Manfred Jalowitz wurde am 17. September 1937 in Berlin geboren. Seine Eltern waren Leopold und Minna Jalowitz, geb. Mendelsohn. Manfred hatte einen älteren Bruder, den am 15.09.1933 ebenfalls in Berlin zur Welt gekommenen Günter.
Die Eltern betrieben ab ca. 1935 ein Zigarrengeschäft in der Andreasstraße 11 in Friedrichshain. Ihr Geschäft musste die Familie infolge der Berufsverbote gegen Jüdinnen und Juden allerdings bald wieder aufgeben. Minna und Leopold war die bedrohliche Lage für ihre Familie offenbar sehr bewusst und sie planten zumindest für ihre Kinder die Flucht aus Deutschland.
1939 musste die gesamte Familie in eine Zwangswohnung in der Turmstraße 9 ziehen. Noch im selben Jahr gelang es den Eltern, einen Kindertransport zur Rettung ihrer kleinen Söhne zu organisieren. Manfred und Günter konnten – ohne ihre Eltern – nach Mellerud in Schweden gebracht werden, wo sie in getrennten Gastfamilien unterkamen.
Aus welchen Gründen Minna und Leopold nicht ebenfalls Deutschland verließen, ist unbekannt. Möglicherweise lag es an der Schwangerschaft Minnas, die im März 1940 die Zwillinge Chana und Bela zur Welt brachte. Die vier in Berlin zurückgebliebenen Mitglieder der Familie Jalowitz überlebten den Holocaust nicht. Sie alle wurden 1943 nach Auschwitz verschleppt und ermordet.
Günter Jalowitz zog später nach England, wo er im Januar 2003 in Lancashire verstarb. Manfred Jalowitz blieb in Mellerud, wo er bis zu seinem Tod im Frühjahr 2018 lebte.
Ein Wiedergutmachungsantrag von Manfred Jalowitz aus dem Jahr 1950 wurde abgelehnt.
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