Paul Herbert Großmann kam am 3. Februar 1895 in Berlin als Sohn der Näherin Marie Großmann und des Kutschers Ludwig Schiller zur Welt. Das Paar hatte bereits ein Kind – den 1893 geborenen Karl –, sie heirateten aber erst im März 1896. Nachdem Ludwig Schiller die Kinder offiziell als von ihm erzeugt anerkannt hatte, erhielten sie seinen Nachnamen. Über Paul Schillers Kindheit und Jugend haben sich ansonsten keine Informationen erhalten. Er erlernte den Beruf des Werkzeugmachers, in den Adressbüchern und Standesamtsdokumenten wird er über die Jahre auch mit folgenden Tätigkeiten aufgeführt: Elektromonteur, Schlosser, Techniker oder Heizer.
Er heiratete im Mai 1925 Käte Vorpahl, geb. 1906 in Stettin, die Ehe wurde allerdings im Mai 1928 geschieden. Am 23. Mai 1929 heiratete Paul Schiller die ebenfalls geschiedene Else Daniel, geb. Attmann, geb. 1904 zu Hankels Ablage (Zeuthen). Aus der ersten Ehe hatte sie eine Tochter, Hildegard (*1923). 1929 wurde die Tochter Ursula geboren, 1936 der Sohn Herbert. Etwa seit 1938 wohnte die Familie in der Stralauer Allee 26 (das ursprüngliche Gebäude existiert nicht mehr).
Bereits in der Weimarer Republik hatte Paul Schiller engen Kontakt zu Kommunisten. Er war etwa seit 1930 Mitglied der Roten Hilfe, einer politischen Hilfsorganisation, die der KPD nahestand und 1924 gegründet wurde. 1933 wurde die Rote Hilfe im Zuge der Reichstagsbrandverordnung von den Nazis verboten, existierte jedoch bis 1936 illegal weiter. Zentralorgan war seit 1929 die illustrierte Justizzeitung „Tribunal“. Von 1934 bis 1935 stellte Paul Schiller seine Wohnung für die Herstellung des „Tribunal“ zur Verfügung und half beim Abziehen der Zeitung, die dann illegal verbreitet wurde.
Er betätigte sich auch weiterhin illegal für die KPD und stand in Verbindung mit antifaschistisch tätigen Genossen im Bezirk Friedrichshain.
Paul Schiller schloss sich gegen Kriegsende der bewaffneten „Kampfgruppe Osthafen“ an. Kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee stellte er ab dem 19. April 1945 seine Wohnung in der Stralauer Allee 26 der Partisanengruppe, die aus ca. 12 Personen bestand, als Stützpunkt zur Verfügung. Sie entwaffneten fanatische Nazis und überredeten versprengte Soldaten und Flakhelfer dazu, die Waffen niederzulegen.
Am 23. April 1945 wurde Paul Schiller durch ein Geschoss tödlich verletzt. Über die genauen Todesumstände gibt es widersprüchliche Zeugenaussagen.
Alle Texte und Bilder auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Erlaubnis des/r Rechteinhaber*in verwendet werden.