Leopold Mann

Verlegeort
Sybelstr. 35
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
08. November 2011
Geboren
08. August 1866
Deportation
am 17. August 1942 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 19. September 1942 nach Treblinka
Ermordet
in Treblinka
  • Leopold Mann © OTFW
    Leopold Mann © OTFW

    Leopold Mann © OTFW

Leopold Mann, der zum Stichtag der Volkszählung am 17. Mai 1939 in der Sybelstraße 35 gemeldet war, wurde von den Nazi-Behörden als „Reichsfeind“ eingestuft, verhaftet und bis zum 5. Dezember 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen eingesperrt. Im Alter von 72 Jahren wurde er entlassen und quartierte sich bei der Familie Haas in der Sybelstraße 35 ein, wo auch Bertha Jacobowitz und ihre Tochter Gertrud untergekommen waren.<br />
<br />
Die wenigen noch vorhandenen Akten geben keine eindeutige Auskunft, wo Leopold Mann, der am 18. August 1866 in Neuwedell (Brandenburg) geboren wurde, zuletzt aus freiem Willen lebte, bevor er zur Deportation abgeholt wurde. Früher hatte er wohl in der Lietzmannstraße 21 im Bezirk Mitte gewohnt, die es nicht mehr gibt, und danach im Altersheim der Jüdischen Kultusvereinigung in der Gerlachstraße 18-21, die ebenfalls nicht mehr existiert. Mann war verwitwet und verfügte nach eigenenn Angaben über ein „Gesamtvermögen von 27.50 RM“, als er sich im Sammellager an der Großen Hamburger Straße zum Abtransport registrieren lassen musste. Am 17. August 1942 wurde er vom Güterbahnhof Moabit an der Putlitzstraße in einen Personenzug mit 987 Menschen gesteckt, der ins Ghetto Theresienstadt fuhr. Von dort kam er wie viele seiner Leidensgefährten ins Vernichtungslager Treblinka, wo er am 19. September 1942 ums Leben gebracht worden ist.<br />
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Fast ein Jahr später entdeckten Finanzbeamte dann noch etwas: eine „Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches mit Auslosungsrechten“, die auf den Namen Leopold Mann lief. Den Betrag von 888,12 Reichsmark ließen sie sich nicht entgehen, denn, so hieß es in einem perfiden Vermerk, „der Genannte“ sei am 17.8.1942 „nach Theresienstadt abgemeldet worden“.

Leopold Mann, der zum Stichtag der Volkszählung am 17. Mai 1939 in der Sybelstraße 35 gemeldet war, wurde von den Nazi-Behörden als „Reichsfeind“ eingestuft, verhaftet und bis zum 5. Dezember 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen eingesperrt. Im Alter von 72 Jahren wurde er entlassen und quartierte sich bei der Familie Haas in der Sybelstraße 35 ein, wo auch Bertha Jacobowitz und ihre Tochter Gertrud untergekommen waren.

Die wenigen noch vorhandenen Akten geben keine eindeutige Auskunft, wo Leopold Mann, der am 18. August 1866 in Neuwedell (Brandenburg) geboren wurde, zuletzt aus freiem Willen lebte, bevor er zur Deportation abgeholt wurde. Früher hatte er wohl in der Lietzmannstraße 21 im Bezirk Mitte gewohnt, die es nicht mehr gibt, und danach im Altersheim der Jüdischen Kultusvereinigung in der Gerlachstraße 18-21, die ebenfalls nicht mehr existiert. Mann war verwitwet und verfügte nach eigenenn Angaben über ein „Gesamtvermögen von 27.50 RM“, als er sich im Sammellager an der Großen Hamburger Straße zum Abtransport registrieren lassen musste. Am 17. August 1942 wurde er vom Güterbahnhof Moabit an der Putlitzstraße in einen Personenzug mit 987 Menschen gesteckt, der ins Ghetto Theresienstadt fuhr. Von dort kam er wie viele seiner Leidensgefährten ins Vernichtungslager Treblinka, wo er am 19. September 1942 ums Leben gebracht worden ist.

Fast ein Jahr später entdeckten Finanzbeamte dann noch etwas: eine „Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches mit Auslosungsrechten“, die auf den Namen Leopold Mann lief. Den Betrag von 888,12 Reichsmark ließen sie sich nicht entgehen, denn, so hieß es in einem perfiden Vermerk, „der Genannte“ sei am 17.8.1942 „nach Theresienstadt abgemeldet worden“.