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Saul Hochdorf

Stolperstein für Saul Hochdorf. Copyright: MTS
LOCATION
Münchener Str. 25

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
05/05/2004

BORN
12/19/1871 in Rzeszow (Galizien)
OCCUPATION
Wäschefabrikant
INHAFTIERT
from 1936 in Sachsenhausen
ABGESCHOBEN
in October 1938 to Polen
DEAD
12/29/1939 in Warschau

Saul Hochdorf, am 19. Dezember 1871 in Rzeszow geboren, war Wäschefabrikant und wohnte mit seiner Frau Frieda und den Söhnen Manfred, geb.1918 (später Eli) und Martin (geb. 1920) im Parterre des Hauses Münchener Straße 25. Ab 1934 betrieb er dort eine Wäschenäherei. Der ältere Sohn Manfred schloss sich der Jugendalija an und wanderte Mittteder 1930er Jahre in Palästina ein. Er lebte nicht mehr in Berlin als sein Vater Saul im Jahr 1936 von der Gestapo verhaftet und in das KZ Sachsenhausen gebracht wurde. So erinnert es zumindest der noch in Berlin verbliebene Martin, der Ende Februar 1938 in die USA auswandern kann. Seine Mutter stirbt wenige Wochen später in Berlin an Krebs.

Es ist bisher nicht gelungen Genaueres über die Haftdauer von Saul Hochdorf in Erfahrung zu bringen, da es kaum erhaltene Aktenbestände aus dem KZ Sachsenhausen gibt, und die Erinnerung von Martin Hochdorf nur soweit reichte, dass sein Vater ihm davon erzählt habe. Das belegt, dass Saul Hochdorf aus Sachsenhausen noch einmal frei gekommen sein muss. Während der sogenannten Polenaktion Ende Oktober 1938 wird Saul Hochdorf zwangsausgewiesen, es ist nicht festzustellen über welche Grenzstelle er nach Warschau gelangt, wo sich seine Spur im Herbst 1939 findet. Er ist bei guter Gesundheit wie ein Schreiben der dortigen Amerikanischen Botschaft vom 6. Dezember 1939 an Martin Hochdorf nach New Orleans berichtet und eine Wohnanschrift nennt, die im Gebiet des noch nicht eingezäunten Ghettos liegt. Dort stirbt Saul Hochdorf unerwartet am 29. Dezember 1939, wie ein Freund aus Warschau an den Sohn nach New Orleans schreibt.

Recherchen von Schülern der Löcknitz-Grundschule für das Denksteinprojekt der Schule im Jahr 1998 bewegten die beiden Brüder Eli (früher Manfred) und Martin Hochdorf zum ersten Besuch in Berlin seit ihrer Emigration. Daraus ist ein zweiter Besuch zur Stolpersteinlegung für Saul Hochdorf im Mai 2004 geworden.


Biographical Compilation

Ruth Federspiel aus: Stolpersteine in Berlin #2. 12 Kiezspaziergänge

Additional Sources

Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Rep. 36 A (II) Akten des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg; Karteikarten der Vermögensverwertungsstelle.

Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945, Bd. I – IV, herausgegeben vom Bundesarchiv, Koblenz 2006.

Christiane Peter, Verwehte Spuren, in Orte des Erinnerns , Bd.2, 1995, S.185.
Biografisches Album, Saul Hochdorf, seit 2005 in der Ausstellung Wir waren Nachbarn.