Direkt zum Inhalt
Skip to content Skip to navigation

Tagung

STEINE DES ANSTOßES ODER NORMIERTES RITUAL?
ZUR ROLLE DES STOLPERSTEIN-PROJEKTS IN DEN ERINNERUNGSKONFLIKTEN DER GEGENWART

· 21. und 22. Februar 2019
· Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin) Raum 2B, 2.OG
· Anmeldung via tagung@stolpersteine-berlin.de (Frist: 10. Februar 2019)

Seit mehr als 20 Jahren verlegt Gunter Demnig in Deutschland und Europa Stolpersteine – jene zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten, die an das Schicksal der im Nationalsozialismus verfolgten Menschen erinnern, eingelassen in den Boden vor ihrem letzten freiwillig gewählten Wohnort, graviert mit Name und Lebensdaten. Was als kleine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum begann, ist heute mit 70.000 Stolpersteinen in 24 Ländern eines der größten dezentralen Denkmäler Europas. Getragen von einer breiten Basis in der Bevölkerung gelten die Stolpersteine als ein stark in der Gesellschaft verankertes Erinnerungsprojekt, das weltweit als Inspirationsquelle für ähnliche Vorhaben dient. Doch diese Entwicklung stößt nicht überall auf Zuspruch, regelmäßig melden sich auch kritische Stimmen zu Wort, die nach den Problemen partizipativer Erinnerungsformen fragen und die Grenzen eines unreflektierten Mitmachprojektes in Hinblick auf eine nur mehr als entlastend wahrgenommene Vergangenheitsbewältigung anmahnen.

Diese Auseinandersetzungen und Diskussionen sollen auf einer internationalen Tagung im Februar 2019 gebündelt vorangetrieben werden. Erstmals wird Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Israel, Kanada, Russland, den Niederlanden sowie den USA und Großbritannien eine Plattform geboten, Gunter Demnigs Kunstprojekt in einen geschichts- und erinnerungspolitischen Kontext einzuordnen. Ziel der Konferenz ist es, die Erfolgsgeschichte der Stolpersteine vergleichend zu analysieren, Kontroversen der letzten Jahrzehnte herauszuarbeiten, die Rolle des Projektes in der europäischen Gedenkkultur – und darüber hinaus – zu bestimmen und schließlich das Netzwerk des Austausches und der Aufklärung zu vertiefen.

Die Tagung ist ein Kooperationsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin. Die Veranstaltung wird unterstützt vom Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam.

Die Vorträge werden in deutscher und englischer Sprache gehalten und richten sich sowohl an ein Fachpublikum als auch an eine geschichtsinteressierte Öffentlichkeit. Anmeldungen werden bis zum 10. Februar 2019 unter tagung@stolpersteine-berlin.de entgegengenommen.

Das vollständige Tagungsprogramm finden Sie hier als Download: