Heinrich Benjamin Kristeller

Location 
Augsburger Str. 27
District
Charlottenburg
Stone was laid
2009
Born
1871
Occupation
Kaufmann, Fabrikant
Deportation
on 14 September 1942 nach Theresienstadt
Murdered
1942 im Ghetto Theresienstadt
  • Foto:Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
    Foto:Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

    Foto:Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Todesfallanzeige Theresienstadt: https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/90225-kristeller-heinrich-benjamin-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt
    Todesfallanzeige Theresienstadt: https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/90225-kristeller-heinrich-benjamin-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt

    Todesfallanzeige Theresienstadt: https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/90225-kristeller-heinrich-benjamin-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt

Heinrich Benjamin Kristeller wurde am 30. April 1871 in Berlin geboren. Er war als Kaufmann in das Adressbuch eingetragen, zuvor als Fabrikant. Es ist zu vermuten, dass er die im Handelsregister stehende Lederhandlung an der Waldstrasse 4 im Stadtbezirk Tiergarten besaß, die 1909 gegründet und 1938 liquidiert wurde. <br />
<br />
Er heiratete am 12. August 1911 die Witwe Alice Gräfenberg, geb. Magnus, und nahm deren Sohn Paul Oskar wie ein eigenes Kind an. Er förderte die Ausbildung des begabten Jungen nach Kräften und erkannte ihn auch offiziell an, sodass er ab seinem 15. Lebensjahr den Familiennamen Kristeller trug.<br />
<br />
Die gemeinsame Tochter von Heinrich und Alice Kristeller, Marie Anne Kristeller, erblickte am 24. August 1913 das Licht der Welt. Später heiratete sie Heinrich Harke (1902-1945), mit dem sie in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte, wo sie am 9. Dezember 1995 in Ohio verstarb.<br />
<br />
Als „letzten Wohnort“ der Kristellers registrierte die Meldebehörde die Rankestraße 23, wohin das Ehepaar vermutlich kurz vor der Deportation zwangsweise umgesiedelt worden war. Vorher hatten sie lange Zeit in der Augsburger Straße 45 gewohnt, jedenfalls waren sie schon 1931 dort gemeldet.<br />
<br />
Zusammen mit seiner Frau Alice wurde Heinrich Benjamin Kristeller am 14. September 1942 mit dem sog. „ 2. Großen Alterstransport“ in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Er überlebte die unsäglichen hygienischen Zustände dort, Kälte, Hunger, Mangel an meidzinischer Versorgung etc. nicht einmal drei Monate. Auf der Todesfallanzeige vom 3. Dezember 1942 wird „Anaemia Perniciosa - Blutzersetzung“ als Todesursache angegeben. Es ist aber bekannt, dass die Angaben zur Todesursache häufig die wahren Gründe wie Mangelernährung, Darmparasiten etc. verschleierten.

Heinrich Benjamin Kristeller wurde am 30. April 1871 in Berlin geboren. Er war als Kaufmann in das Adressbuch eingetragen, zuvor als Fabrikant. Es ist zu vermuten, dass er die im Handelsregister stehende Lederhandlung an der Waldstrasse 4 im Stadtbezirk Tiergarten besaß, die 1909 gegründet und 1938 liquidiert wurde.

Er heiratete am 12. August 1911 die Witwe Alice Gräfenberg, geb. Magnus, und nahm deren Sohn Paul Oskar wie ein eigenes Kind an. Er förderte die Ausbildung des begabten Jungen nach Kräften und erkannte ihn auch offiziell an, sodass er ab seinem 15. Lebensjahr den Familiennamen Kristeller trug.

Die gemeinsame Tochter von Heinrich und Alice Kristeller, Marie Anne Kristeller, erblickte am 24. August 1913 das Licht der Welt. Später heiratete sie Heinrich Harke (1902-1945), mit dem sie in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte, wo sie am 9. Dezember 1995 in Ohio verstarb.

Als „letzten Wohnort“ der Kristellers registrierte die Meldebehörde die Rankestraße 23, wohin das Ehepaar vermutlich kurz vor der Deportation zwangsweise umgesiedelt worden war. Vorher hatten sie lange Zeit in der Augsburger Straße 45 gewohnt, jedenfalls waren sie schon 1931 dort gemeldet.

Zusammen mit seiner Frau Alice wurde Heinrich Benjamin Kristeller am 14. September 1942 mit dem sog. „ 2. Großen Alterstransport“ in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Er überlebte die unsäglichen hygienischen Zustände dort, Kälte, Hunger, Mangel an meidzinischer Versorgung etc. nicht einmal drei Monate. Auf der Todesfallanzeige vom 3. Dezember 1942 wird „Anaemia Perniciosa - Blutzersetzung“ als Todesursache angegeben. Es ist aber bekannt, dass die Angaben zur Todesursache häufig die wahren Gründe wie Mangelernährung, Darmparasiten etc. verschleierten.