Hanns Steiner

Verlegeort
Trautenaustr. 18
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
29. April 2012
Geboren
23. März 1897 in Berlin
Verhaftet
1939 in Buchenwald
Interniert
1939 in Sachsenhausen
Deportation
nach Auschwitz
Tot
01. Februar 1943 in Auschwitz
Biografie

Carl Hans Steiner wurde am 23. März 1897 in der Friedrichstraße 21 in Berlin-Mitte geboren. Für seine Eltern, den aus Wien stammenden Rechtsanwalt und Notar Ludwig Steiner (*1864) und die aus Berlin stammende Edith Steiner geborene Bry (*1872), war er der einzige Sohn. Seit 1908 wohnte die Familie am Kurfürstendamm 57 in Charlottenburg.

Unter dem Namen Hanns, mit Doppel-n, Steiner wurde er Publizist, Verleger und Herausgeber von Beruf. Er arbeitete u.a. als Verlagsdirektor bei dem Almanach-Verlag mit Büro am Belle-Alliance-Platz, dem Buch-Film-Verlag und einem Verlag seines eigenen Namens, Hanns-Steiner-Verlag. Zusammen mit Lothar Brieger (*1879-1949) brachte er 1919 „Zirkus-Berlin: Bilder Berliner Lebens“ und 1920 „Die Stadt im Taumel: Zeitbilder“ heraus. Auch Kurt Tucholsky veröffentlichte unter zwei verschiedenen Pseudonymen Texte in diesem Buch. 1921 kündigte die Zeitschrift "Der Kinematograph" Hanns Steiners Buch „Madame Dubarry“ als eine "flotte Erzählung" an. Es handelte sich um eine Nacherzählung des berühmten UFA-Stummfilms "Madame Dubarry" von Ernst Lubitsch. 

Am 27. September 1930 heiratete der Verlagsdirektor Hanns Steiner die Verkäuferin Anna Helene Borchert. Die Ehe wurde am 9. Februar 1934 geschieden.

Als Hanns 40 Jahre alt war, starb am 19. April 1937 sein Vater. Ein Jahr später, am 14. Juni 1938, verhaftete die Gestapo Hanns Steiner in Berlin und internierte ihn sieben Monate im Konzentrationslager Buchenwald. Der Grund für die Internierung konnte nicht recherchiert werden. Vermutlich brachte seine publizistische Tätigkeit ihn dort hin. Als Hanns am 17. Januar 1939 entlassen wurde, wohnte seine Mutter zur Untermiete bei Bertha Walther in der Ansbacherstraße 34 in Berlin-Schöneberg. Danach zog sie höchstwahrscheinlich in die Trautenaustraße 18 zur Untermiete, denn als Hauptmieterin war sie nicht gemeldet.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war sie in der Heil- und Pflegeanstalt in Bendorf-Sayn im Landkreis Mayen-Koblenz, Rheinprovinz gemeldet.

Hanns wurde erneut festgenommen und saß in Hannover im Gefängnis in der Leonhardtstraße ein. Am 22. November 1939 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen überführt, wo er bis zum 11. September 1940 interniert war. Was danach mit ihm geschah, ist ungewiss.

Am 15. Juni 1942 wurde seine Mutter Edith Steiner von Sayn über Koblenz, Köln und Düsseldorf in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. 

Hanns Steiner wurde am 1. Februar 1943 in Auschwitz ermordet. Wann er deportiert wurde, war nicht herauszufinden, weil sein Name auf keiner Deportationsliste auftauchte. Er starb mit 45 Jahren.