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Paul Abraham

Stolperstein für Paul Abraham. Fotorechte: OTFW.
Stolperstein für Paul Abraham. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.
LOCATION
Schönhauser Allee 138/139

DISTRICT
Pankow – Prenzlauer Berg
STONE WAS LAID
12/09/2006

BORN
12/18/1886 in Berlin
DEPORTATION
on the 26th of February 1943 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Paul Abraham wurde am 18. Dezember 1886 als Sohn einer deutschjüdischen Kaufmannsfamilie in Berlin geboren. von 1893 bis 1905 besuchte er das Askanische Gymnasium in der Halleschen Straße. Nach dem Abitur studierte er an der Berliner Universität Jura. Das Studium schloss er im Sommersemester 1913 ab, das anschließende Referendariat beendete er im August 1914 mit dem juristischen Examen. Anfang 1915 meldete sich Paul Abraham als freiwilliger Krankenpfleger zum Heeresdienst. Er kam an sowohl an der Ost- und Südostfront als auch an der Westfront zum Einsatz. Durch seinen Dienst als Krankenpfleger war er täglich mit dem Grauen des Ersten Weltkrieges konfrontiert.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft kehrte Paul Abraham im Februar 1919 nach Berlin zurück. Er nahm dort seine bereits 1910, noch als Student, begonnene Arbeit an rechtshistorischer Großunternehmungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften, wie dem Rechtshistorischen Wörterbuch und dem Rechtswörterbuch der Römischen Rechtssprache (Vocabularium iurisprudentiae romanae), wieder auf. 1933 konnte er dort, trotz der einschneidenden Zäsur, die die Machtübernahme der Nationalsozialisten für ihn und alle deutsche Juden bedeutete, seine wissenschaftliche Tätigkeit zunächst weiter fortsetzen, allerdings unter zunehmend erschwerten Bedingungen. Im April 1939 wurde er als einer der letzten jüdischen Mitarbeiter der Berliner Akademie entlassen. Nach einer zwischenzeitlichen Tätigkeit für die Wohlfahrtseinrichtungen der Jüdischen Kultusgemeinde musste er ab 1942 als Zwangsarbeiter bei der Firma Kurt Seidel im Gewerbehof Bülowstraße 66 am Berliner Dennewitzplatz Militärausrüstungen herstellen. Mitte Februar 1943 wurde Paul Abraham aus seiner Wohnung in der Schönhauser Allee 137/139 abgeholt und am 26. Februar 1943 mit dem 30. Transport Berliner Juden über den Bahnhof Berlin-Grunewald nach Auschwitz deportiert. Sein dortiges Schicksal ist ungewiss. Das Vernichtungslager hat er jedoch nicht überlebt. Er gilt als verschollen und wurde 1945 für tot erklärt.


Biographical Compilation

Jens Thiel