- Verlegeort
- Trautenaustr. 18
- Bezirk/Ortsteil
- Wilmersdorf
- Verlegedatum
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29. April 2012
- Geboren
- 15. März 1871 in Gnesen (Posen) / Gniezno
- Deportation
- am 28. August 1942 nach Theresienstadt
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Ermordet
- 04. Februar 1943 in Theresienstadt
Helene Hurwitz wurde als Helene Bernstein am 15. März 1871 in Gnesen (Gniezno, Polen) in der Nähe von Posen (Poznań, Polen) geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann Isaak Bernstein und Friedericke (Fritze) Bernstein geborene Pick, war sie das jüngste von insgesamt sieben Kindern. Ihr ältester Bruder Heimann (*1852) war 19 Jahre, Philipp (*1862) 9 Jahre, Adolf (*1863) 8 Jahre und Benno (*1865) 6 Jahre älter als sie. Am 18. April 1866 wurde ihre älteste Schwester Auguste Margarete geboren. Ein Jahr später, am 10. Oktober 1867, kam ihre zweite Schwester Sara Cäcilie zur Welt.
Wie ihre Geschwister erhielt auch sie eine höhere Bildung und schloss die Schule mit dem Reifezeugnis ab.
Wann und wo sie ihren späteren Ehemann, den aus Russ im Kreis Heydekrug, Ostpreußen stammenden Kaufmann Bernhard Hurwitz (*2. März 1869), kennenlernte, ist nicht bekannt. Der 28-jährige Bernhard und die 26-jährige Helene heirateten am 30. April 1897 in Berlin. Die Ehe blieb kinderlos.
Als Helene ihr Elternhaus verließ, wohnte die Familie Bernstein in der Oranienburger Straße 12 in Berlin-Mitte, einem stark jüdisch geprägten Wohnviertel ganz in der Nähe der Neuen Synagoge, die 1866 in der Oranienburger Straße 28 eingeweiht worden war.
Bernhard gründete eine Ledergroßhandlung in der Knesebeckstraße 70/71 in Charlottenburg in der Nähe des Kurfürstendamms, wo das Paar auch lebte. Bernhard Hurwitz starb nach 25 Jahre Ehe, fünf Tage nach der Silberhochzeit, am 5. Mai 1922 mit 53 Jahren. Helenes Bruder Adolf meldete den Todesfall beim Standesamt. Helene wurde mit 51 Jahren Witwe. Das Berliner Adressbuch führte sie 1923 als Kaufmannswitwe. Ab 1925 wurde angezeigt, dass sie in der 2. Etage des Gartenhauses wohnte. Hier gründete sie 1927 ein Schneideratelier. Im Berliner Adressbuch 1931 hieß es „Helene Hurwitz Moden“ und ab 1932 „Helene Hurwitz Kunstgewerblerin“.
Nach Berlin-Wilmersdorf in die Trautenaustraße 18 zog sie 1935 zusammen mit ihrer fünf Jahre älteren Schwester, der Witwe Auguste Margarete Frankenbach. Ihre Schwester Cilly wohnte in der Nähe in der Prager Straße 26.
Kurz nach der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939, wo sie noch in der 1. Etage der Trautenaustraße 18 registriert waren, zogen Helene und Margarete am 30. August 1939 als Untermieterinnen bei der Familie des ungarischen Staatsbürgers Koloman Weinberg in ein möbliertes Zimmer mit Bad- und Küchenbenutzung in die Ludwigkirchstraße 10a. Hier war es Helene nicht mehr möglich, als selbständige Schneiderin und Kunstgewerblerin zu arbeiten. Sie unterstützte und pflegte ihre ältere Schwester.
Am 24. August 1942 wurde sie aufgefordert, ihre Vermögenserklärung auszufüllen und sich am 28. August 1942 zusammen mit ihrer 76-jährigen Schwester Margarete Frankenbach am Anhalter Bahnhof einzufinden. Von dort wurden sie mit 98 weiteren Personen in das Ghetto Theresienstadt deportiert.
Ihre Schwester, die Witwe Sara Littauer geborene Bernstein, wurde am 3. Oktober 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie starb mit 75 Jahren als erste der drei Schwestern am 15. Januar 1943 an den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto. Helene folgte ihr 20 Tage später mit 71 Jahren am 4. Februar 1943 in den Tod. Nur 4 Tage später starb auch Margarete Frankenbach mit 76 Jahren.
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