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David Spott

Stolperstein für David Spott. Foto: OTFW.
LOCATION
Karl-Marx-Straße 36

DISTRICT
Neukölln – Neukölln
STONE WAS LAID
10/27/2010

BORN
09/11/1883 in Kempen (Posen) / Kępno
DEPORTATION
on the 26th of September 1942 to Raasiku (b. Reval)
MURDERED
in Raasiku (b. Reval)

David Spott wurde am 11. September 1883 in Kempen (Kępno) in Posen geboren. Er war von Beruf Musiker. In den letzten beiden Jahren des Ersten Weltkrieges war er, vermutlich als Militärmusiker, im Belgischen Gent als erster Geiger tätig. 1918 spielte er dort und in Antwerpen im Orchester der Deutschen Oper, 1926/27 finden wir David Spott in der Nachmittagsoper des Neuen Theaters am Zoo in Berlin wieder. Ein Zeugnis der Staatlichen Musikhochschule bescheinigte ihm, ein „empfehlenswerter Vertreter seines Instruments und guter Musiker“ zu sein. Später legte er die Prüfung zum Privatmusiklehrer ab. Unter dieser Berufsbezeichnung taucht David Spott auch bis zu seinem Tod in den Berliner Adressbüchern auf. Ab 1934 wohnte er in der Berliner Straße 20 in Neukölln (heute Karl-Marx-Straße 36), nachdem er zuvor einige Jahre in der Großsiedlung Britz (Hanne Nüte 57) gelebt hatte.

David Spott war verheiratet mit Emmy Spott (geborene Schwiesau). Aus dieser Ehe, die später geschieden wurde, ging die Tochter Gertrud hervor.

Dass der Berufsmusiker sich zumindest mit dem Gedanken trug, Nazideutschland zu verlassen, wissen wir anhand eines Führungszeugnisses vom 24. April 1939, das für Auswanderungszwecke bestimmt war. Die letztendlichen Ursachen für seinen Verbleib in Berlin sind unbekannt. Wie die meisten Juden wurde David Spott während des Krieges zur Zwangsarbeit in so genannten rüstungswichtigen Betrieben eingeteilt, zuerst bei der Firma Riedel in Berlin-Britz, ab dem 26. April 1941 bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken am Eichborndamm im Norden der Stadt. Auf Erlass Hitlers sollten ab September 1942 alle in der Rüstung tätigen Juden durch andere Zwangsarbeiter ersetzt werden.

David Spott wurde am 26. September 1942 in die Tötungsstätte Raasiku nahe der estnischen Hauptstadt Reval deportiert und wahrscheinlich direkt nach der Ankunft ermordet.


Biographical Compilation

Bezirksamt Neukölln, Fachbereich Kultur;

Museum Neukölln