in einem Schweizer Internierungslager, bevor sie 1947 ihrer Tochter nach Tel Aviv folgen konnte. Dort lebte sie unter dem Namen Hinda Holz bis zu ihrem Tod 1966.<br />
<br />
<br />

Ernst Siegfried Holz wurde am 11. März 1875 in Leobschütz (heute: Głubczyce in Polen) als Sohn des jüdischen Ehepaares Leib und Augusta Holz geboren. Er besuchte die Städtische Schule Leobschütz bis zur mittleren Reife, anschließend die Handelsschule und machte eine kaufmännische Lehre. Mit 27 Jahren heiratete er im September 1902 die drei Jahre jüngere Hedwig Korytowski in ihrer Heimatstadt Breslau (Wrocław). Ein Jahr später kam im schlesischen Sagan (heute: Żagań in Polen) Herbert Leo, das erste der drei Kinder des Paares, zur Welt. Im September 1905 zog die Familie in den Großraum Berlin, wo 1906 in Mariendorf die Tochter Alice und 1908 in Boxhagen-Rummelsburg der Sohn Willy geboren wurden.

Ernst Holz war als Vertreter tätig und bereiste Mecklenburg, Pommern und Brandenburg. Ab 1921 arbeitete er im Auftrag der Stuttgarter Firma Wilhelm Benger Söhne, die damals eine der größten deutschen Trikotagenfabriken betrieb, sowie einige Jahre später zusätzlich für die Strumpffirma Otto Kunze, die ihren Sitz im sächsischen Oberlungwitz hatte, einem Zentrum der Strumpfindustrie.

In den 1920er-Jahren wohnte Ernst Holz mit seiner Familie in Mahlsdorf, wo er zusammen mit seiner Frau ein Siedlungshaus in der Treskowstraße 16 (nach einigen Quellen Treskowstraße 11) besaß. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er Mitglied des Vorstands der Synagogengemeinde Altlandsberg.

Seine Tochter Alice, die 1931 geheiratet hatte, emigrierte mit ihrem Mann Max Laufer nach Palästina. Nach der Heirat des ältesten Sohns Herbert im April 1936, wohnte seine Frau Liselotte einige Zeit mit im Haus der Familie.

Im September 1936 wurde Ernst Holz von der Firma Benger das Vertragsverhältnis gekündigt und im Sommer 1938 entzog ihm auch die Firma Kunze die Vertretung. Beide Firmen erklärten, sie könnten ihn nicht weiter beschäftigen, da er Jude sei. Ernst Holz konnte keine Arbeit mehr finden und lebte mit seiner Frau in der Folgezeit von der Unterstützung seiner Kinder.

1940 musste Familie Holz aus ihrem Mahlsdorfer Haus ausziehen. Es wurde gegen Zahlung einer Abfindung in Höhe von 1500 Reichsmark – ein Bruchteil des eigentlichen Werts – enteignet. Zwischenzeitlich wohnte Ernst Holz in Hönow in der Rosenstraße 3 und zog dann mit seiner Frau und dem jüngsten Sohn Willy nach Berlin-Mitte in die Rochstraße 1. Dort bewohnten sie zweieinhalb Zimmer einer 6-Zimmer-Wohnung zur Untermiete.

Am 19. Februar 1943 wurden Ernst Holzʼ Sohn Herbert und seine Schwiegertochter Liselotte nach Auschwitz deportiert. Wenig später, am 8. März 1943, wurden auch Ernst und Hedwig Holz verhaftet. Während beide im Sammellager in der Großen Hamburger Straße inhaftiert waren, wurde der jüngere Sohn Willy am 12. März ebenfalls nach Auschwitz deportiert.

Aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße wurde Ernst Holz zusammen mit seiner Frau Hedwig am 17. März 1943 nach Theresienstadt deportiert. Er starb dort am 23. März 1943, fünf Tage nach der Ankunft.

Herbert und Liselotte Holz wurden in Auschwitz ermordet. Willy Holz, der von Auschwitz Anfang 1945 ins KZ Buchenwald verschleppt wurde, starb kurz vor der Befreiung des Lagers.

Ernst Holzʼ Witwe Hedwig überlebte. Sie kam im Februar 1945 in die Schweiz, als etwa 1200 Inhaftierte aus Theresienstadt aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Jean-Marie Musy und Heinrich Himmler nach St. Gallen überführt wurden. Sie verbrachte über zwei Jahre in einem Schweizer Internierungslager, bevor sie 1947 ihrer Tochter nach Tel Aviv folgen konnte. Dort lebte sie unter dem Namen Hinda Holz bis zu ihrem Tod 1966.