Rene Hopp

Location 
Badstraße 64
District
Gesundbrunnen
Stone was laid
2003
Born
1938
Deportation
on 19 October 1942 nach Riga
Murdered
im Ghetto Riga
  • Stolperstein Rene Hopp  © OTFW
    Stolperstein Rene Hopp © OTFW

    Stolperstein Rene Hopp © OTFW

René Hopps kurzes Leben hatte kaum begonnen, als es gewaltsam in Riga endete. Er wurde am 19. September 1938 in Berlin geboren. Am 19. Oktober 1942 wurde er nach Riga deportiert und dort unmittelbar nach seiner Ankunft in den umliegenden Wäldern von Rumbula erschossen.<br />
<br />
René war der Sohn des Tischlers Rudolf Hopp (*1914 in Berlin) und dessen Frau Ruth, geb. Ehmann (*1920 in Herrnstadt/Wąsosz). Seine Eltern hatten sich vermutlich Mitte der 1930er-Jahre in Berlin kennengelernt. Zum Zeitpunkt der Geburt von René Hopp war sein Vater noch in der Wohnung der Großeltern von René, Alfons und Frieda Hopp, in der Potsdamer Straße 179 gemeldet, seine Mutter in einer Wohnung in der Altonaer Straße 5 im Tiergarten. Im Januar 1940 heirateten die beiden und mieteten zwei Zimmer zur Untermiete bei Bernhard Barkowski in der Badstraße 64. Am 20. Oktober 1940 wurde Renés jüngerer Bruder Joel Abel geboren.<br />
<br />
René und sein Bruder wurden in eine Gesellschaft hineingeboren, in der sie aufgrund ihrer Geburt als Söhne jüdischer Eltern als „Volksfeinde“ galten und rassistischer Verfolgung ausgesetzt waren. Es kann für ihre Eltern nicht leicht gewesen sein, die Kleinkinder Ende der 1930er-Jahre angemessen zu versorgen. Für die Mittel des täglichen Bedarfs reichten die diskriminierenden Lebensmittelkarten für Juden kaum aus, die nur in bestimmten Geschäften und zu beschränkten Zeiten zum Bezug von Nahrung berechtigten. Ab dem Jahre 1942 wurden auch diese Mittel noch einmal drastisch eingeschränkt. Sie erhielten beispielsweise kein Fleisch, keine Eier und keine Milch mehr, außerdem keine Weizenerzeugnisse wie Mehl und Weißbrot. Spätestens Anfang der 1940er-Jahre wurden Rudolf und Ruth Hopp außerdem zu Zwangsarbeit herangezogen: Rudolf musste als Tischler in der Möbel- und Kunsttischlerei Otto Gleichmar in der Zossenerstraße 41 in Kreuzberg arbeiten; Ruth war zwangsweise als „Reinemachefrau“ im Goerzwerk von Zeiss Ikon in Zehlendorf eingesetzt.<br />
<br />
Der Entrechtung folgte die Deportation: Die Eheleute Hopp wurden im Herbst 1942 in Berlin verhaftet und zusammen mit ihren beiden Söhnen in eines der Berliner Sammellager verschleppt. Von dort aus wurden sie zusammen mit Renés Großmutter väterlicherseits am 19. Oktober 1942 über den Güterbahnhof Putlitzstraße mit dem „21. Osttransport“ in das Ghetto Riga deportiert. Zu diesem Zeitpunkt war René vier; sein Vater und seine Mutter 28 und 22 Jahre alt. Joel Abel Hopp wurde während des Transports, der drei Tage nach Abfahrt das Ghetto Riga am 22. Oktober 1942 erreichte, zwei Jahre alt. Nach Ankunft in Riga wurden die beiden Brüder mit ihrer Mutter – genauso wie die überwiegende Mehrheit der 959 aus Berlin Deportierten – in den Wald von Rumbula geführt und dort an Gruben erschossen. 81 Männer aus diesem Transport, die handwerkliche Berufe ausübten, wurden für Zwangsarbeit in sogenannte Arbeitskommandos selektiert. Es ist nicht bekannt, ob Renés Vater zu diesen zählte oder ob er ebenfalls – was wahrscheinlicher ist – am 22. Oktober 1942 erschossen wurde. In jedem Fall gehörte keines der fünf Familienmitglieder zu den wenigen Überlebenden von Riga.

René Hopps kurzes Leben hatte kaum begonnen, als es gewaltsam in Riga endete. Er wurde am 19. September 1938 in Berlin geboren. Am 19. Oktober 1942 wurde er nach Riga deportiert und dort unmittelbar nach seiner Ankunft in den umliegenden Wäldern von Rumbula erschossen.

René war der Sohn des Tischlers Rudolf Hopp (*1914 in Berlin) und dessen Frau Ruth, geb. Ehmann (*1920 in Herrnstadt/Wąsosz). Seine Eltern hatten sich vermutlich Mitte der 1930er-Jahre in Berlin kennengelernt. Zum Zeitpunkt der Geburt von René Hopp war sein Vater noch in der Wohnung der Großeltern von René, Alfons und Frieda Hopp, in der Potsdamer Straße 179 gemeldet, seine Mutter in einer Wohnung in der Altonaer Straße 5 im Tiergarten. Im Januar 1940 heirateten die beiden und mieteten zwei Zimmer zur Untermiete bei Bernhard Barkowski in der Badstraße 64. Am 20. Oktober 1940 wurde Renés jüngerer Bruder Joel Abel geboren.

René und sein Bruder wurden in eine Gesellschaft hineingeboren, in der sie aufgrund ihrer Geburt als Söhne jüdischer Eltern als „Volksfeinde“ galten und rassistischer Verfolgung ausgesetzt waren. Es kann für ihre Eltern nicht leicht gewesen sein, die Kleinkinder Ende der 1930er-Jahre angemessen zu versorgen. Für die Mittel des täglichen Bedarfs reichten die diskriminierenden Lebensmittelkarten für Juden kaum aus, die nur in bestimmten Geschäften und zu beschränkten Zeiten zum Bezug von Nahrung berechtigten. Ab dem Jahre 1942 wurden auch diese Mittel noch einmal drastisch eingeschränkt. Sie erhielten beispielsweise kein Fleisch, keine Eier und keine Milch mehr, außerdem keine Weizenerzeugnisse wie Mehl und Weißbrot. Spätestens Anfang der 1940er-Jahre wurden Rudolf und Ruth Hopp außerdem zu Zwangsarbeit herangezogen: Rudolf musste als Tischler in der Möbel- und Kunsttischlerei Otto Gleichmar in der Zossenerstraße 41 in Kreuzberg arbeiten; Ruth war zwangsweise als „Reinemachefrau“ im Goerzwerk von Zeiss Ikon in Zehlendorf eingesetzt.

Der Entrechtung folgte die Deportation: Die Eheleute Hopp wurden im Herbst 1942 in Berlin verhaftet und zusammen mit ihren beiden Söhnen in eines der Berliner Sammellager verschleppt. Von dort aus wurden sie zusammen mit Renés Großmutter väterlicherseits am 19. Oktober 1942 über den Güterbahnhof Putlitzstraße mit dem „21. Osttransport“ in das Ghetto Riga deportiert. Zu diesem Zeitpunkt war René vier; sein Vater und seine Mutter 28 und 22 Jahre alt. Joel Abel Hopp wurde während des Transports, der drei Tage nach Abfahrt das Ghetto Riga am 22. Oktober 1942 erreichte, zwei Jahre alt. Nach Ankunft in Riga wurden die beiden Brüder mit ihrer Mutter – genauso wie die überwiegende Mehrheit der 959 aus Berlin Deportierten – in den Wald von Rumbula geführt und dort an Gruben erschossen. 81 Männer aus diesem Transport, die handwerkliche Berufe ausübten, wurden für Zwangsarbeit in sogenannte Arbeitskommandos selektiert. Es ist nicht bekannt, ob Renés Vater zu diesen zählte oder ob er ebenfalls – was wahrscheinlicher ist – am 22. Oktober 1942 erschossen wurde. In jedem Fall gehörte keines der fünf Familienmitglieder zu den wenigen Überlebenden von Riga.